Der Tag an dem ich lernte einen Wasserfall herunterzuklettern

Jana hatte bevor wir kamen eine Canyoning Tour für uns alle organisiert. Leider hatte sie nicht bedacht, dass es manchen Leuten keinen Spaß macht stundenlang, lediglich an dünnen Seilen befestigt, über glitschige Steine zu schlittern und im eiskalten Wasser zu baden. Anais, Angie und Josha beschlossen diesen Aussichten wegens,misch der Tour lieber nicht anzuschließen und Jana, Samuel, Alban und ich blieben je auf der Summe von 5 $ sitzen.
Ronja beschloss, in der Zeit, in der wir unseren Ausflug unternahmen, eine andere schwierigere Tour zu machen, zahlte dafür natürlich mehr Geld und war am Ende enttäuscht, als wir sie nach kurzer Autofahrt wieder auf der selben Route trafen, auf der wir uns bewegten. Ich verstand ihre Aufregung nicht gänzlich, weil ich unsere Tour schon schwierig genug fand.
Alles war, wie ich es mir im Voraus ausgemalt hatte. Das Wasser war eisig und ich fror schon nach wenigen Minuten. Die Steine waren furchtbar glitschig und ich klammerte mich so fest an das mich haltende Seil, dass meine Hände schmerzten.
Die Wasserfälle die wir hinunterkletterten waren schätzungsweise 10-20 Meter hoch. Wir waren neun Leute in einem Team. Als erstes kletterte immer der erste Guide hinunter, dann folgten wir der Reihe schön langsam, der Reihe nach. Das Ganze dauerte in etwa eine halbe Stunde, bis schließlich alle am Fuß des Wasserfalls standen. Dann folgte der zweite Guide. Dieser war die ganze Tour über super motiviert, knipste zahlreiche Fotos und lief alle Wasserfälle ohne jegliche Absicherung vorwärts hinunter.
Ich will nicht lügen und sagen, dass mir diese Unternehmung großartigen Spaß bereitet hätte. Aber es war auf jeden Fall eine Erfahrung wert, das Ganze einmal auszuprobieren… Und als wir nach zweieinhalb Stunden endlich an unseren Ausgangspunkt zurückkehrten, war ich ganz schön stolz, dass ich alles so gut geschafft hatte.
Am Nachmittag wollten wir eigentlich Cui (also Meerschweinchen) essen gehen, aber Ronja wollte noch unbedingt zum Bungee-Jumping und so vertagten wir schweren Herzens und vor allem leeren Magens unser Rendezvous mit der Spezialität.
Ronja stürzte sich dann kurz und schmerzlos von der Brüstung einer Brücke, während alle anderen Ihr versicherten, dass sie diese Erfahrung lieber nicht mit ihr teilen wollten.
Später trafen wir uns wieder mit Jana, dieses Mal zum Café trinken. In Baños gibt es zahlreiche Cafés und wir genossen voll Freude richtigen Café und Torte. Der Unterschied zwischen dem Café den wir kennen und jenem der hier getrunken wird besteht hauptsächlich darin, dass der ecuadorianische Café meist heißes Wasser, etwas Kaffeepulver und vor allem ziemlich viel Zucker beinhaltet. Das schmeckt nicht unbedingt schlecht, ist aber mit dem was man aus Deutschland gewohnt ist nicht zu vergleichen.
Der Abend kam und wir genossen noch etwas mehr, die Freiheit nicht in unseren Gastfamilien zu sein. Wir kochten darum Salat, richtigen grünen Salat mit Gurken, Tomaten und Pilzen und alle aßen so viel sie konnten.
Zu „Besuch“ kam Ben, ein Freund von Ronja, der eigentlich aus Honduras kommt, zur Zeit aber in Ecuador lebt. Er hat schon zahlreiche Länder Süd und Mittelamerikas bereist und antwortet auf unsere Fragen hin, Kolumbien habe ihm bisher am Besten, Nicaragua am wenigsten gefallen. Um ca halb zwölf machten Ronja und Ben sich auf den Weg zum Terminal, um noch in der selben Nacht zurück nach Guayaquil zu fahren. Wir anderen blieben noch etwas auf, saßen auf der Terrasse und machten wieder einmal Musik.

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