Deutschunterricht in Ecuador

Als ich im Oktober angefangen hatte Deutsch als Zweit-und Fremdsprache zu studieren, dachte ich mir noch: was fängt man mit diesem Fach am besten an? Im Februar diesen Jahres wusste ich es. Man gibt zum Beispiel Deutschunterricht in Ecuador. Zwar ist die Nachfrage nach deutsch nicht besonders groß, es gibt aber in Guayaquil zwei Institutionen, an denen Deutschunterricht möglich ist. Das Colegio Humboldt Alemán und das Centro Cultural Ecutaoriano Alemán, das mit dem Goethe Institut zusammen arbeitet. Das Centro Alemán unterstützt Clave de Sur seit vielen Jahren und so konnte ich mit ein bisschen Hilfe von Anita eine Bewerbung losschicken und einen Praktikumsplatz für 6 Wochen erhalten. Ich durfte einen Ferienkurs mit zwölf Schülern im Alter von 12-14 Jahren unterrichten. Zusätzlich unterrichtete ich auch in Clave de Sur einige Schüler. Vom Guasmo zum Centro Alemán benötigt man ca. eineinhalb Stunden, zwei „Alimentadores“ (=kleine Busse), eine Metrovía (=großer Bus) und 5-10 Minuten Fußweg. Das bedeutete, dass ich für eine Doppelstunde Unterricht, drei Stunden Hin-und Rückfahrtszeit einplanen musste. Vor allem zur Mittagszeit, mit hoher Sonneneinstrahlung kann das anstrengend sein. Aber es war auch ein kleiner Einblick in das Berufsleben der Guayaquileños. Die meisten Menschen in Guayaquil wohnen nämlich im Süden und arbeiten im Norden der Stadt, was bedeutet, dass sie jeden Tag einen so langen Weg einplanen müssen.
Als ich das erste Mal vor meiner neuen Klasse stand war ich sehr nervös. Aber die Kinder machten es mir sehr einfach. Sie waren unglaublich interessiert und lernten sehr schnell. Im Laufe der Zeit freundeten wir uns immer besser an. Eine meiner Schülerinnen, Ivanna, wollte in Deutschland Medizin studieren. Darum fragte sie mich ständig über die deutschen Universitäten aus, das Land, die Städte, die Menschen,… einfach alles. Sie brachte mich auf die Idee meinen Schülern eine kleine Präsentation über Deutschland zu halten. Ich suchte Bilder von der Landschaft, den großen Städten und den wichtigsten Sehenswürdigkeiten heraus und erzählte meinen Schülern ein wenig über Deutschland, da die allermeisten überhaupt keine Vorstellung von diesem weit entfernten Land hatten. Und schon prasselten so viele Fragen auf mich herunter, dass ich nur mit einigen Schwierigkeiten wieder zurück zum normalen Unterricht kehren konnte. Das Engagement meiner Schüler begeisterte mich und es machte mir sehr viel Spaß sie zu unterrichten. Besonders freute mich, dass sie in mir eine Art Vorbild sahen. Am Ende der sechs Wochen mussten sie einen Test schreiben, damit ich sehen konnte, wie viel sie wirklich gelernt hatten. Aber sie durften auch mich bewerten. Es freute mich, dass manche auf den Evaluationsbogen schrieben: Sie sind eine sehr gute Lehrerin. Das bestärkte mich in meiner Studienwahl und auch in meinem Vorhaben, den Lehrberuf weiter zu verfolgen. Mein Fazit zu Deitschunterricht in Ecuador: Eine sehr schöne Erfahrung!

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