Endlich in Jamaika

Hallo ihr Lieben,

unglaublich aber wahr, ich bin endlich in Jamaika!!!                                                                              So richtig glauben kann ich es selbst noch nicht, obwohl ich jetzt schon fast zwei Wochen hier bin.

Bevor ich jedoch irgendetwas erzähle, möchte ich mich von ganzem Herzen bei allen Menschen bedanken, die mich auf dem Weg hierher unterstützt haben (und dies immer noch tun!)                     Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen Spendern, bei allen Musikern die mein Benefizkonzert unvergesslich gemacht haben, bei allen, die mich bei meinem Basar unterstützt haben und einfach bei jedem der mir geholfen hat. Ich bin euch so unglaublich dankbar, denn nur durch eure Unterstützung habe ich jetzt die Möglichkeit hier zu sein. Und ich sag´s euch: Es ist wirklich der Hammer hier!

 

Aber jetzt von Anfang an und für alle die es nicht mitbekommen haben: Es gab Probleme mit meinen Visumunterlagen, deshalb konnte ich nicht wie geplant schon Ende Februar los fliegen. Als ich Mitte April endlich alle nötigen Papiere beisammen hatte, konnte es losgehen.                                           Der 20. April war mein großer Tag. Um 11:40 Uhr ging mein Flug von Frankfurt nach Montego Bay. Und wie mich viele von euch kennen, sind mir am 19. April noch ganz viele Sachen eingefallen, die ich noch besorgen und organisieren muss. Das Schlimmste war, dass ich meine Arbeitserlaubnis nicht mehr finden konnte. Bis sie Mama dann im Altpapier entdeckt hat… (Oh je ich höre euch schon sagen „Das ist wieder typisch Antonia“ :D)  Erstaunlicherweise konnte ich wirklich gut schlafen in dieser Nacht und war gar nicht aufgeregt. Die Aufregung kam dann erst als ich durch die Passkontrolle gegangen bin und nun endgültig alleine war. Im Flugzeug konnte ich auch gar nicht wirklich schlafen, weil ich so nervös war. So viele Gedanken sind mir im Kopf herumgeschwirrt.

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Am Flughafen in Frankfurt

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Yammiii

Wer wird mich wohl abholen, wie sieht es in meinem neuen Zuhause aus, werden mich die Leute dort mögen und und und… Aber das ganze Gedankengewirr hatte auch den Vorteil, dass die 10 Stunden Flug ziemlich schnell vergangen sind und ich auch das Premium Unterhaltungsprogramm für extra 8 Euro nicht gebraucht habe.

 

 

 

 

Am Flughafen in Montego Bay angekommen kam die erste Herausforderung auf mich zu. Bei der Immigration, wollte mich die Dame am Schalter einfach nicht durchlassen. Es schien als würden all die Dokumente, die ich ihr gezeigt habe nicht ausreichen. Nach einer gefühlten Ewigkeit und tausend Fragen durfte ich dann endlich durchgehen. Draußen vor dem Flughafen kamen sofort einige Taxifahrer auf mich zu und wollten mich alle für sich und ihr Taxi gewinnen. Zum Glück habe ich Kevin, meinen Gastbruder ziemlich schnell gefunden. Mit dem Coaster Bus, eine Art Minibus, ging es los Richtung Kingston. Die Fahrt war wirklich abenteuerlich. Zu fünft sitzen die Leute hier auf Sitzen die eigentlich für drei Leute ausgelegt sind, was die Reise gleich etwas unkomfortabler macht. Eingezwängt zwischen Menschen und Gepäck fuhren wir in einem rasenden Tempo und mit viel Gehupe an der Küste entlang. Da es noch ziemlich hell war wollte ich mir eigentlich die Landschaft draußen anschauen wurde aber immer wieder von dem extrem brutalen Film abgelenkt der in ohrenbetäubender Lautstärke im Bus lief. Trotzdem fand ich die Insel schon auf den ersten Blick wunderschön. Ich war jedoch froh nach mehr wie 15 Stunden Reise, endlich im Haus in Trenchtown anzukommen. Weil ich so müde war konnte ich die ganzen Eindrücke die in den ersten Stunden im Haus auf mich einprasselten gar nicht wirklich verarbeiten sondern war einfach nur froh so schnell wie möglich ins Bett zu kommen.

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Mango zum Frühstück

Wenn man nachts an einem Ort ankommt ist es umso spannender am nächsten Morgen alles in Hell und Farbe zusehen. Das Haus in dem wir wohnen gehört der Familie Brown. Hier leben eine Menge Menschen und ganz verstanden wie wer mit wem verwandt ist habe ich noch nicht, aber ich kann sagen, dass alle hier sehr sehr nett sind und mich total freundlich empfangen haben! Ich wohne zusammen mit Vera, die am gleichen Tag angekommen ist wie ich, in einem Zimmer. Im Wohnzimmer schlafen die anderen zwei Freiwilligen und Suarez mein Gastbruder. Im Vergleich zu den anderen Häusern hier ist unser Haus mit Abstand das größte und ziemlich luxuriös. Man sieht schon, dass die Gegend sehr arm ist und die Menschen in sehr armen Verhältnissen leben. Trotzdem wirkt es hier sehr idyllisch weil die meisten Wellblechdächer bunt angestrichen sind und überall Mango- und andere schöne Bäume wachsen. Man kann sich eigentlich gar nicht vorstellen, dass Gewalt und Kriminalität hier ein Problem sind.

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Ausblick vom Dach

 

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Eine Straße in Trenchtown

Die ersten Tage waren sehr aufregend. So viel neue Eindrücke, so viele neue Menschen. Zuerst war ich ein bisschen überfordert und dachte, dass ich wohl nie alle Namen der Kinder und der Familienmitglieder kennen und mich nie in den verwinkelten Gassen des Ghettos auskennen werde, aber das kommt mit der Zeit wie ich gemerkt habe.                                                                                                                 Wir sind im Moment vier Freiwillige hier in Trenchtown. Sarah, Andrin, Vera und ich. Sarah ist schon seit sechs Monaten hier und fliegt am Samstag wieder zurück nach Deutschland. Von ihren Erfahrungen und Kenntnissen, können wir sehr profitieren, denn sie hat uns alle Leute vorgestellt und und alles Wichtige gezeigt, das wir brauchen um die Projektarbeit hier gut weiterzuführen.

Es gibt einige feste Termine in der Woche, an denen wir an verschiedenen Schulen Musikunterricht geben. So haben wir etwa in der Jones Town Primary School einen Chor und eine Recorder Class (Blockflötengruppe). Die Schule ist etwa fünf Laufminuten vom Haus entfernt und liegt wie der Name schon sagt in Jones Town, einem Teil von Trenchtown. Außerdem geben wir Unterricht in der Modern Private School für Kinder mit Lernschwäche und in der Basic School für die ganz kleinen Kindergartenkinder. Außerhalb dieser festen Termine geben wir Einzelunterricht im Haus oder im Culture Yard. Dies ist ein wunderschöner Ort der etwa 15 Laufminuten vom Haus entfernt ist. Hier hat Bob Marley gelebt und das Gitarre spielen gelernt. Einer seiner berühmtesten Songs „No Woman No Cry“ ist hier entstanden. Der Culture Yard hat eine ganz besondere Atmosphäre. Einige Rastas leben hier und verwalten einen kleinen Souvenir Shop und ein Museum. Es macht echt Spaß dort zu unterrichten. Im Haus wird hauptsächlich Klavier unterrichtet, da es im Culuture Yard kein Keyboard gibt. Jeden Freitag findet im Culture Yard ein Meeting mit allen Schülern des Projekts statt

Am Anfang hatte ich ein bisschen Bedenken, dass ich keine Schüler bekomme aber mittlerweile mache ich mir da keine Sorgen mehr. Über das Unterrichten kann ich noch nicht so viel erzählen, weil ich es noch nicht oft gemacht habe, aber es macht total viel Spaß weil die meisten Schüler wirklich total süß und motiviert sind. Bis jetzt habe ich drei Klarinetten-, fünf Saxophon- und zwei Klavierschüler.

Hier ein paar Eindrücke vom Unterrichtsalltag:

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Mein erster Saxophonschüler

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Suarez und ich spielen „Stand By Me“ im Culture Yard

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Vera ist mein Versuchsobjekt

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Der Tourbus von Bob Marley

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Süße Kinder in der Jones Town Primary School

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Am Ansatz müssen wir noch ein bisschen dran feilen 😀

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Klarinettenunterricht mit Special und Bubble Head

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Devotion (Versammlung der ganze Schule die jeden Montag stattfindet)

Die Wochenenden sind immer frei, also haben wir die Zeit ausgenutzt um ein bisschen was von der Insel zu sehen. Am ersten Samstag sind wir zum Hellshire Beach gefahren. Das ist ein Strand in der Nähe von Kingston, wo hauptsächlich Jamaikaner hingehen und es nicht so von Touristen überlaufen ist. Am Sonntag sind wir zu den Reggae Falls gegangen,. Hier hat sich herausgestellt, dass ein Ausflug in Jamaika wirklich immer eine halbe Weltreise ist. Erst mit dem Taxi nach Downtown, dann mit dem Coaster Bus weiter und wieder mit dem Taxi zu den Reggae Falls. Die Taxifahrten erinnern mich ziemlich an unsere Indienreise, denn auch hier sitzt man zu acht oder neunt im Auto. Übereinander gestapelt oder auch mal im Kofferraum 😀 Es war ein cooler Ausflug mit super Leuten, denn Kevin, Suarez und Everton (alles Brown Cousins) waren auch dabei.

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Hellshire Beach

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Davia und ich am Hellshire Beach

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Die Reggae Falls (von links nach rechts: Sarah, Andrin, Ever, ich, Suarez, Kevin, Vera) Später haben wir den Fluss   durchquert und sind den Wasserfall hochgeklettert

 

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Auf dem Weg zu den Reggae Falls

5 Kommentare

  1. Wow liebe Antonia,
    es macht total Spass von dir zu lesen!
    und durch die Fotos bekommt man auch einen optischen Eindruck-toll!
    ich wünsch dir weiterhin eine wunderbare Zeit und freue mich auf die nächsten Zeilen von dir!
    deine Claudi

    • Liebe Claudi, vielen Dank für deine Nachricht! Es freut mich, dass dir mein Blog gefällt 🙂
      Ich hoffe euch drei geht es gut!

      Alles Liebe,
      deine Antonia

  2. Liebe Antonia, ich freue mich sehr, dass du uns die schönen Bilder geschickt hast!

    Ich hoffe, du schreibst bald wieder!!!!

    Viele Grüße auch von Eva und Frieder!!!

    Clara

  3. Hallo Antonia,
    viele Grüße aus dem verregneten Baden-Baden. Wir freuen uns sehr über Deine interessanten Berichte und die tollen Fotos. Schön, daß Du uns an Deinem spannenden Abenteuer teilhaben läßt. Habe weiterhin eine wunderbare und erfüllte Zeit.
    Liebe Grüße
    Helga und Erwin Möhrmann

    • Liebe Helga, lieber Erwin!
      Vielen Dank für eure Nachricht. Ich freue mich immer sehr, wenn mein Blog gelesen wird!
      Ich werde mich bald wieder mit einem neuen Eintrag bei euch melden.
      Ganz liebe Grüße aus dem sehr sonnigen und heißen Jamaika,
      eure Antonia

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