Seit 2 1/2 Wochen bin ich nun wieder in Deutschland. Inzwischen bin ich körperlich und auch geistig hier angekommen. Zum Glück begrüßte mich Deutschland mit strahlendem Sonnenschein, sodass mir zumindest die klimatische Umstellung nicht schwer fiel. Eher freute ich mich sogar über etwas kühlere Luft, da das viele Schwitzen in Ecuador schon auch mal nervig sein konnte. Schon nach ein paar Tagen auf deutschem Boden begab ich mich auf Wohnungssuche in Köln, da ich innerhalb von einem Monat eine Wohnung finden möchte. Im Mai beginnt nämlich schon mein Referendariat. Durch die Wohnungssuche wurde mir deutlich, wie schnell ich mich wieder von stressigen Situationen vereinnahmen lasse und die ecuadorianische Gelassenheit in Vergessenheit gerät. Sollte ich innerhalb eines Monats noch keine passende Wohnung finden, werde ich auch nicht auf der Straße landen und es gibt andere Lösungsmöglichkeiten. In Ecuador erschien mir das Leben entschleunigter und die Menschen gelassener. Diese positive Gelassenheit möchte ich mir bewahren und mich immer wieder daran erinnern. Ich bin sehr froh und dankbar diese tolle Zeit in Ecuador gehabt zu haben und denke, dass es nicht bei einem ersten Mal bleiben wird. Vielen Dank noch einmal an alle, die mich finanziell und auf andere Weise unterstützt haben! Es waren sehr schöne und erlebnisreiche Monate für mich!
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Meine letzten Wochen im Guasmo
Die letzten Wochen im Guasmo gingen so schnell vorbei, dass ich es dort gar nicht mehr geschafft habe von meinen Erlebnissen zu berichten. Dies möchte ich jetzt nachholen.
Anfang Februar hatte ich mir ja beim Joggen eine Fußverletzung zugezogen, sodass ich mich circa 3 Wochen fast nur im Haus aufhalten konnte. Nach 2 Wochen hat ein ecuadorianischer Freund zum Glück Krücken auftreiben können, sodass ich immerhin ab und zu zur Musikschule humpeln konnte. Ab Ende Februar habe ich dann auch doch noch ein paar wenige Stunden Klavier und Saxofon unterrichtet. Das Besondere an dem ersten Unterrichtsprozess in jedem Jahr ist, dass viele der Ecuadorianer selbst unterrichten. Ab Mitte Februar sind Schulferien, sodass fortgeschrittene SchülerInnen die Zeit haben, Anfänger zu unterrichten. Ein paar dieser LehrerInnen haben mein Angebot angenommen in ihrem Unterricht zu hospitieren. So konnte ich mit ihnen über ihre Fragen zum Unterrichten sprechen und ihnen ein Feedback geben.
Mitte März bot ich auf Nachfrage der ecuadorianischen LehrerInnen einen zweiten Teil des Workshops „Como dar clases“ (Wie gibt man Unterricht) an. In diesem Workshop thematisierten wir Fragen und Probleme, die aus dem eigenen Unterrichten entstanden sind. Auf diese Fragestellungen versuchten wir mithilfe der „Kollegialen Fallberatung“ verschiedene Lösungswege zu finden. Mithilfe dieser Methode soll die Intelligenz der ganzen Gruppe genutzt werden und zu Lösungsvorschlägen verhelfen. Zu Beginn und als Auflockerung zwischendurch gab es zwei Live-Arrangements mit Stimme und Bodypercussion, also Stücke, die spontan im Handeln entstehen.
An meinem vorletzten Wochenende fand die „Viaje de Integración“ statt, also die Integrationsreise. Diese findet einmal im Jahr statt und es geht darum, dass neue SchülerInnen in die Musikschule integriert werden und die bestehende Gemeinschaft gestärkt wird. Das tolle an der Musikschule „Clave de Sur“ ist nämlich, dass sie von den ecuadorianischen SchülerInnen und LehrerInnen inzwischen zum großen Teil selbst verwaltet und organisiert wird. Es gibt zwei Koordinatoren, die die Hauptorganisation übernehmen. Alle Entscheidungen, die die Musikschule betreffen werden jedoch von der Gemeinschaft getroffen. Dies sind fortgeschrittene SchülerInnen und LehrerInnen ab circa 15 Jahren, die schon längere Zeit dabei sind. Jeden Freitag Abend gibt es um 19.30Uhr eine Versammlung, in der alles besprochen und über Entscheidungen abgestimmt wird.
Die Viaje de Integración fand in Zhagal, ca. 3h südlich von Guayaquil statt. Wir wohnten in einem kleinen Haus mitten in einer Kakaoplantage an einem kleinen Fluss gelegen, in dem wir baden konnten. Es wurde gemeinsam gekocht, getanzt, gespielt, geredet… Für mich war dies ein sehr schöner Abschluss meiner Zeit in Ecuador.
Ein paar Tage vor meinem Abflug organisierte ich noch eine kleine Abschiedsfeier in der Musikschule.
Und auf einmal geht die Zeit zu Ende und ich stehe am Flughafen in Guayaquil.
Cuenca und Parque Nacional Cajas
Anfang Februar besuchte ich mit Bastian, einem anderen Freiwilligen, die Andenstadt Cuenca und den nahegelegenen Nationalpark Cajas. Genau noch rechtzeitig vor meinem kleinen Joggingunfall im Guasmo, bei dem ich mir leider einen Muskelfaserriss zugezogen habe. Aber das ist eine andere Geschichte und inzwischen kann ich auch schon fast wieder normal gehen. Ein paar Tage muss ich mich noch gedulden. Nun aber zu der Reise.
Cuenca gilt als die schoenste Stadt Ecuadors und liegt auf ca. 2500 m Hoehe. Hier gibt es noch sehr viele Haeuser aus der Kolonialzeit zu sehen. Bekannt ist die Stadt auch fuer ihre Panamahut- Manufakturen.
Die Markthallen, die es hier in jeder Stadt gibt, begeistern mich immer sehr. Meistens sind sie taeglich geoeffnet und es gibt eine riesengrosse Auswahl an Obst, Gemuese, Fleisch und anderen Lebensmitteln.
Der Nationalpark Cajas liegt zwischen 3100 m und 4450 m ueber dem Meeresspiegel und ist ca. eine Stunde Busfahrt von Cuenca entfernt. Wir hatten bei unserer Wanderung Glueck, denn es war nicht ganz so neblig an diesem Tag, sodass wir auch etwas von der Landschaft sehen konnten. Der Cajas war fuer mich der kaelteste Ort, den ich in Ecuador besucht habe. Ich hatte fast alle Kleidungsstuecke an, die ich dabei hatte. Tiere haben wir leider keine im Cajas gesehen, dafuer aber umso mehr Lagunen. Manchmal kam ich mir vor, wie in einer Maerchenlandschaft.
Parque historico Guayaquil
Letzte Woche besuchten wir den Parque historico im Norden Guayaquils. Hier gibt es Tiere, einen botanischen Garten und zwei Haeuser im Original Kolonialstil zu sehen, die extra restauriert wurden. Hier ein paar Bilder davon:
Viaje en enero
Im Januar bis Anfang Februar sind in der Musikschule Ferien, da die SchuelerInnen in dieser Zeit viele Pruefungen und Klausuren in der Schule haben. So haben wir Freiwilligen vor allem in dieser Zeit die Moeglichkeit zu reisen. Fuer zwei Wochen bereiste ich zusammen mit drei deutschen Freiwilligen Ecuador und Kolumbien.
Los ging es am Freitag, 06. Januar mit einer Nachtfahrt mit dem Bus von Guayaquil in die Hauptstadt Quito. Hier besuchten wir fuer 2 Tage einen ehemaligen ecuadorianischen Freiwilligen von Clave de Sur, dessen Eltern in Quito ein grosses Haus besitzen. Hier bekam ich einen Eindruck von der reichen Oberschicht Ecuadors, die, wie auch in diesem Fall, oft in extra eingegrenzten und bewachten Stadtvierteln wohnen.
Von Quito ging es am Montag weiter Richtung Kolumbien. Zunaechst fuhren wir am spaeten Vormittag ca. 5 Stunden zur ecuadorianischen Grenzstadt Tulcán. Von dort kommt man nur mit dem Auto zur Grenzstation. Also fuhren wir mit dem Taxi ca. 10 Minuten zur Grenze. Hier benoetigt man zunaechst bei der ecuadorianischen Grenzstation einen Ausreisestempel, bevor man zu Fuss 2 Minuten ueber die Grenze zur kolumbianischen Grenzstation geht. Hier bekommt man dann einen Einreisestempel fuer Kolumbien. Von dort geht es auch nur mit dem Taxi weiter zur kolumbianischen Grenzstadt Ipiales. Von Ipiales ging es dann neun Stunden mit dem Nachtbus weiter nach Cali, die Hauptstadt des Salsa. In Cali verbrachten wir drei sehr entspannte und schoene Tage. Wir liessen es uns in zahlreichen Cafés und Restaurants gut gehen. Einen Abend besuchten wir die Salsadisko „La Topa Tolondra“, was mein persoenliches Highlight in Cali war.
Nach Cali trennten sich dann unsere Wege. Eine Freiwillige liessen wir in Cali zurueck, da sie dort fuer zwei Monate ein Praktikum macht und ein Freiwilliger fuhr weiter nach Bogota, um einen Freund besuchen. Diese zehnstuendige Fahrt war mir aber doch zu lang, sodass ich gemeinsam mit dem dritten Freiwilligen Bastian zu einem kleinen Abenteuer an der kolumbianischen Pazifikkueste aufbrach. Mit dem Bus fuhren wir ca. 2 1/2 Stunden zu der Hafenstadt Buenaventura. Von dort ist es nur moeglich, mit dem Boot weiter nach Juanchaco zu kommen. Die Bootsfahrt dauert ca. 45Minuten und es weht einem dabei ein heftiger Wind um die Ohren. Von Juanchaco aus fuhren wir ein paar Minuten mit einem Traktor plus Anhaenger nach Ladrilleros, unserem Zielort. Juanchaco, bzw. Ladrilleros liegen in einem Regenwaldgebiet direkt an der Kueste. Der Hoehepunkt unseres Aufenthaltes war hier ein Ausflug mit dem Kanu durch die Mangroovenwaelder zu dem entlegeneren Strand „La Barra“ und zu den Piscinas naturales. Das sind kleine Suesswasserbecken, die mitten im Wald liegen. Hier wird sowohl das Regenwasser als auch das Quellwasser durch einen kleinen Staudamm aufgestaut.
Unser naechstes Reiseziel war Popayán, das auch die „weisse Stadt“ genannt wird, da im Zentrum der Stadt fast nur weisse Gebaeude stehen. Bei der Ankunft am Abend wurden wir hier mit einer sehr heftigen Regenschauer begruesst. Im Dunkeln und im Regen suchten wir uns eine Unterkunft und waren sehr froh, als wir im Trockenen waren.
Vorletztes Reiseziel war die kleine Stadt Otavalo in den noerdlichen Anden Ecuadors. Otavalo ist bekannt fuer seinen grossen Markt und die vielen Geschaefte mit Kunsthandwerk. Vor allem gibt es hier Ponchos, Decken, Schmuck, Taschen aller Art, Haengematten usw. zu kaufen. Viele Produkte , wie Schals, Pullis und Decken enthalten Alpaca-Wolle und waermen daher sehr gut. Den Pulli, den ich mir hier zugelegt habe, konnte ich auch sofort gut gebrauchen, da es am Abend richtig frisch werden konnte.
Von Otavalo sind es mit dem Bus ca. 15 Minuten zu dem Ort Cotacachi. Und von dort mit dem Taxi ca. 10 Minuten weiter, erreicht man die wunderschoene Lagune Cuicocha, der Kratermund des noch aktiven Vulkans Cuicocha. In ca. 4 1/2 Stunden umrundeten wir diese Lagune und genossen die Ruhe. Neben wenigen Wanderern begegneten uns nur ein paar Kuehe, die u.a. mitten auf dem Wanderweg standen. Zum Glueck machten sie jedoch von sich aus den Weg fuer uns frei.
Zuletzt fuhren wir wieder nach Quito, um noch das Äquatordenkmal „Quitsa To“ (= Mitte der Welt) zu besuchen. An diesem Punkt wurde die millimetergenaue Bestimmung der Äquatorlinie mit modernsten GPS-Geraeten erschlossen. Quitsa To gilt auch als Zeugnis der Sonnenhochkultur „Tsáchila“, des einzigen Volkes der ecuadorianischen Äquatorregion, das weder von den Inka noch von den Spaniern unterworfen wurde.
Fin de año
Ja, was ist noch alles in den letzten Wochen des Jahres 2016 passiert?
Am 10. Dezember fand mein zweiter Workshop, dieses Mal zu dem Thema Instrumentalpaedagogik, statt. Zunaechst erstellten wir mit der Gruppe „Unser Bild von einem erfolgreichen Instrumentalunterricht“. Dazu sollten die Teilnehmer erst jeder fuer sich, danach in Zweiergruppen Antworten auf Fragen finden, wie zum Beispiel „Was ist ein guter Lehrer?“ oder „Wie fuehlen wir uns als Schueler in einem guten Unterricht?“. Unter anderem wurden folgende Aspekte zusammengetragen: Der Lehrer sollte die Motivation und das Verstaendnis von Musik des Schuelers steigern. Ausserdem wurde genannt, dass sich ein ausgewogenes Verhaeltnis zwischen Ernst und Spass, ein Vertrauen zwischen Schueler und Lehrer sowie gemeinsam formulierte Ziele positiv auf die musikalische Entwicklung des Schuelers aus. Der zweite Teil des Workshops bestand aus praktischen Uebungen. Zunaechst unterrichteten sich jeweils zwei Teilnehmer fuer ca. 10 Minuten gegenseitig. Das Besondere hierbei war, dass in dieser Uebung nicht gesprochen werden durfte. Die Teilnehmer diskutierten anschliessend ueber ihre Erfahrungen. Einigen fiel es leicht ohne Worte zu unterrichten, anderen fehlte die Sprache, um komplizierte Sachverhalte, wie z.B. der Ansatz an der Trompete, genau zu erklaeren. Zum Schluss des Workshops erklaerten sich zwei Teilnehmer bereit, eine exemplarische Unterrichtsstunde vor der Gruppe durchzufuehren. Anschliessend gab es dazu eine Feedback-Runde.
Am 23. Dezember fand das Weihnachtskonzert der Musikschule im Teatro Sanchez Aguilar im Norden von Guayaquil statt. Es wurde extra ein Bus organisiert, der die Schueler und ihre Familien vom Guasmo ins Theater und wieder zurueck transportierte. Das Theater stellte uns eine Ton- und Lichtanlage zur Verfuegung und entsprechendes Personal, was uns die Buehne aufbaute und auch waehrend dem Konzert den Klang und das Licht steuerte.
Ein bisschen Weihnachtsgefuehl kam beim Plaetzchen backen mit meinem 7-jaehrigen Gastbruder auf. Ich habe im Einkaufszentrum in der Naehe Ausstech-Formen finden koennen und alle Zutaten gibt es hier im Guasmo in den kleinen Tiendas zu kaufen. Zum ersten Mal probierten wir den Ofen meiner Familie aus. Meine Familie, sowie fast alle Ecuadorianer hier im Guasmo, verwenden den Ofen fast nur an Weihnachten. Kuchen werden selten selbst gebacken, sondern immer gekauft. Den Ofen meiner Familie sollte ich bisher nicht benutzen, da er schon so alt ist und meine Gastmutter Sorge hatte, dass er nicht richtig funktioniert und womoeglich der ganze Herd danach hinueber ist. Letztendlich funktionierte das Plaetzchen backen. Dennoch musste ich aufpassen, dass das Backpapier nicht anbrennt, da der Boden des Ofens rostig ist und Loecher hat. So gab es von unten kleine Flammen, die leicht das Papier haetten anbrennen koennen. Ein Backblech gibt es hier naemlich nicht, nur ein Rost.
An Heiligabend besuchten wir zuerst Verwandte meiner Gastmutter im Zentrum der Stadt. Hier gab es das erste Weihnachtsessen mit Truthahn, Kartoffelsalat und natuerlich Reis. Reis gibt es quasi zu jedem Essen und jeden Tag. Ohne Reis zaehlt hier ein Essen nicht richtig. Anschliessend fuhren wir in den Guasmo zurueck zu den Eltern meines Gastvaters. Hier gab es dann das zweite Weihnachtsessen am Abend, wieder Truthahn mit Kartoffelsalat und Reis. 🙂
Und das war der 31. Dezember. Der Geburtstag von meiner kleiner Gastschwester. Sie ist ein Jahr alt geworden.
Diese Figuren werden jedes Jahr aus Pappe gebastelt und an Silvester verbrannt. Es gibt sie in allen Groessen, Formen und Farben. Ich habe den Silvesterabend dann am Strand in Salinas verbracht. Dort wurden die Figuren gestapelt und in mehreren Haufen am Strand entlang verbrannt.
Das waren meine Erlebnisse Ende des Jahres 2016. Heute Abend geht es auf Reisen fuer 2-3 Wochen gemeinsam mit drei anderen deutschen Freiwilligen. Zuerst gehts in die Hauptstadt Quito und danach nach Cali, vll noch Bogota in Kolumbien. Ich freue mich schon!
Euch allen ein frohes neues Jahr und alles Gute!
Advent
Weihnachten fuehlt sich bei 30Grad und Sonne definitiv anders an als in Deutschland. Wir haben zwar die Musikschule ein wenig dekoriert und auch im Guasmo sind an vielen Haeusern Lichterketten und andere Weihnachtsdekorationen zu sehen, trotzdem habe ich aber kein deutsches Weihnachtsgefuehl. 🙂
Hier ein Eindruck von unserem kleinen Projektchor fuer das Weihnachtskonzert am kommenden Freitag. Am Donnerstag wird die letzte Probe sein. Wir werden das Lied Solo tu y yo (Just the two of us im Original) mit Bandbegleitung und First Noel singen. Die Strophen von First Noel werden Gesangsschueler von mir solistisch singen. Es ist gar nicht einfach innerhalb von acht Proben zwei dreistimmige Stuecke einzustudieren. Das groesste Problem ist hier dabei, dass die Chorbesetzung jede Woche anders aussieht. Denn leider nehmen die ChorsaengerInnen nicht so regelmaessig teil, wie wir uns das wuenschen wuerden. Dennoch macht es viel Spass, den Chor gemeinsam mit Lena, einer anderen deutschen Freiwilligen zu leiten.
Workshop Improvisationsorchester
Am 25. November bot ich den Workshop „Improvisationsorchester“ in der Musikschule an. Was ist ein Improvisationsorchester? Bei dieser Art Improvisationsorchester gibt es keine Noten und es geht darum, mithilfe von festgelegten Handzeichen zu improvisieren. Zum Beispiel gibt es Handzeichen fuer kurze und lange Toene, laut und leise, hoch und tief, Solo und vieles mehr. Diese Art von Musik ist sehr experimentell. Es gibt immer einen Dirigenten, der mithilfe der Handzeichen das Orchester dirigiert. Die Besonderheit ist hierbei, dass es wechselnde Dirigenten gibt. Die Orchesterspieler spielen mal ihr Instrument, mal dirigieren sie selbst. Dies ist fuer Schueler sehr interessant, da sie auf diese Weise beide Seiten – Musiker und Dirigent – kennenlernen koennen. Weitere Vorteile sind die flexible Gruppengroesse, die flexible Instrumentenbesetzung und die Moeglichkeit, Schueler mit unterschiedlichen instrumentalen Fertigkeiten zusammenzufuehren.
Zwischen den beiden Praxiseinheiten zeigte ich Videobeispiele von Improvisationsorchestern wie dem „Wuppertaler Improvisationsorchester“, dem „Royal Improvisers Orchestra“ und dem „London Improvisers Orchestra“.
Am Ende des Workshops spielten wir eine komplett freie Improvisation ohne jegliche Vorgaben, also ohne Handzeichen und ohne Dirigenten. Es ist spannend zu sehen und zu hoeren, welche Klaenge entstehen und welche gruppendynamischen Prozesse zu beobachten sind.
Kommenden Samstag werde ich einen weiteren Workshop zu Musikdidaktik geben. Hierbei wird es darum gehen, mit bereits fortgeschritteneren Schuelern und Interessierten ueber Durchfuehrung und Gestaltung von Instrumentalunterricht u.a. mit praktischen Beispielen zu sprechen.
Hier ein Artikel zu dem Workshop „Improvisationsorchester“ auf Spanisch:
¡Nos vemos en Samanes!
Am 13. November spielten wir mit der Jazzband „Guajazz“ der Musikschule „Clave de Sur“ ein Konzert im „Parque de Samanes“ im Norden von Guayaquil.
Hier gibt es einen kurzen Artikel dazu, allerdings auf Spanisch:
Und Aufnahmen gibt es auch, zum Beispiel diese:
Kurzurlaub in Puerto López
Mein zweiter Unterrichtsprozess laeuft nun seit vier Wochen und wir sind fleissig dabei, das Weihnachtskonzert vorzubereiten und mit den Schuelern Stuecke einzuueben. Letzte Woche gab es ein verlaengertes Wochenende, sodass wir etwas verschnaufen konnten. Zusammen mit einer anderen Freiwilligen besuchte ich fuer drei Tage die kleine Stadt Puerto López am Meer. Hier ein paar Bilder u.a. von dem Fischverkauf am Strand, der Wanderung durch einen Trockenwald…
Auf der Hinreise mussten wir uns am Terminal etwas gedulden in den Bus steigen zu duerfen. Die meisten Ecuadorianer fahren an freien Tagen ebenfalls in den Urlaub oder besuchen ihre Familien. So standen wir vier Stunden in der Schlange, um ein Ticket zu ergattern. So voll hatte ich das Terminal zuvor noch nicht erlebt!





































































































































































































































































