{"id":457,"date":"2018-05-30T22:30:56","date_gmt":"2018-05-30T20:30:56","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/tobiasdieselhorst\/?p=457"},"modified":"2018-06-02T15:46:55","modified_gmt":"2018-06-02T13:46:55","slug":"glueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/tobiasdieselhorst\/2018\/05\/30\/glueck\/","title":{"rendered":"Gl\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p><i>WARNUNG: Folgender, etwas kitschig geratener Text enth\u00e4lt 18 mal das Wort &#8222;Gl\u00fcck&#8220; bzw. &#8222;gl\u00fccklich&#8220;.<\/i><\/p>\n<p>Das Wort Gl\u00fcck hat im Deutschen zwei unterschiedliche Bedeutungen. Laut Duden steht es zum Einen f\u00fcr eine \u201cg\u00fcnstige F\u00fcgung des Schicksals\u201c, zum Anderen aber auch f\u00fcr den \u201cZustand der inneren Befriedigung und Hochstimmung\u201c. W\u00e4hrend sich im Deutschen die Bedeutungen des Wortes aus dem Kontext, der Konstellation mit bestimmten Verben (Gl\u00fcck haben) oder der Verwendung von verwandten Adjektiven (gl\u00fccklich) ergibt, gibt es in den meisten anderen Sprachen entsprechend der Bedeutungen zwei W\u00f6rter. So wird Gl\u00fcck im Sinne der Fortuna im Spanischen <i>suerte<\/i> und im Englischen <i>luck<\/i> genannt, w\u00e4hrend die Gem\u00fctsverfassung als<i> felicidad<\/i> bzw. <i>happiness<\/i> Bezeichnet wird. Die Vereinigung beider Bedeutungen in einem Wort im Deutschen erm\u00f6glichte mir die einsilbige \u00dcberschrift, denn meine Zeit in Ecuador l\u00e4sst sich r\u00fcckblickend am besten als ganz gro\u00dfes Gl\u00fcck beschreiben.<\/p>\n<p>Es ist Gl\u00fcck, das ich empfinde, wenn ich an die acht Monate in Ecuador zur\u00fcckdenke. Und das tue ich oft. Es sind Allt\u00e4glichkeiten, die mich regelm\u00e4\u00dfig an diese Zeit denken lassen, und mich an Erfahrungen, Situationen und Erlebnisse in Ecuador erinnern. Und es sind viele Kleinigkeiten, an die ich mich erinnere, Gespr\u00e4che mit meiner Gastfamilie, Momente im Unterricht, kurze Bekanntschaften auf der Reise, die mir allesamt vor Augen f\u00fchren, wie vielf\u00e4ltig und abwechslungsreich diese Zeit war. Doch die bei allem mitmischende, immer wiederkehrende Emotion ist Gl\u00fcck. Und nat\u00fcrlich waren nicht alle Erfahrungen sch\u00f6n, nicht jede Begegnung konfliktfrei, nicht jeder Tag verlief so, dass er einen Abends ruhig einschlafen lie\u00df. R\u00fcckblickend bin ich jedoch auch, oder besser gesagt gerade dar\u00fcber gl\u00fccklich, denn wahrscheinlich habe ich gerade daraus besonders viel gelernt.<\/p>\n<p>Mir ist aber auch bewusst, wie viel Gl\u00fcck ich an so vielen Stellen gehabt habe. Beginnend da mit, dass ich mich in den letzten Jahren meiner Schulzeit pl\u00f6tzlich so viel intensiver mit Musik besch\u00e4ftigt habe, und mir dadurch \u00fcberhaupt diese Arbeit vorstellen konnte. Dass ich Eltern und Familie habe, die mich von vorne herein bei meinen Auslandspl\u00e4nen unterst\u00fctzt, ja sogar dazu ermutigt haben. Gl\u00fcck, dass ich nach einer misslungenen Kulturweit-Bewerbung im Januar letzten Jahres auf MoG gesto\u00dfen bin (damit zusammenh\u00e4ngend vielleicht auch Gl\u00fcck, dass Google erfunden wurde). Gl\u00fcck, dass f\u00fcr mich noch ein Platz frei war, noch dazu in meinem Wunschprojekt. Gl\u00fcck, dass ich von einer Gastfamilie aufgenommen wurde, mit der ich mich so gut verstanden habe, und die mich so herzlich bei sich aufgenommen hat.<\/p>\n<p>Diese Aufz\u00e4hlung k\u00f6nnte ich bis ins Unendliche fortsetzen, Sch\u00fcler, Kollegen usw., bei so vielem habe ich das Gef\u00fchl, wahnsinnig viel Gl\u00fcck gehabt zu haben. Auch, dass ich von ernstzunehmenden Krankheiten verschont geblieben bin und Kriminalit\u00e4t nie an eigener Haut erfahren musste ist gro\u00dfes Gl\u00fcck.<\/p>\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte Gl\u00fcck ist f\u00fcr mich aber eigentlich, dass ich insbesondere jetzt, zwei Monate sp\u00e4ter, wirklich das Gef\u00fchl habe, die acht Monate sinnvoll genutzt zu haben. Nat\u00fcrlich habe ich die Welt nicht verbessert, keine Menschenleben gerettet, niemandem zu einer besseren Lebenslage verholfen oder \u00e4hnliches. Doch das sind auch keine Ambitionen von MoG und waren, je mehr ich mich vorab mit dem Thema besch\u00e4ftigt habe, auch nicht meine. Was z\u00e4hlt ist, dass ich mir sicher bin, dass mein Gl\u00fcck nicht einseitig ist. Ich habe gesehen, wie viel Freude Musik erzeugen kann, erlebt, wie Musik \u00fcber alle Grenzen hinweg verbindet, und gesp\u00fcrt, wie gl\u00fccklich Menschen beim Musizieren sind. Und dazu einen Teil beigetragen zu haben, das macht mich wirklich gl\u00fccklich.<\/p>\n<p>Darum freue ich mich auch, das Projekt noch weiter begleiten zu k\u00f6nnen. Meine Projektarbeit in Playas ist vorbei, doch ich bin froh dar\u00fcber, mich auch in Deutschland bei MoG und f\u00fcr die <i>Ola Sinf\u00f3nica<\/i> in Playas engagieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>WARNUNG: Folgender, etwas kitschig geratener Text enth\u00e4lt 18 mal das Wort &#8222;Gl\u00fcck&#8220; bzw. &#8222;gl\u00fccklich&#8220;. Das Wort Gl\u00fcck hat im Deutschen zwei unterschiedliche Bedeutungen. Laut Duden steht es zum Einen f\u00fcr eine \u201cg\u00fcnstige F\u00fcgung des Schicksals\u201c, zum Anderen aber auch f\u00fcr den \u201cZustand der inneren Befriedigung und Hochstimmung\u201c. 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