Viaje en enero

Im Januar bis Anfang Februar sind in der Musikschule Ferien, da die SchuelerInnen in dieser Zeit viele Pruefungen und Klausuren in der Schule haben. So haben wir Freiwilligen vor allem in dieser Zeit die Moeglichkeit zu reisen. Fuer zwei Wochen bereiste ich zusammen mit drei deutschen Freiwilligen Ecuador und Kolumbien.

Los ging es am Freitag, 06. Januar mit einer Nachtfahrt mit dem Bus von Guayaquil in die Hauptstadt Quito. Hier besuchten wir fuer 2 Tage einen ehemaligen ecuadorianischen Freiwilligen von Clave de Sur, dessen Eltern in Quito ein grosses Haus besitzen. Hier bekam ich einen Eindruck von der reichen Oberschicht Ecuadors, die, wie auch in diesem Fall, oft in extra eingegrenzten und bewachten Stadtvierteln wohnen.

Von Quito ging es am Montag weiter Richtung Kolumbien. Zunaechst fuhren wir am spaeten Vormittag ca. 5 Stunden  zur ecuadorianischen Grenzstadt Tulcán. Von dort kommt man nur mit dem Auto zur Grenzstation. Also fuhren wir mit dem Taxi ca. 10 Minuten zur Grenze. Hier benoetigt man zunaechst bei der ecuadorianischen Grenzstation einen Ausreisestempel, bevor man zu Fuss 2 Minuten ueber die Grenze zur kolumbianischen Grenzstation geht. Hier bekommt man dann einen Einreisestempel  fuer Kolumbien. Von dort geht es auch nur mit dem Taxi weiter zur kolumbianischen Grenzstadt Ipiales. Von Ipiales ging es dann neun Stunden mit dem Nachtbus weiter nach Cali, die Hauptstadt des Salsa. In Cali verbrachten wir drei sehr entspannte und schoene Tage. Wir liessen es uns in zahlreichen Cafés und Restaurants gut gehen. Einen  Abend besuchten wir die Salsadisko „La Topa Tolondra“, was mein persoenliches Highlight in Cali war.

Nach Cali trennten sich dann unsere Wege. Eine Freiwillige liessen wir in Cali zurueck, da sie dort fuer zwei Monate ein Praktikum macht und ein Freiwilliger fuhr weiter nach Bogota, um einen Freund besuchen. Diese zehnstuendige Fahrt war mir aber doch zu lang, sodass ich gemeinsam mit dem dritten Freiwilligen Bastian zu einem kleinen Abenteuer an der kolumbianischen Pazifikkueste aufbrach. Mit dem Bus fuhren wir ca. 2 1/2 Stunden zu der Hafenstadt Buenaventura. Von dort ist es nur moeglich, mit dem Boot weiter nach Juanchaco zu kommen. Die Bootsfahrt dauert ca. 45Minuten und es weht einem dabei ein heftiger Wind um die Ohren. Von Juanchaco aus fuhren wir ein paar Minuten mit einem Traktor plus Anhaenger nach Ladrilleros, unserem Zielort. Juanchaco, bzw. Ladrilleros liegen in einem Regenwaldgebiet direkt an der Kueste. Der Hoehepunkt unseres Aufenthaltes war hier ein Ausflug mit dem Kanu durch die Mangroovenwaelder zu dem entlegeneren Strand „La Barra“ und zu den Piscinas naturales. Das sind kleine Suesswasserbecken, die mitten im Wald liegen. Hier wird sowohl das Regenwasser als auch das Quellwasser durch einen kleinen Staudamm aufgestaut.

Unser naechstes Reiseziel war Popayán, das auch die „weisse Stadt“ genannt wird, da im Zentrum der Stadt fast nur weisse Gebaeude stehen. Bei der Ankunft am Abend wurden wir hier mit einer sehr heftigen Regenschauer begruesst. Im Dunkeln und im Regen suchten wir uns eine Unterkunft und waren sehr froh, als wir im Trockenen waren.

Vorletztes Reiseziel war die kleine Stadt Otavalo in den noerdlichen Anden Ecuadors. Otavalo ist bekannt fuer seinen grossen Markt und die vielen Geschaefte mit Kunsthandwerk. Vor allem gibt es hier Ponchos, Decken, Schmuck, Taschen aller Art, Haengematten usw. zu kaufen. Viele Produkte , wie Schals, Pullis und Decken enthalten Alpaca-Wolle und waermen daher sehr gut. Den Pulli, den ich mir hier zugelegt habe, konnte ich auch sofort gut gebrauchen, da es am Abend richtig frisch werden konnte.

Von Otavalo sind es mit dem Bus ca. 15 Minuten zu dem Ort Cotacachi. Und von dort mit dem Taxi ca. 10 Minuten weiter, erreicht man die wunderschoene Lagune Cuicocha, der Kratermund des noch aktiven Vulkans Cuicocha. In ca. 4 1/2 Stunden umrundeten wir diese Lagune und genossen die Ruhe. Neben wenigen Wanderern begegneten uns nur ein paar Kuehe, die u.a. mitten auf dem Wanderweg standen. Zum Glueck machten sie jedoch von sich aus den Weg fuer uns frei.

Zuletzt fuhren wir wieder nach Quito, um noch das Äquatordenkmal „Quitsa To“ (= Mitte der Welt) zu besuchen. An diesem Punkt wurde die millimetergenaue Bestimmung der Äquatorlinie  mit modernsten GPS-Geraeten erschlossen. Quitsa To gilt auch als Zeugnis der Sonnenhochkultur „Tsáchila“, des einzigen Volkes der ecuadorianischen Äquatorregion, das weder von den Inka noch von den Spaniern unterworfen wurde.

 

Fin de año

Ja, was ist noch alles in den letzten Wochen des Jahres 2016 passiert?

Am 10. Dezember fand mein zweiter Workshop, dieses Mal zu dem Thema  Instrumentalpaedagogik, statt. Zunaechst erstellten wir mit der Gruppe „Unser Bild von einem erfolgreichen Instrumentalunterricht“. Dazu sollten die Teilnehmer erst  jeder fuer sich, danach in Zweiergruppen Antworten auf Fragen finden, wie zum Beispiel  „Was ist ein guter Lehrer?“ oder  „Wie fuehlen wir uns als Schueler in einem guten Unterricht?“. Unter anderem wurden folgende Aspekte zusammengetragen: Der Lehrer sollte die Motivation und das Verstaendnis von Musik des Schuelers steigern. Ausserdem wurde genannt, dass sich ein ausgewogenes Verhaeltnis zwischen Ernst und Spass, ein Vertrauen zwischen Schueler und Lehrer sowie gemeinsam formulierte Ziele positiv auf die musikalische Entwicklung des Schuelers aus. Der zweite Teil des Workshops bestand aus praktischen Uebungen. Zunaechst unterrichteten sich jeweils zwei Teilnehmer fuer ca. 10 Minuten gegenseitig. Das Besondere hierbei war, dass in dieser Uebung nicht gesprochen werden durfte. Die Teilnehmer diskutierten anschliessend ueber ihre Erfahrungen. Einigen fiel es leicht ohne Worte zu unterrichten, anderen fehlte die Sprache, um komplizierte Sachverhalte, wie z.B. der Ansatz an der Trompete, genau zu erklaeren. Zum Schluss des Workshops erklaerten sich zwei Teilnehmer bereit, eine exemplarische Unterrichtsstunde vor der Gruppe durchzufuehren. Anschliessend gab es dazu eine Feedback-Runde.

Taller: ¿Cómo dar clases instrumentales?

Am 23. Dezember fand das Weihnachtskonzert der Musikschule im Teatro Sanchez Aguilar im Norden von Guayaquil statt. Es wurde extra ein Bus organisiert, der die Schueler und ihre Familien vom Guasmo ins Theater und wieder zurueck transportierte. Das Theater stellte uns eine Ton- und Lichtanlage zur Verfuegung und entsprechendes Personal, was uns die Buehne aufbaute und auch waehrend dem Konzert den Klang und das Licht steuerte.

Ein bisschen Weihnachtsgefuehl kam  beim Plaetzchen backen mit meinem 7-jaehrigen Gastbruder auf. Ich habe im Einkaufszentrum in der Naehe Ausstech-Formen finden koennen und alle Zutaten gibt es hier im Guasmo in den kleinen Tiendas zu kaufen. Zum ersten Mal probierten wir den Ofen meiner Familie aus. Meine Familie, sowie fast alle Ecuadorianer hier im Guasmo, verwenden den Ofen fast nur an Weihnachten. Kuchen werden selten selbst gebacken, sondern immer gekauft. Den Ofen meiner Familie sollte ich bisher nicht benutzen, da er schon so alt ist und meine Gastmutter Sorge hatte, dass er nicht richtig funktioniert und womoeglich der ganze Herd danach hinueber ist. Letztendlich funktionierte das Plaetzchen backen. Dennoch musste ich aufpassen, dass das Backpapier nicht anbrennt, da der Boden des Ofens rostig ist und Loecher hat. So gab es von unten kleine Flammen, die leicht das Papier haetten anbrennen koennen.  Ein Backblech gibt es hier naemlich nicht, nur ein Rost.

An Heiligabend besuchten wir zuerst Verwandte meiner Gastmutter im Zentrum der Stadt. Hier gab es das erste Weihnachtsessen mit Truthahn, Kartoffelsalat und natuerlich Reis. Reis gibt es quasi zu jedem Essen und jeden Tag. Ohne Reis zaehlt hier ein Essen nicht richtig. Anschliessend fuhren wir in den Guasmo zurueck zu den Eltern meines Gastvaters. Hier gab es dann das zweite Weihnachtsessen am Abend, wieder Truthahn mit Kartoffelsalat und Reis. 🙂

Und das war der 31. Dezember. Der Geburtstag von meiner kleiner Gastschwester. Sie ist ein Jahr alt geworden.

Diese Figuren werden jedes Jahr aus Pappe gebastelt und an Silvester verbrannt. Es gibt sie in allen Groessen, Formen und Farben. Ich habe den Silvesterabend dann am Strand in Salinas verbracht.  Dort wurden die Figuren gestapelt und in mehreren Haufen am Strand entlang verbrannt.

Das waren meine Erlebnisse Ende des Jahres 2016. Heute Abend geht es auf Reisen fuer 2-3 Wochen gemeinsam mit drei anderen deutschen Freiwilligen. Zuerst gehts in die Hauptstadt Quito und danach nach Cali, vll noch Bogota in Kolumbien. Ich freue mich schon!

Euch allen ein frohes neues Jahr und alles Gute!