Wie bestimmt auch schon die deutschen Medien berichtet haben, hätte der Hurrikan Matthew eigentlich am vergangenen Montag Jamaika treffen sollen, hätte er nicht wie durch ein Wunder einen großen Bogen um Jamaika gemacht. Aber von vorne:
Letztes Wochenende war zunächst noch von einem normalen Tropensturm die Rede, im Laufe des Samstag wurde der Tropensturm, dann zu einem Hurrikan Stufe 5 hochgestuft. In den jamaikanischen Medien war die Rede von dem schlimmsten Hurrikan, der Jamaika je getroffen hat. Und wenn man sich jetzt mal Trenchtown und die Bauweise hier anguckt, wäre von diesem Viertel vermutlich nicht viel stehen geblieben. Die meisten “Häuser” bestehen aus Wellblech und Holz, das irgendwie zusammen genagelt wurde. Unser Haus besteht immerhin aus Beton, aber in der Küche steht halt ein großer Mangobaum. Nach dutzenden Telefonaten mit dem Vorstand von MoG, Freunden in Jamaika und besorgten Eltern, haben wir uns entschlossen auf Nummer sicher zu gehen und für zwei Tage nach Uptown in ein sicheres Hotel zu gehen. Den Samstag haben wir damit verbracht unser Haus so sturmsicher wie möglich zu machen und Vorräte, Trinkwasser und Kerzen einzukaufen. Letztendlich hätten wir das gar nicht gebraucht, aber das weiß man ja immer erst hinterher. Denn wie durch ein Wunder hat der Hurrikan einen großen Bogen um Jamaika gemacht. Uns ist dadurch echt ein Stein vom Herzen gefallen, denn in Trenchtown ist wirklich nichts passiert, aber auf der anderen Seite fühlen sich jetzt die Bewohner Trenchtowns bestätigt, dass so ein Wirbelsturm total harmlos ist und man sich nicht darauf vorbereiten muss sondern bloß zu Gott beten muss. Und wenn der nächste Hurrikan dann Jamaika wirklich trifft, wird sich hier keiner vorbereiten.
Auch wenn am Mittwoch die Schulen wieder aufgemacht wurden und hier ja nichts passiert ist, kommen viele Schüler trotzdem nicht in die Schule. Am Freitag bestand unsere Percussiongruppe in der Grundschule nur aus 2 Schülerinnen und nicht wie sonst aus 15. Aber dafür hatten wir eine sehr produktive Stunde 🙂
Am Dienstag steht der Besuch von Marc Golding, dem neuen Member of Parliament für Trenchtown, an. Wir wollen ihm unser Projekt vorstellen und dafür natürlich auch zeigen, was die Schüler so können. Dazu versuchen wir grade mit der Band zwei alte Stücke wieder einzustudieren. Unsere Probenpläne sind leider etwas an der jamaikanischen Pünktlichkeit gescheitert. Die Probe heute sollte eigentlich um 11 Uhr anfangen und um 13 Uhr war dann die Hälfte da und um 15:30 Uhr haben wir immernoch auf den letzten gewartet. Wahrscheinlich müssen wir uns einfach noch daran gewöhnen, aber in bisschen nervig ist es schon, wenn man über 4 Stunden warten muss, bis man mit einer Probe anfangen kann.
Diese Woche steht allerdings noch ein Auftritt an, den am Mittwoch ist National Heros Day. Und der Schulleiter der Jonestown Primary School, kam Ende letzter Woche auf die Idee, das wir doch bei den Feierlichkeiten in der Schule auftreten sollen. Also werden wir am Mittwoch nach einer (!) Probe mit einem neu zusammengewürfelten Chor “Three little Birds” von Bob Marley aufführen. Ich bin sehr gespannt, ob/wie das klappt.
Liebe Grüße aus der jetzt wieder sonnigen Karibik
Janni
