Brasil!!

Nach schon über zweieinhalb Wochen in Brasilien, bin ich euch langsam doch einen Bericht schuldig. Nicht, dass ich bisher keine Zeit gehabt hätte, aber ich habe jeden Moment des „produktiven Nichts-Tuns“ genossen und die Zeit ging auch so recht gut vorbei – vor allem viel, viel zu schnell. Jetzt auf meiner 24 Stunden-Fahrt nach Rio de Janeiro bietet es sich aber an, von meinen bisherigen Erlebnissen zu berichten.

 

Mit einer langwierigen und anstrengenden Reise von Guayaquil aus, fing alles an:

Freitag 20/02/2015
Flug 1: Guayaquil – Ciudad de Panamá; Flug 2: Ciudad de Panamá – Belo Horizonte (BRA);

Samstag 21/02/2015
Flug 3: Belo Horizonte – Salvador da Bahía; Hotel: eine Nacht in Salvador

Sonntag 22/02/2015
Taxi: Hotel – Ferry Station; Fähre: Salvador – Bom Despacho; Bus: Bom Despacho – Camamu; -Empfang durch Renato- Boot: Camamu – Barra Grande; –PausenbierTaxi: Barra Grande – Pousada Bambu Dourado (Hotel von Renato und Bea)

Ufffff geschafft!!

Ich hoffe nach dem ganzen Stress könnt ihr verstehen, dass ich erst einmal zweieinhalb Wochen Erholung gebraucht habe. Und diese Zeit habe ich ja auch nicht ganz tatenlos verbracht. Schön diszipliniert stehe ich täglich zwischen acht und halb neun Uhr auf. Wirklich früh, wo mir ja neun Uhr in Ecuador schon früh vorkam und immerhin habe ich jetzt sogar Urlaub. Das Frühstück macht mich meistens so fertig, dass ich erst einmal wieder Erholung brauche. Manchmal kann ich mich aber auch schon morgens zum Surfen aufraffen. Seit meinem ersten richtigen Tag in Taipú de Fora (wie der wunderschöne Strandort heißt, in dem ich meine Seele baumeln lasse) bin ich fleißig am Wellenreiten und habe mir bisher nur zwei freie Tage gegönnt. Eigentlich sollte ich einen Fünftageskurs bei einem Lehrer bekommen, aber als er am dritten Tag spontan für den Rest der Woche verreiste wechselte ich eben den Lehrer, der mich am zweiten Tag leider auch schon versetzte. Mittlerweile kenne ich die Südamerikaner ja zu gut und machte mich von nun an eben selbstständig ans trainieren.
Neben Surfen und Essen – wobei mich Bea hier sehr, sehr kulinarisch verkostet – durchlebe ich den Tag mit Lesen, Siesta und „Breaking Bad“ schauen oder ich gebe mich dem ausführlichen brasilianischen Fußballprogramm hin.

Wer jetzt denkt ich bin hier nur zum Faulenzen, der liegt eindeutig falsch….zumindest ein wenig. Abends revangiere ich mich oftmals bei meinen beiden Gastgebern für die herzliche Gastfreundschaft und gehe regelmäßig Bea in der Restaurantküche zur Hand.

Trotzdem hätte ich mich beinahe weitestgehend entspannt um euch neuen Lesestoff zu liefern, wäre da nicht eines Tages ein Besucher in meinem Zimmer aufgetaucht: Als ich vom Strand zurück komme und mir aus dem Kühlschrank eine eisgekühlte Cola nehmen will, registriere ich aus dem Augenwinkel ein unaufgeräumtes Kabel, dass sich…Moment einmal….bewegt(!). Doch kein Kabel, sondern die Schwanzspitze einer Schlange, die verzweifelt versucht in geisterhafter Manier die Fensterscheibe zu durchdringen. Meine Ankunft lässt das etwa eineinhalb Meter lange Exemplar (lang, aber sehr dünn) auch nicht ganz unberührt und es fixiert mich und faucht mich an. Zum Glück handelt es sich um ein Schiebefenster, dass ich aus einiger Entfernung zur Schlange öffnen kann. Der IQ meines Besuchs stellt sich aber auch nicht wesentlich höher als der einer einfachen Hausfliege heraus. Anstelle den direkten Weg in die Freiheit zu wählen verzieht er sich in die obere Schiebeleiste des Fensters. Das wird mir zu blöd. Ich geh duschen und wie erhofft, als ich zurück komme, ist das Wurmgetier auf der Außenseite des Fensters, das ich nun beruhigt schließen kann. Wie sich im Nachhinein herausstellt, handelte es sich bei der braunen Schlange mit weißem Bauch wohl um eine sehr giftige Schlange, die sich normaler Weise lieber in Kokospalmen aufhält.

Auf den Schrecken brauchte ich unbedingt eine gute Ablenkung. Wahrscheinlich verdankt ihr der Quattour am folgenden Tag, dass ihr endlich über die Geschehnisse der vergangenen Wochen informiert werdet. Neben dem Quat von Bea und Renato, liehen wir noch ein zweites für mich. Mit den motorisierten Untersätzen jagten wir einen tollen Pfad entlang und pesten auch ein Stückweit am Strand. Mittags machten wir an einer wunderschönen Lagune Rast. Zum Baden eignete sie sich leider nicht sonderlich, weil der Tümpel noch flacher als der schlimmste Badestrand abfiel. Für eine sehr poetische „Siesta, im Schatten einer Palme“ war der Platz aber traumhaft.
Gerade sitze ich im Bus nach Rio de Janeiro und bin gespannt was mich in dieser (so sagt man) unglaublich tollen Stadt erwartet – ich werde mich selbst überzeugen. Spannend wird es allemal, insbesondere, weil ich das erste Mal auf meiner Reise wirklich auf mich alleine gestellt bin. In ungefähr elf Stunden bin ich da….auf ins Abenteuer!

Für alle durch Unkonzentriertheit eingeschlichenen Fehler in diesem Blogeintrag mache ich Jack Johnson und Manu Chao verantwortlich.

 

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