Archiv für den Monat: September 2013

Manta

Die „Foundation Pueblo Cholo de Ecuador“ lud zum großen Treffen von 5 Provinzen nach Manta ein. Das Kultusministerium bezahlte Busfahrt, Hotel und Verpflegung. Kein Wunder, dass die Provinz Guayas gleich mit zwei Reisebussen anrückte. So auch die Gastfamilie von Insa und natürlich meine, da Papa Chacha Präsident des Pueblo Cholo Guayas ist. Meines Wissens sollen die Traditionen des indigenen Volkes Cholo durch den Verein erhalten werden. Chacha erzählte mir im Vorhinein, dass das ganze Wochenende aus Sportfestspielen bestehen sollte, aber nicht alle mitmachen, wir daher nur zuschauen. Neben „Reise nach Jerusalem“, Wettessen, Bier-Wetttrinken, Eierlaufen und Sackhüpfen wurde dann tatsächlich auch wettgerudert, Fußball und Volleyball gespielt und ein Wettbewerb, wobei man ein öliges Zuckerrohr hinaufklettern muss, ausgetragen. Das war an sich ja alles ganz schön anzuschauen, nur muss man in Ecuador ja bekanntlich auf alles und jeden warten (ja, sogar ich! ). Der Bus fährt eine Stunde später los und das Spiel beginnt zwei Stunden später. Langeweile war da leider vorprogrammiert.
Lauffaul definiere ich inzwischen wirklich ganz neu. Da wir ja das ganze Wochenende den Reisebus zur Verfügung hatten und Manta ja (wenn es nach den Ecuadorianern geht wie alles in Ecuador) unglaublich gefährlich ist, sollte man noch nicht mal von unserem Restaurant über eine Brücke die Hauptverkehrsstraße überwinden und zu unserem Hotel laufen. Ich glaube diese angebliche „Gefahr“ ist für die Eccis mal wieder ein guter Grund, sich nicht bewegen zu müssen. Da setzt man sich nach dem Essen lieber eine halbe Stunde in den Bus und wartet bis alle 90 Leute fertig sind, anstatt 5 Minuten zum Hotel zu laufen, dass man ja eigentlich schon sehen kann, so nah ist es. Ich habe natürlich protestiert und meine Gastschwester mitgeschleppt, die sich natürlich lauthals beschwerte, sie könne doch jetzt nicht den ganzen Weg laufen. Dann aber Sportfestspiele ausrichten…
Und klar wurde dann auch am letzten Abend eine Königin aller Provinzen gewählt. Auf der super lauten Veranstaltung mussten wir zwar zwei Stunden warten bis es los ging (Ohrstöpsel sei Dank erträglich) dann wurden aber die Reinas in prächtigen Kostümen vorgestellt. Meine Schwester hat als Reina der Provinz Playas teilgenommen, leider aber nicht gewonnen.

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Sonntag Nachmittag hatten Insa und ich dann auch Freizeit und während sich die Eccis im Hotelpool tummelten, begaben wir uns im Zentrum Mantas auf die Suche nach ein bisschen Europa…
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Die ganze Veranstaltung war also ein mal wieder eine interessante Ecci-Erfahrung, muss aber eigentlich so gar nicht mehr wiederholt werden 😉

Abschlusskonzert und Cuenca

Nach vier Wochen Unterricht fand vor mehr als einer Woche fand das Abschlusskonzert der Projektphase in Playas statt! Viele Familien waren da und das Konzert verlief nahezu reibungslos. Auf meine Schüler war ich natürlich richtig stolz. Ein paar Fotos hiervon kommen noch nach. Besonders stolz sind wir auf unsere Band, die sich aus einigen Schülern formiert hat und schon wirklich gut ist. Das Bandprojekt soll weitergehen und sowieso haben wir ganz viel neues vor mit unserer kleinen Musikschule…
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Weiter ging es für Jana, Insa und mich dann auf unsere erste große Reise. Und zwar zog es uns nach Cuenca, eine wunderschöne Stadt aus der Kolonialzeit. Und genau so sieht sie auch aus. Die Stadt und ihre Bürger sind sehr wohlhabend. So etwas wie geschlossene Häuser und Fenster sind dort aber auch dringend nötig. Cuenca liegt mit einer Höhe von ca. 1000m im Gebirge Ecuadors. Die nächte waren äußerst kalt, mit einem Alpaka-Pulli aber durchaus erträglich.
Wir besichtigten Cuenca, ihre Kirchen und ein Museum über die Völker Ecuadors.
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Einen Gang durch die Markthalle Cuencas lohnt sich in jedem Fall. Inmitten von Pferdehufen und traditionellen Heilerinnen aus der Sierra, die ihre Kunden mit Kräutern schlagen fühlt man sich in der Zeit ein bisschen zurückversetzt…
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Einen Tag verbrachten wir auch in Ingapirka, einer ehemaligen Inka-Stätte. Einen Tag wollten wir einen Tagesausflug nach Guamote machen. Die von mir auf 2 Std geschätzte Strecke erwies sich aber als sehr steil und kurvig, was leider zur Folge hatte, dass wir dann doch 6 Std nach Guamote fuhren. Nachmittags um 5 wird nur leider schon der Markt abgebaut und da wir nochmal die gleiche Strecke zurücklegen mussten war unser Tag eine einzige Busreise. Einen Wasted Day braucht wohl jede Reise. Ihr hättet dafür mal den Stand sehen sollen, an dem wir frittierte Kochbanane, Käse und Bratkartoffeln gegessen haben. Das Wort „Hygiene“ ist in diesem Land eher ganz klein geschrieben…
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Auf unserer Reise lernten wir einen Ecci aus Galapagos kennen, er begleitete uns fast die ganze Woche. So auch in den Cajas National Park nahe Cuenca. Man hätte sich ja mal ein bisschen vorbereiten können oder zumindest ahnen können, dass der Park sogar noch höher liegt und es da auch tagsüber gar nicht mal soooo warm ist… Fernando lud uns übrigens zu sich auf seine Insel ein. Ein verlockendes Angebot, das wir wahrscheinlich im Februar annehmen werden 🙂
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