Rückreise mit Hindernissen

Am Sonntag, den 1. Oktober wollten Sophie und ich von Santiago de Chile nach Frankfurt zurückfliegen. Am Samstag war das Wetter schrecklich, also fiel der Abschied nicht ganz so schwer. Sonntag sind wir dann pünktlich los und mit der U- Bahn und dem Shuttlebus problemlos zum Flughafen gelangt. Kein großes Warten, problemloser Check in, Plätze nebeneinander, noch Zeit für einen Kaffee. Alles super. Nur komisch, dass auf dem Santiago- Sao Paolo Ticket eine ganz andere Uhrzeit stand?! Aber die Flugnummer hat gepasst und schließlich ist in Chile Sommerzeit! Als wir dann am Boarding standen und feststellen konnten, dass es sehr wohl einen Flug um 12.45 gibt und nicht erst um 14.10 kam uns das Ganze doch sehr merkwürdig vor.
Also durch den ganzen Flughafen geirrt auf der Suche nach einem Lantam- Infoschalter. Keine leichte Übung, aber erst der Anfang…
Das konnten wir in diesem Moment aber noch nicht ahnen.
Die nette Dame am Schalter hat alle Daten brav eingetippt, wissend genickt und gemeint, das würden wir schon schaffen. Wäre ja nur Transit in Sao Paolo.

Also haben wir uns angeschaut, wie der Flug um 12.45 abgewickelt wurde und dann auf unsern Flug um 14.10 gewartet. Mit dem Gefühl, dass das doch nie klappen kann. Nun ja, der Flug hatte eine halbe Stunde Verspätung, aber die Stewardess meinte, das holt der wieder auf. Was er nicht aufgeholt hat, waren die schlimmsten Turbulenzen, die ich je erlebt habe. Ich saß zwei Stunden schwer atmend mit der Kotz- Tüte in der Hand da und Sophie hat nur noch gerade aus gestarrt. Über eine Stunde Verspätung!

Die Stewardess meinte, da würde am Ausgang sicher jemand stehen, den man fragen kann. Leider war der Flieger auf einem Außenfeld und wir mussten mit dem Bus fahren. Keine Rede von “ jemand fragen“.
Da war niemand! Allerdings konnten wir feststellen, dass um 22 Uhr ein Latam- Flieger nach Frankfurt ging. Da war klar: den wollen wir haben!
Doch wie bekommen? Nach einer ewigen Odyssee von Terminal 2 nach Terminal 3 und tausendfachen Nachfragen ( english o espanol…), die alle freundlichst und bemüht auf Portugiesisch beantwortet wurden, hatten wir tatsächlich einen Infoschalter gefunden. Ach, wir seien die verspäteten Lufthansa- Passagiere! Ja, sie hätten für uns schon zwei Plätze im Flieger nach Frankfurt reserviert. ( Hurra!)
Da gäbe es nur noch eine kleine Sache… Unser Gepäck wäre jetzt am Terminal 2 und wir müssten das holen und dann in Terminal 3 wieder Einchecken. Aber kein Grund zur Sorge, wir hätten genug Zeit.
Also zurück zu Terminal 2 ( Laufdauer Ca. 10 Minunten), irgendwie dem Zoll erklärt, warum wir da jetzt raus müssen ( nein – es spricht niemand englisch oder spanisch), Gepäck gesucht, Gepäck geholt, zum Terminal 3 gerannt. Inzwischen war ich schweißgebadet – Alpakapulli bei 25 Grad ist keine gute Idee- und mit den Nerven ziemlich am Ende. Vor allem, als wir dann am Gepäckschalter eine endlose Schlange von Menschen vor uns hatten, es zehn vor neun war und der nette Mensch an der Schlange auf englisch (!) erklärt hat, dass wir das zeitlich noch locker schaffen, Rucksäcke dann aber leider Sperrgepäck waren. Zum Glück ging dann die Sicherheitskontrolle echt schnell und die Zollbeamtin ließ sich irgendwie in einer Mischung aus spanisch und „ich weiß nicht was“ erklären, warum wir Brasilien bereits nach einer halben Stunde wieder verlassen wollen und KEINEN Zollzettel haben. Immerhin haben wir jetzt auch zwei Brasilianische Stempel im Pass. 🙂
Im Flieger hatten wir die beiden letzten Plätze weit voneinander entfernt bekommen, aber mein Platznachbar hat freundlicherweise den Platz mit Sophie getauscht. So konnten wir dann endlich um 22.30 mit nur einer halber Stunde Verspätung völlig erschöpft einen ruhigen und bequemen Flug nach Hause antreten….

Beitrag von Andrea Mebus

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