Von Antofagasta nach Valparaiso

Am 24. war es so weit.
Unsere Wege haben sich getrennt. Naomi und Daniel sind Richtung Norden gefahren.Sophie und ich nach Süden.Erst mal mussten wir in Antofagasta auf den Bus warten, der von irgendwo verspätet war.
Dann noch eine Fahrt durch die ganze Stadt und schließlich ging es zurück durch die Straße, wo wir gewohnt hatten. Tatsächlich war mir noch ein letzter Blick auf Naomi und Daniel auf der Terrasse vergönnt und dann ging es endlich los. Kilometer lang Richtung Süden immer durch die Wüste. Links Sandberge und Steine, rechts der graue, öde Pazifik mit seiner rauen Küste.
Nach acht Stunden sind wir endlich in Caldera angekommen. Ein verschlafener Ort mit 20.000 Einwohner, der in der Sommer Saison  um Weihnachten auf 120.000 Personen anschwellen soll.Es waren auch tatsächlich eine Menge Menschen damit beschäftigt, den Ort auf Hochglanz zu bringen. Für uns nur eine Enttäuschung. Das Wetter war schlecht und nichts hatte geöffnet. So waren wir froh,  als wir endlich unsere Zeit abgesessen hatten und pünktlich um 17 Uhr den Nachtbus nach Valparaiso besteigen konnten. Weiter durch die Wüste bis es endlich Nacht wurde.

Valparaiso ist ein Traum. Ein Traum, den man nur schwer fassen kann.
Die Stadt hat ihre besten Zeiten lange hinter sich. Einst wichtigster Durchgangshafen für die Goldsucher nach Kalifornien und die Metalle aus dem Norden, hat der Panamakanal in den 1940er Jahren Valparaiso den Todesstoss versetzt. Aber Totgesagte leben länger. Valparaiso, Stadt auf angeblich 43 Hügeln und Weltkulturerbe überzeugt mit einer entspannten Atmosphäre. An jeder Ecke erwartet einen eine neue Überraschung. Ein besonderes Wandbild, ein unerwarteter Ausblick. Einer der Hunderten Straßenhunde, die vollkommen unbeeindruckt auf den Straßen chillen.

Valparaiso macht träge, relaxt. Vor neun Uhr steht sowieso keiner auf. Das mussten wir am ersten Morgen gleich bitter erfahren, als unser Bus tatsächlich zu früh ankam und wir eine Stunde vor Hostal warten mussten. Übrigens das schönste Hostal auf der ganzen Reise in bester Lage. Casa Verde Limon. Eine Free Walking Tour mit Camila hat uns versteckte Ecken gezeigt. Häuser, die von Vorne ganz anders aussehen als von hinten. Kleine Cafes, Nachtbars, Ruinen, die nie wieder aufgebaut werden, weil das UNESCO Weltkulturerbe nur den Aufbau mit Original Material erlaubt und das gibt es oft nicht mehr, weil die Häuser aus Wellblech gebaut sind. Nicht zu vergessen die „Ascendores“,Aufzüge aus dem 19. Jahrhundert, die noch immer in Betrieb sind und die Aufstiege über die vielen Treppen etwas erleichtern können. Trotzdem ist man in Valparaiso ständig mit Treppen steigen beschäftigt. Gut, wenn man wie wir den Fehler begeht, die örtliche Spezialität zu essen: Completo con Papas. Hierbei handelt es sich um einen überdimensionalen Hot Dog mit Avocado, Tomaten und unglaublich viel Mayonaisse. Tödlich! Man fühlt sich wie der böse Wolf nach dem siebten Geisslein. Da sind viele Treppen notwendig um das wieder abzutrainieren 

 

                                                                                 Beitrag von Andrea Mebus

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