Quito – Otavalo – Ambato – Baños … und kein Cuyabeno – Reservat…

Zusammen mit vier deutschen und einem ecuadorianischen Freiwilligen aus Guayaquil, brachen Insa, Jana, Celine und ich im Nachtbus gen Anden auf, um uns das Hochland mal ein bisschen genauer anzuschauen. Die ersten Tage verbrachten wir in der Hauptstadt Ecuadors, in Quito. Die Gastfreundschaft der ecuadorianischen Bevölkerung war auch auf dieser Reise kaum zu übersehen, denn zu neunt wohnten wir in dem Haus des ecuadorianischen Freiwilligen.
Am ersten Tag durften wir natürlich schon das dem sehr europäisch ähnelnden Wetter zu spüren bekommen. Durchnässt und durchgefroren erkundeten wir erstmal die Altstadt. Die ist mit all ihren Kirchen, dem Präsidentschaftspalast und den wunderschönen Altbauten natürlich wirklich sehenswert.
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Am nächsten Tag machten wir uns mit der Seilbahn auf den Rucu Pichincha auf, an dessen Fuße sich Quito befindet. Da man zu neunt morgens sehr schlecht aus dem Haus kommt, das Wetter mittags aber von Sonnenschein und Hitze zu sehr viel Regen und Kälte umschlägt, ereignete sich vor uns auf 4100 m ein tolles Naturschauspiel, welches übrigens gefolgt von starkem Hagel dann doch ziemlich schmerzhaft war…
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Danach fuhren wir auf den Panecillo, den sogenannten Brötchenhügel, auf dem sich die große Statur einer angeketteten Jungfrau befindet. Von dort aus hatten wir einen tollen Blick auf Quito und den Vulkan Cotopaxi im Sonnenuntergang und bei Nacht.
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An unserem letzten Tag in Quito fuhren wir dann aus Quito raus (Sowas dauert dann schon mal 2 Stunden) zur „Mitad del Mundo“ (Die Mitte der Erde). Dieses touristische Örtchen bezeichnet einen Punkt auf dem Äquator und selbst dabei haben sie sich vor ein paar hundert Jahren um 200 Meter verrechnet. Trotz allem: Das Monument stand schließlich, deshalb wurde dann auch alles so belassen und die Touristen sind bis heute zufrieden.
Schön Fotos machen, noch ein Sandwich essen und ein letztes Mal versuchen bei Tag in die Basilika Quitos zu gelangen.
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Da wir aber viel zu spät und nach unfassbaren Regenschauern in der Stadt ankamen, machten wir noch eine Führung im „Palacio Legislativo“ und ich kam sogar zu meinem Käffchen und einer Schokotorte.
Celine, Jana und ich brachen dann am Abend mit dem Bus nach Otavalo auf. Die ebenfalls von sehr vielen Touristen besuchte Stadt birgt einen riesigen ecuadorianischen Markt. Wir fuhren jedoch schon Freitagabend los, um früh am morgen den Tiermarkt dort besuchen zu können. Meine einstige Vorstellung von Hühnern in der Küche wird jetzt von traditioneller Massentierhaltung überdeckt. Die Schweine werden an der Leine in Transporter geworfen (und wie ein Schwein schreien kann, wenn es weiß, dass es sterben wird), die Küken werden in den Kisten erdrückt, Hühner werden in Holzgittern übereinander gestapelt und Meerschweinchen, die in den Anden traditionell gegessen werden, befinden sich haufenweise in Plastiksäcken. Der Kapitalismus findet halt auch hier seine Anwendung, nur dass es keine Gesetze für Tierhaltung gibt…
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Freudig wurden wir aber von Hanna, einer Freundin aus Deutschland, empfangen, die in dieser Gegend ein freiwilliges soziales Jahr absolviert. So eine 11er-WG hat dann natürlich schon ihren Reiz und treibt auch die Vorfreude aufs Studium voran…
Eine letzte Nacht verbrachten wir dann nochmal alle zusammen in Quito (inzwischen ausgestattet mit neuem Alpakapulli, einem Alpakaschal und neuer Hose und Taschen…) bevor es uns Playas-Freiwillige dann nach Ambato trieb.
Die Stadt kann man mal besuchen, muss man aber nicht. Es ist viel los und alles ein bisschen stressig, auch sonderlich schön ist sie nicht. Außerdem hat mich zum ersten Mal eine Taschendiebin überrascht. Alles was sie klauen konnte war zwar nur meine Sonnenbrillen-Krawattentasche, trotzdem eine komische Situation.
Die Markthallen in Ambato sind erstaunlich. Wir haben uns gefragt, wer denn wohl all diese Früchte kaufen wird.
Außerdem besuchten wir die moderne Kathedrale Ambatos, die mich wirklich beeindruckt hat. Der Künstler gestaltete sie nur mit Bildern aus der Natur (vorzugsweise der Himmel) aus. Sie ist ganz simple ausgestattet und das macht sie auch im Gegensatz zu Quitos plattgoldüberladenen Kathedralen zu etwas ganz besonderem.
Dem kurzen Aufenthalt in Ambato folgte dann unser Abenteuerurlaub in Baños. Die Stadt wird als ein weggeworfenes Bonbonpapier beschrieben und das trifft es auch ganz gut. Mitten in den Anden unterhalb des zurzeit aktiven Vulkans Tungurahua liegt die kleine, nicht sonderlich schöne Stadt.
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Und Abenteuer wird hier einiges geboten. Neben dem Aufstieg zum Aussichtspunkt auf den Vulkan und einer Wasserfall-Fahrradtour hatten wir auch noch die Möglichkeit für einen Spottpreis von einer Brücke in eine Schlucht zu springen und wer sagt da schon nein…
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Wir genossen es, mal wieder für uns und das ganz vegetarisch im Hostal kochen zu können. Ein Nachteil, den eine ecuadorianische Gastfamilie nun mal birgt, ist, dass es jeden Tag Fleisch und Essen in unendlichen Massen gibt.
Am nächsten Tag sollte es dann per Nachtbus in das an der kolumbianischen Grenze gelegene Cuyabeno-Reservat gehen. Die Malaria vorbeugende Malerone vertrug ich jedoch zu meinem sowieso schon länger anhaltenden Magendarm-Problem alles andere als gut und somit mussten wir einen Tag später ohne Jungle-Tour unsere Reise vorzeitig beenden. Die wird natürlich auch mal noch nachgeholt.

Jetzt beginnt für mich in Playas wieder der schöne Alltag. Bis zum Weihnachtskonzert am 15 Dez bleibt alles unverändert. Meine Schüler werden sich freuen, dass ich schon eine Woche früher wieder da bin.

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