Die „Foundation Pueblo Cholo de Ecuador“ lud zum großen Treffen von 5 Provinzen nach Manta ein. Das Kultusministerium bezahlte Busfahrt, Hotel und Verpflegung. Kein Wunder, dass die Provinz Guayas gleich mit zwei Reisebussen anrückte. So auch die Gastfamilie von Insa und natürlich meine, da Papa Chacha Präsident des Pueblo Cholo Guayas ist. Meines Wissens sollen die Traditionen des indigenen Volkes Cholo durch den Verein erhalten werden. Chacha erzählte mir im Vorhinein, dass das ganze Wochenende aus Sportfestspielen bestehen sollte, aber nicht alle mitmachen, wir daher nur zuschauen. Neben „Reise nach Jerusalem“, Wettessen, Bier-Wetttrinken, Eierlaufen und Sackhüpfen wurde dann tatsächlich auch wettgerudert, Fußball und Volleyball gespielt und ein Wettbewerb, wobei man ein öliges Zuckerrohr hinaufklettern muss, ausgetragen. Das war an sich ja alles ganz schön anzuschauen, nur muss man in Ecuador ja bekanntlich auf alles und jeden warten (ja, sogar ich! ). Der Bus fährt eine Stunde später los und das Spiel beginnt zwei Stunden später. Langeweile war da leider vorprogrammiert.
Lauffaul definiere ich inzwischen wirklich ganz neu. Da wir ja das ganze Wochenende den Reisebus zur Verfügung hatten und Manta ja (wenn es nach den Ecuadorianern geht wie alles in Ecuador) unglaublich gefährlich ist, sollte man noch nicht mal von unserem Restaurant über eine Brücke die Hauptverkehrsstraße überwinden und zu unserem Hotel laufen. Ich glaube diese angebliche „Gefahr“ ist für die Eccis mal wieder ein guter Grund, sich nicht bewegen zu müssen. Da setzt man sich nach dem Essen lieber eine halbe Stunde in den Bus und wartet bis alle 90 Leute fertig sind, anstatt 5 Minuten zum Hotel zu laufen, dass man ja eigentlich schon sehen kann, so nah ist es. Ich habe natürlich protestiert und meine Gastschwester mitgeschleppt, die sich natürlich lauthals beschwerte, sie könne doch jetzt nicht den ganzen Weg laufen. Dann aber Sportfestspiele ausrichten…
Und klar wurde dann auch am letzten Abend eine Königin aller Provinzen gewählt. Auf der super lauten Veranstaltung mussten wir zwar zwei Stunden warten bis es los ging (Ohrstöpsel sei Dank erträglich) dann wurden aber die Reinas in prächtigen Kostümen vorgestellt. Meine Schwester hat als Reina der Provinz Playas teilgenommen, leider aber nicht gewonnen.
Sonntag Nachmittag hatten Insa und ich dann auch Freizeit und während sich die Eccis im Hotelpool tummelten, begaben wir uns im Zentrum Mantas auf die Suche nach ein bisschen Europa…

Die ganze Veranstaltung war also ein mal wieder eine interessante Ecci-Erfahrung, muss aber eigentlich so gar nicht mehr wiederholt werden 😉


