¡Feliz cumpleaños!

Ecuadorianer sind sehr spontan –  ja, das wurde mir bereits im Vorhinein erzaehlt.  Jetzt aber kann ich aus eigener Erfahrung von der ecuadorianischen Sponteanitaet berichten. Heute hat mein Gastvater Geburtstag und vielleicht gibt es heute Abend auch eine Geburtstagsfeier. Vor ca. einer Woche sah der Plan so aus, dass es heute Abend eine kleinere Feier nur im Familienkreis und morgen eine groessere Feier mit Freunden gibt. Ausserdem wollte meine Gastmama das Geburtstagskind bei der Arbeit mit einer „caja de sorpresa“ ueberraschen.

Vor ca. 3 Tagen hiess es dann, dass mein Gastvater zum einen heute gar nicht zur Arbeit gehen und es eine Feier mit allen am Freitag, also heute, geben wird und zum anderen, dass er am Samstag mit einem Freund eine kleine Reise machen wird.

Gestern Abend wurde dann vereinbart, dass mein Gastvater heute doch zur Arbeit geht, damit meine Gastmama noch Zeit hat, die Ueberraschungskiste zu basteln. Ersteres ist geschehen, aber die „caja de sorpresa“ ist bisher – es ist jetzt 16 Uhr – noch nicht fertig gestellt. Die Ueberraschung auf der Arbeit wird es also nicht geben. Unklar ist auch immer noch, ob es heute Abend eine Feier gibt oder nicht und die Reise morgen ist ebenfalls ungewiss.

Immerhin ist jedoch ein Teil des Inhaltes der Ueberraschungskiste fertig – die Muffins, die ich gestern Abend bei der Schwaegerin drei Haeuser nebenan gebacken habe.

Diese Backaktion war auch etwas spannend. Der Ofen meiner Familie soll nicht benutzt werden, da er schon sehr alt ist und unklar ist, ob er ueberhaupt funktioniert. Also habe ich Mittwoch Abend bei der Schwaegerin nachgefragt, ob ich Donnerstag Abend ca. 20Uhr bei ihr backen darf. Da die Ecuadorianer sehr hilfsbereit sind, stellte dies kein Problem dar. Donnerstag Abend um 20.20Uhr war jedoch niemand zu Hause. Dann fragte ich bei den Grosseltern nach, ob sie etwas wuessten. Es stellte sich heraus, dass die Schwaegerin noch bei ihrer Mutter zum Abendessen eingeladen ist. So unterhielt ich mich noch ca. 40 Minuten mit den Grosseltern, bevor ich mit dem Backen beginnen konnte. Die Muffins sind auf jeden Fall sehr lecker geworden, trotz Fehlen eines Ruehrgeraetes. Dieses laesst sich mit einer Gabel und etwas Ausdauer  gut ersetzen!

Heute um 19Uhr findet auch das Abschlusskonzert des ersten Unterrichtsprozesses in der Musikschule statt. Heute morgen haben wir schon fleissig den Konzertsaal gesaeubert. Mehr dazu kommt ganz bald!

Isla Santay

Ende August machten wir mit drei Freiwilligen und drei Ecuadorianern einen Ausflug auf die Isla Santay. Dies ist eine ganz kleine Insel mit einem extra angelegten Weg fuer Fussgaenger und Fahrraeder direkt in Guayaquil. Es gibt nur diesen einen Weg inmitten von vielen Pflanzen und Baeumen.

Von Guayaquil und der Nachbarstadt Durán aus, fuehrt jeweils eine Fussgaengerbruecke auf die Insel.

Auf der Insel gibt es ein kleines Dorf, das komplett auf Pfaehlern gebaut ist.

Hier gab es eine kleine Tanzauffuehrung, bei der viele verschiedene Trachten zu sehen waren. Leider hatten wir aber keine Zeit, um laenger zuzuschauen.

Ausserdem konnten wir hier in einem umzaeunten Bereich Krokodile und diesen Vogel bewundern.

Guayaquil

Liebe Leser,

am 29. August machten wir einen Ausflug ins Zentrum von Guayaquil. Vom Guasmo Sur aus muss man mit der Metro circa eine Stunde bis ins Zentrum einplanen. Die erste Station war „El parque de las iguanas“, also der Park der Leguane, der offiziell auch „Parque Seminario“ genannt wird. Die Tiere haben sich hier irgendwann einmal einquartiert und laufen dort frei herum. Ich war sehr begeistert von ihnen:

Von hier aus spazierten wir am „Malecón“ entlang, der Uferpromenade von Guayaquil, zu dem Stadtviertel „Las Peñas“.

In „Las Peñas“ gibt es noch sehr viele schoene alte Haeuser aus der Kolonialzeit und hebt sich sehr vom restlichen Stadtbild ab.

Hier fuehren circa 400 Stufen hinauf zu einer Aussichtsplattform mit der kleinen Kapelle Santa Ana und einem Leuchtturm. Von hier aus kann man einen weiten Blick ueber die Stadt geniessen.

 

 

El Guasmo Sur

„Guasmo Sur“ heisst der Stadtteil von Guayaquil, in dem sich die Musikschule befindet. Alle Freiwilligen wohnen maximal 10 Minuten Fussweg von der Musikschule entfernt. Ich wohne nur ca. 2 Minuten entfernt.

Das weisse Haus auf der rechten Seite ist die Musikschule. Ein paar Haeuser weiter wohnen die Eltern meines Gastvaters, bei denen wir mehrmals in der Woche zu Mittag oder Abend essen.

Dies ist eine Strasse auf dem Weg von der Musikschule zu dem Haus meiner Gastfamilie:

In dieser Strasse, bzw. diesem Haus wohne ich:

Familienfeier in Quinindé

Hallo,

direkt an meinem zweiten Wochenende in Ecuador durfte ich eine Familienfeier bei der Verwandtschaft im Norden Ecuadors miterleben. Anlass der Feier war der Studienabschluss des Cousins meines Gastvaters. Wir fuhren nachts ca. 00:30Uhr in Guayaquil mit dem Auto los und kamen am neachsten Morgen ca. 8Uhr in Quinindé bei einem Teil der Verwandtschaft an. Mit an Bord waren mein Gastvater, ein Freund von ihm (ihm gehoert das Auto und er ist die ganze Strecke gefahren), meine Gastoma, mein Gastbruder und die Schwaegerin meines Gastvaters mit Tochter.

Von hier fuhren wir gegen Mittag mit weiteren Verwandten zu dem Haus, in dem wir die naechsten drei Tage verbrachten: das Haus der Schwester meiner Gastoma.

Das Haus liegt mitten im Campo, also im Gruenen. Weit und breit ist kein anderes Haus sichtbar. Der Weg von den Verwandten in der Stadt Quinindé bis aufs Land war bereits ein kleines Abenteuer. Ich habe bisher noch nie so viele Schlagloecher, Steine usw. erlebt. Und diese „Ruckel-Fahrt“ dauerte ca. 2 Stunden. So in etwa sah die Strasse aus:

Am selben Tag fuhr ich nachmittags mit ein paar Leuten zur Plantage der Familie mit Bananenstauden, Kokospalmen und Kakaobaeumen.

Hier tranken wir Kokosmilch aus frisch geernteten Kokosnuessen und probierten das sehr weiche Fleisch.

Anlaesslich von grossen Familienfeiern gibt es hier auf dem Land dieTradition, ein Schwein zu schlachten. So wuerde ich am naechsten Morgen ca. 7Uhr von einem lauten Quieken geweckt. Fuenf Minuten spaeter war es dann schon still:

Den ganzen Vormittag ueber waren die Frauen dann damit beschaeftigt, das Schwein zu zerlegen:

Am Abend fand dann die Feier statt, zu der neben der ganzen Verwandtschaft noch viele Freunde aus der Umgebung kamen. Es waren bestimmt ca. 80-90 Leute da. Es wurde getanzt, vor allem Cumbia und gegen Mitternacht wurde das Essen serviert.