Präsidentenwahl 2017 – Die Kandidaten

Am Sonntag, den 19. Februar 2017 wird in Ecuador ein neuer Präsident gewählt. Hier stelle ich euch die wichtigsten Kandidaten vor. Grundsätzlich ist es so, dass in Ecuador die politische Landschaft recht unsortiert ist, weshalb es sehr schwierig ist, sich einen Überblick zu verschaffen. Für die hier gemachten Angaben gibt es also auch keine Gewähr. Zu erwähnen ist auch, dass man in Ecuador mit der Aufstellung des Präsidentschaftskandidats auch immer gleich den Vizepräsidentschaftskandidat mit aufstellt. Das hat unter anderem damit zu tun, dass das Land politisch zwischen der Costa und der Sierra sehr gespalten ist, und man dazu tendiert, einen Ausgleich zwischen diesen beiden Bereichen herzustellen. Da dieser Artikel aber nur einen kurzen Einblick geben soll, werde ich nur die wichtigsten Präsidentschaftskandidaten erwähnen. In derzeitigen Umfragen liegt Lenín Moreno vor Guillermo Lasso und Paco Moncayo. An vierter Stelle folgt Cynthia Viteri. Insgesamt haben sich acht Kandidaten aufgestellt.

Cynthia Viteri Jiménez

By Asamblea Nacional del Ecuador from QUito, Ecuador [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

Die Rechtsanwältin ist seit 1997 in der Politik, unter anderem im Parlament tätig. 2006 war sie schon einmal für das Amt des Präsidenten kandidiert und erhielt dabei 9% der Stimmen. Sie vertritt die Sozialchristliche Partei (Partido Social Cristiano – PSC), die unter den Parteien im Land als rechts gilt. Die PSC stellte bereits zweimal den Präsidenten. Seit Alvaro Noboa Bürgermeister Guayaquils ist, hat die Partei besonders dort eine große Wählerzahl.

 

 

 

 

 

Paco Moncayo Gallegos

By Freddy eduardo (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Der 76-jährige Ex-General und ehemalige Bürgermeister von Quito tritt als gemeinsamer Kandidat für die Partein Izquierda Democrática, Movimiento Unidad Popular und Movimiento de Unidad Plurinacional Pachakutik an. Bei der ID handelt es sich um eine „mitte-links-Partei“. Die Partei steht für mehr soziale Gerechtigkeit und will sich möglichst von populistischen Partein abgrenzen. Die Patchakutik ist sozusagen die „Indigenenpartei“ Ecuadors. Sie vertritt die Interessen der indigenen Bevölkerungsgruppen Ecuadors. Bei der UP handelt es sich im Gegensatz zu der ID um eine noch weiter links ausgerichtete Partei.

 

 

 

 

Laut aktuellen Umfragen, ist es wahrscheinlich, dass die Entscheidung zwichen dem ehemaligen Bänker Guillermo Lasso und dem von der jetzigen Regierung aufgestellten Lenín Moreno Garcés fällt. Lasso und Moreno unterscheiden sich grundlegend in ihrem politischen Kurs.

 

Guillermo Lasso Mendoza

By Mabel Velástegui (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Der Unternehmer und Bänker (lange Zeit Vorstand der Banco Guayaquil) kandidiert für die 2012 gegeündete Partei Movimiento CREO, Creando Oportunidades. Er ließ sich bereits 2013 zur Wahl zum Präsidenten aufstellen und verlor mit etwa 22% der Stimmen gegen Rafael Correa. Die Partei CREO gilt als demokratisch liberal. Lasso kündigte an, starke Wirtschaftsreformen durchzuführen, die Unternehmen und Großverdiener entlasten und Kürzungen in der Sozialpolitik mit sich bringen würden, falls er gewinne. Er will eine Millionen neue Jobs schaffen und das Land so aus der Wirtschaftskrise führen. Sollte Lasso gewinnen, ginge damit ein politischer Umbruch zu dem zuvor von Rafael Correa auf Sozialpolitik ausgelegten System einher. Ganz umstritten ist auch Lassos Erfolg als Unternehmer nicht. Anscheinend soll sein Name auch in den Panama Papers aufgetaucht sein.

 

 

Lenín Moreno Garcés

By Agencia de Noticias ANDES (CENA LENIN MORENO) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

Lenín Moreno tritt als Kandidat zur Nachfolge des derzeitigen Präsidenten Rafael Correa und dessen Partei Movimiento PAÍS an. Moreno war bereits von 2007-2013 Vizepräsident. Er setzte sich unter anderem stark für die Rechte von Behinderten ein. Es ist anzunehmen, dass, sollte er die Wahl gewinnen, er den politischen Kurs der Partei weiterführt wie bisher. Die Partei ist eher links geprägt und setzt in ihrem Programm auf eine hohe Bürgerbeteiligung, die Trennung von Kirche und Staat, sowie eine ausgeprägte Sozialpolitik. Während Correas Amtszeit ist die Armut im Land zurückgegangen, sodass Ecuador inzwischen einen der höchsten Mindestlöhne Südamerikas hat. Außerdem ist der Zugang zu Bildung und zum Gesundheitssystem besser geworden, neue Schulen, Krankenhäuser und Straßen wurden gebaut. Allerdings hat sich das Land dadurch auch hoch verschuldet und mit dem Fall des Ölpreises hat sich auch die wirtschaftliche Lage im Land geändert. Kritisiert wurde Correa auch wegen seiner Umweltpolitik.

 

 

 

 

 

 

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