{"id":53,"date":"2018-10-16T19:49:40","date_gmt":"2018-10-16T17:49:40","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/?p=53"},"modified":"2018-10-16T20:09:54","modified_gmt":"2018-10-16T18:09:54","slug":"die-helden-von-ruhlsdorf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/2018\/10\/16\/die-helden-von-ruhlsdorf\/","title":{"rendered":"Die Helden von Ruhlsdorf"},"content":{"rendered":"<p><em>Warnhinweis: Alle Leser, die keine Lust auf unn\u00f6tige Informationen haben, fangen bitte erst bei Absatz drei an zu lesen!<\/em><\/p>\n<p>Etwa eine Stunde Zugfahrt liegt zwischen Berlin Hauptbahnhof und Biesenthal. Wenn man von dort mit dem Auto ungef\u00e4hr zwanzig Minuten in nord\u00f6stliche Richtung f\u00e4hrt, kommt man in ein \u00d6rtchen namens Ruhlsdorf. Genau genommen ist Ruhlsdorf nicht mal ein Ort, sondern vielmehr ein Ortsteil von Marienwerder im Landkreis Barnim, Brandenburg, wo (angeblich) 1695 Menschen wohnen. Zu Ruhlsdorf findet man auf Wikipedia nicht mehr als zwei S\u00e4tze: \u201eRuhlsdorf wurde erstmals 1315 urkundlich erw\u00e4hnt. Typische Geh\u00f6fte mit traufst\u00e4ndigen Wohnh\u00e4usern und giebelst\u00e4ndigen Stallungen sind noch heute erhalten.\u201c<\/p>\n<p>Das klingt nicht gerade nach der sehenswerten Stadt Nummer eins. Und dennoch war es keine Zeitverschwendung, wenn man sich vom Donnerstag, den 11. bis zum Sonntag, den 14. Oktober 2018 genau dort aufhielt: Denn in Ruhlsdorf stieg das Herbst-Vorbereitungsseminar von <em>Musiker ohne Grenzen<\/em>.<\/p>\n<p>Gemeinsam mit zwanzig anderen Freiwilligen sowie zehn Teamleitern startete ich um ungef\u00e4hr zwei Uhr nachmittags ins Seminar. In insgesamt vier Tagen wurden wir Freiwillige auf unsere Projekte vorbereitet. Neben spielerischen Einheiten und interessanten Vortr\u00e4gen gab es viel Raum f\u00fcr Diskussionen, musikalisches Improvisieren und alles, was einem sonst noch so einfiel. Von neun Uhr in der Fr\u00fch bis sp\u00e4t in die Nacht war jedenfalls nahezu jede Minute gut gef\u00fcllt.<\/p>\n<p>Zwei andere Seminarteilnehmer, Jakob und Paul, hatte ich bereits bei der Anfahrt kennengelernt. \u201eTreffpunkt Ostkreuz\u201c w\u00e4re der Titel, w\u00fcrde jemals jemand ein Buch \u00fcber unser Zusammentreffen schreiben. Gleiche Zeit, gleicher Zug \u2013 und dann auch noch ein Instrument dabei? Auf die Gefahr hin, verst\u00e4ndnislos angeschaut zu werden, sprach ich den jungen Mann mit der Gitarre an \u2013 und traf ins Schwarze. Nur einen Augenblick sp\u00e4ter stie\u00df ein Saxofonist zu uns \u2013 und zu dritt legten wir die letzte Etappe von Berlin Ostkreuz bis Biesenthal zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Kurz vor der Abfahrt am Sonntag bekamen wir alle einen Feedback-Bogen, den wir ausf\u00fcllen sollten. Dass ich schon dabei Schwierigkeiten hatte, mich an die einzelnen Einheiten genau zu erinnern, zeigt, wie viel wir w\u00e4hrend des Seminars gemacht haben. Die 24 Stunden pro Tag schienen auch nicht ganz auszureichen, was man an meinen Logbucheintr\u00e4gen zum Ins-Bett-gehen nachvollziehen kann: War es am Donnerstag\/Freitag immerhin noch zwei Uhr nachts gewesen, gingen wir einen Tag sp\u00e4ter um halb drei und am Samstag\/Sonntag erst um halb vier schlafen. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass wir zwischen und hinter die Seminarmodule noch Aktivit\u00e4ten wie Salsa-Workshop, Musikmachen, Lagerfeuer und vor allem viele Diskussionen schoben. Ein Highlight gab es auf jeden Fall am Freitagabend, als Teamleiter Johannes und ich unter sternklarem Himmel in den eiskalten See sprangen, der ein paar hundert Meter vom Seminarhaus entfernt liegt. Wir erwarten nun, als \u201eHelden von Ruhlsdorf\u201c in die Dorfgeschichte einzugehen und einen angemessenen Platz im Museum (da gibt es tats\u00e4chlich eins!) zu bekommen. Nach dem, was wir in Ruhlsdorf so gesehen haben (einen Fahrradfahrer, einen Teddyb\u00e4r auf einer Sitzbank und zwei gruselige Menschenpuppen), k\u00f6nnen wir beim Anspruch auf das Heldentum nicht allzu viel Konkurrenz haben.<\/p>\n<p>Eine unserer glorreichen Ideen war es au\u00dferdem, eine Karte von Deutschland zu zeichnen (ich muss gestehen, meine zeichnerischen F\u00e4higkeiten reichten gerade dazu aus, danebenzusitzen und schlau daherzureden) und dort jeweils unseren Herkunftsort einzuzeichnen. Denn unsere Gemeinschaft war zusammengestreut aus ganz Deutschland \u2013 Steinmauern in Schwaben war genauso vertreten wie Kiel, Bremen, Hamburg und K\u00f6ln. Hei\u00df diskutiert wurde in dieser vielf\u00e4ltigen Gruppe auch immer wieder die anstehende Bayernwahl \u2013 und ich lernte zum ersten Mal einen gl\u00fchenden Verfechter des Raumfahrtprogramms \u201eBavaria One\u201c meines Lieblingsministerpr\u00e4sidenten Markus S\u00f6der kennen. Konrad aus Kiel findet Raumfahrt super, solange sein Bundesland nicht daf\u00fcr zahlen muss\u2026 \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Alles in allem fuhr ich mit einem sehr guten Gef\u00fchl wieder zur\u00fcck nach M\u00fcnchen, das durch den vollen Zug nicht getr\u00fcbt und durch die Wahlergebnisse sogar noch gest\u00e4rkt wurde. Nur ein einziges Mal war die Harmonie des Seminars unterbrochen worden \u2013 als am Samstagmittag die Kirchenglocken von Ruhlsdorf etwa zwanzig Minuten lang jede Unterhaltung unm\u00f6glich machten. Umso mehr genossen wir danach die Ruhe des Tausend-Seelen-Dorfes\u2026<\/p>\n<p>F\u00fcr mich sind es nun nicht einmal mehr zwei Tage bis zum Abflug \u2013 der fehlende Schlaf vom Vorbereitungsseminar ist nachgeholt, der Koffer fast gepackt. Die Ostkreuz-Gang sowie alle anderen erwarte ich n\u00e4chstes Jahr beim Nachbereitungsseminar, wo noch ein paar Partien \u201eOpen Schnick\u201c ausstehen. Doch jetzt geht es erst einmal nach Ecuador.<\/p>\n<p>Es gr\u00fc\u00dft euch<\/p>\n<p>einer der Helden von Ruhlsdorf<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warnhinweis: Alle Leser, die keine Lust auf unn\u00f6tige Informationen haben, fangen bitte erst bei Absatz drei an zu lesen! Etwa eine Stunde Zugfahrt liegt zwischen Berlin Hauptbahnhof und Biesenthal. Wenn man von dort mit dem Auto ungef\u00e4hr zwanzig Minuten in &hellip; <a href=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/2018\/10\/16\/die-helden-von-ruhlsdorf\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":42,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"spay_email":""},"categories":[1],"tags":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/pajgor-R","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-json\/wp\/v2\/users\/42"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=53"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":56,"href":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/53\/revisions\/56"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=53"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=53"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=53"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}