Back to life

Moin ihr Lieben,

ich habe lange nichts mehr von mir hören lassen. Jedenfalls nicht hier auf meinem Blog. Ich wurde inzwischen häufig darauf angesprochen, dass ich doch den Blog abrunden sollte. Ehrlich gesagt hatte ich das schon lange vor, aber ich hatte so viel anderes zu tun, dass ich bis jetzt nicht dazu gekommen bin. Ich habe inzwischen beschlossen, dass ich den Blog weiterführe, nur eben nicht von Galapagos aus, sondern hier aus Hamburg. Es hat mir so großen Spaß gemacht hier zu schreiben oder Videos zu machen, dass es schade wäre das einfach so fallen zu lassen.

Aber erstmal fasse ich für alle, die noch nicht auf dem neusten Stand sind zusammen, was sich so getan hat in meinem Leben:
Also, vor ungefähr vier Monaten habe ich das höllische Paradies auf den Galapagos Inseln verlassen. Rückblickend sehe ich es als eine der besten, wenn nicht sogar die beste Zeit und Erfahrung in meinem Leben. Doch ich weiß, dass ich dort nicht immer so gedacht habe. Wenn man krank im Bett liegt, dann kann die schönste Insel ganz schnell zur Hölle werden.

Zurück in Deutschland habe ich zunächst einige Zeit das Bett gehütet, was aber relativ schnell langweilig wurde. Natürlich hatte ich nicht damit gerechnet, dass so etwas passiert und dementsprechend auch keinen Plan, was ich nun bis zu meinem Studium tun sollte. Schnell wurde mir aber auch klar, dass ich mit dem was ich auf den Inseln erreicht hatte noch nicht zufrieden war. Ich hatte mir so viele Gedanken im Vorfeld gemacht und auch dort kamen so viele Ideen und Pläne, doch kam ich nicht dazu sie in die Tat umzusetzen. Was liegt da also näher, als von Deutschland aus für Musiker ohne Grenzen weiter zu arbeiten?

Aus dieser spontanen Idee, wurde dann Praxis und innerhalb von einer Woche beschloss ich nach Hamburg zu ziehen. Hier mache ich nun zusammen mit Joza (ausgesprochen Josha), einer Freiwilligen, die auf Jamaika war, ein Praktikum, auch wenn Christoph darauf besteht, dass wir keine Praktikanten, sondern vollwertige Mitarbeiter sind. Natürlich kommt jetzt die Frage: Und was machst du dann jetzt da in Hamburg?

Naja, Büroarbeit eben. Klingt öde, ich weiß. Ist es aber nicht. Ich hab schließlich das beste Team, was man sich nur vorstellen kann, bestehend aus Schtoffi (Christoph), Joza und mir.
Ok, das hat die Frage was ich hier tue nur begrenzt beantwortet. Eigentlich bin ich jetzt zusammen mit Lena Projektleitung für Galapagos und kümmer mich um das Projekt von Betreuung der Freiwilligen über Infotreffen mit Interessenten bis hin zu Organisation von Papieren und Material. Und mit Lena habe ich glaube ich so die beste Kollegin für die Projektleitung, die man sich wünschen kann!

Momentan gibt es aber auch viel darüber hinaus zu tun und da das Projekt momentan ganz gut läuft (klar, noch lange nicht super aber immerhin auch nicht katastrophal), kann ich mich auch anderen Sachen widmen. Dazu gehören die Gestaltung und Pflege der Website und des Netzwerks, Aufbau eines Fundraising-Netzes, jede Menge Telefonate und anderer tagespolitischer Kram, der erledigt werden muss. Außerdem haben wir jede Menge Ideen und coole Projekte, die wir uns in die Köpfe gesetzt haben und in die wir jeweils mehr oder weniger Zeit investieren.

Mein Leben hier in Hamburg besteht zu einem großen Teil aus arbeiten. Da wir uns an keine festen Zeiten halten müssen, starten wir im Büro meist gemütlich irgendwann im Laufe des Vormittags. Erfahrungsgemäß gibt es dann immer so viel zu tun, dass sich die Arbeitstage bis in den späten Abend, teilweise sogar bis in die tiefe Nacht hinziehen. Am Anfang war ich dann tatsächlich noch fast jeden Abend mit irgendwelchen Leuten (zum Beispiel zum After-Work-Talk mit Joza) in Bars oder in der WG-Küche und hab geschnackt. Inzwischen komme ich nicht mehr so häufig dazu, da meine neue WG ein bisschen außerhalb ist und man nicht mal eben nach St. Pauli oder in die Schanze kommt. Sowas beschränkt sich also jetzt eher auf die Wochenenden.

Hamburg habe ich echt in mein Herz geschlossen, es ist eine richtig sexy Stadt, so groß, so offen und so cool (und das meine ich so, die Szene-Viertel hier haben echt was drauf, das kann man nicht anders beschreiben). Das MoG-Büro ist direkt oberhalb der Landungsbrücken, 5 Minuten von der Reeperbahn entfernt und ich kann jeden Abend auf dem Weg zur S-Bahn den Weg den Blick über den ganzen Hafen genießen. Ich könnte mir wirklich vorstellen hier noch länger zu bleiben!

Aber wie es wirklich weiter geht, das kann ich noch nicht sagen… Plan ist ja, dass ich im Sommer endlich anfange zu studieren, aber wo und vor allem was, das steht noch in den Sternen. Demnächst kommt hier jede Menge Blödsinn aus meinem Alltag, ich weiß, Hamburg ist nicht so exotisch wie Galapagos, aber trotzdem gibt es jede Menge Geschichten zu erzählen.

Also, ganz liebe Grüße aus dem Musiker ohne Grenzen Headquarter!

Joshua