Über die Schwierigkeit einen Krebs zu essen

Am Samstag bevor ich meine zweiwöchige Reise durch Ecuador antrat, wurde im Haus gegenüber der Geburtstag der Großmutter meiner Gastgeschwistern gefeiert. Als ich mich relativ spät und dieser Tatsache unbewusst gegen 12 Uhr mittags herüber gesellte, war die halbe Familie schon fleißig damit beschäftigt zu kochen. Meine Gastmutter klärte mich dann schließlich auf, dass die Señora Eugenia Geburtstag habe und dass es zu diesem Anlass üblich sei, dass alle Söhne zum Kochen kämen. Ich sah fasziniert von diesem Geschehen zu, wie „die Köche“ Berge von Krebsen in einem riesigen Topf versengten. Ich hatte noch nie zuvor Krebse gegessen und sah meine Gastmutter deshalb etwas fragend an, als sie mir zwei der Schalentiere, etwa eine Stunde später auf einem Teller servierte. Es fehlte aber nicht an Demonstrationen, wie man dieses harte Tier zerlegte. Die ganze Familie begann jetzt nacheinander, auf die Krebse einzuhauen, daran herunterzunagen oder das Fleisch aus den dünnen Beinen zu saugen. Ich gab mein Bestes es Ihnen gleichzutun, obwohl ich sagen muss, dass ich es eine ziemlich anstrengende Arbeit finde, um schließlich zu ziemlich wenig Nahrung zu kommen. Trotzdem, es schmeckte sehr gut!
Um drei Uhr nachmittags wurde dann der Alkohol ausgepackt. Zuerst gab es Cuba Libre, danach kamen etliche Flaschen Cerveza hinzu. Über den Computer wurde der Fernseher in ein Karaokebildschirm verwandelt und die schon leicht angeheiterte Familie begann aus vollem Hals spanische Lieder zu singen. Als mir das zu viel wurde, beschloss ich noch ein bisschen mit den Leuten aus der Musikschule wegzugehen, von deren Bekannten ebenfalls jemand Geburtstag feierte. Ich blieb aber nicht lange, weil ich schon ziemlich müde war und mich nach meinem Bett sehnte…

 

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Beim Vorbereiten der Torte

 

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Ich, mit meinen ecuadorianischen Großeltern

 

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