Weihnachtskonzert

Nachdem wir wochenlang mit unseren Schülern geprobt hatten, erreichte uns eines Tages, in etwa eine Woche vor dem Konzert, die erschreckende Nachricht, dass am 19. Dezember nicht alle Schüler spielen könnten. Das Konzert an eben diesem Tag sollte nämlich im „Centro allemán“ zur Begleitung dessen Weihnachtsfeier stattfinden und die Organisatoren weigerten sich daher, sämtliche Eltern der Clave de Sur Gemeinschaft einzuladen.
Also organisierten wir kurzfristig ein anderes Konzert im „Parque Stella Maris“. Dieses sollte dann einen Tag zuvor also am Donnerstag Abend stattfinden.
Plakate wurden ausgehängt, Einladungen geschrieben und ich geriet ziemlich in Stress, weil meine Geigengruppe noch nie gemeinsam geprobt hatte. Ich veranschlagte zwei Proben, wie das hier eben so ist, waren bei keiner der beiden alle Schüler anwesend. Schließlich probten wir im Park, unmittelbar vor dem Konzert, das natürlich statt um sieben erst um acht begann.
Ich spielte Greensleave als Geigenduett mit meinem besten Schüler und mit den restlichen und einer Klavierschülerin, „we wish you a merry Christmas“.
Mit Alban und Samuel spielte ich das „Mülllied“, ein Lied, das die Müllabfuhr im Guasmo immer spielt. Dann spielten natürlich noch verschiedene andere Gruppen, wie zum Beispiel die Jazzband oder die Rapgruppe. Zu eben dieser Zeit befand sich gerade Besuch aus einem Musikkonservatorium in Paraguay im Guasmo, der ebenfalls ein sehr interessantes typisch paraguayanisches Stück präsentierte.

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Mit der Geigengruppe

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Alle Teilnehmer des Konzerts

Am Abend stellten wir alle Instrumente, nach einem sehr zufriedenstellenden Konzert (John bewertete es mit 8 von 10 Punkten) im Foyer in der Musikschule ab, nur um sie am nächsten Morgen gleich wieder auf ein Camioneta zu laden. Zu sechst fuhren wir zum Centro Alemán, um dort alles für den Abend aufzubauen. Ich fuhr auf der Ladefläche mit den Instrumenten und wir brauchten fast eine ganze Stunde, da das Zentrum ziemlich weit im Norden Guayaquils liegt. So bekamen wir eine Open air Stadtrundfahrt!

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Schließlich bauten wir alles auf und aßen (ein zu teueres) Mittagessen, bevor wir uns auf den langen Rückweg mit der Metrovía machten. Am Abend trafen sich alle zum Konzert. Wir spielten in etwa eine Stunde, aber die eigentliche Hauptattraktion war das Buffet!
Dort gab es Plätzchen, Lebkuchen, Torte, Chips, verschiedene Dips und Salate – und das Beste, alles war gratis! Wir aßen also so viel bis uns die Bäuche weh taten und man uns argwöhnische Blicke zuwarf. Vielleicht dachten die Leute, die armen Kinder aus dem Guasmo bekämen nicht genug zu essen.
Leider war es dann schon recht spät und wir mussten alle ein Taxi zurück in den Guasmo nehmen. Immerhin – das Konzert hatte sich wirklich gelohnt. Und als ich um 1 Uhr morgens nach Hause kam und bemerkte, dass meine Gastfamilie mir das Abendessen aufgehoben hatte, kam ich nicht umhin noch einmal zu essen.

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Im Centro Cultural Alemán

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