{"id":359,"date":"2018-12-10T02:23:27","date_gmt":"2018-12-10T01:23:27","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/?p=359"},"modified":"2018-12-11T19:35:51","modified_gmt":"2018-12-11T18:35:51","slug":"lichterketten-bei-35-grad","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/2018\/12\/10\/lichterketten-bei-35-grad\/","title":{"rendered":"Lichterketten bei 35 Grad"},"content":{"rendered":"<p>Als ich vor ein paar Tagen in den Kalender geschaut habe, bekam ich einen Schreck: Offenbar sind die letzten Wochen vorbeigegangen, ohne dass ich es wirklich bemerkt habe. Mein letzter Blogeintrag datiert vom 15. November \u2013 ich sollte mich wohl mal wieder an den Computer setzen und meine Erlebnisse in einen Artikel verwandeln. Bei 30 Grad Au\u00dfentemperatur gar nicht so einfach\u2026 Zum Gl\u00fcck schreibe ich mir am Ende des Tages immer auf, was ich so gemacht habe, sonst w\u00e4re ich verloren. Also versuche ich es jetzt \u2013 mal sehen, was dabei herauskommt \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Meine vierte Woche in Ecuador beginnt, welch\u2018 \u00dcberraschung, mit einer Partie Joggen. Wir schaffen diesmal nur vier Runden um den Park, weil die Wolken uns ihre Unterst\u00fctzung versagen und die Sonne herunterbrennen lassen. Aber was wir morgens an Ausdauer vermissen lassen, holen wir am Abend auf andere Art und Weise nach: Im Haus von Marcos feiern wir den Geburtstag von Moritz. Moritz ist ein spannender Zeitgenosse: Als Gitarrenbauer ist er auf der Walz und reist in Ecuador gemeinsam mit Miriam zu allen MoG-Projekten, um sich n\u00fctzlich zu machen. Am 12. November besteht dies darin, den Geburtstagskuchen anzuschneiden \u2013 der nicht nur gut aussieht, sondern auch sehr gut schmeckt. Weniger gut ist hier \u00fcbrigens das Bier, das relativ teuer, aber von eher geringer Qualit\u00e4t ist \u2013 aber vielleicht hat man auch einfach zu hohe Anspr\u00fcche, wenn man aus Bayern kommt.<\/p>\n<p>Der Kuchen wird am n\u00e4chsten Morgen selbstverst\u00e4ndlich durch f\u00fcnf Runden wieder ausgeglichen. Mein treuer Laufpartner ist Nicolas, der meist im Olympique Marseille-Trikot durch die Morgenstunden joggt. Dass er aus dem Land des Weltmeisters kommt, merkt man wohl daran, dass er immer den Schlussspurt gewinnt\u2026 aber letztes Mal war es schon ganz knapp!<\/p>\n<p>In <em>Clave de Sur<\/em> gibt es nicht nur Musikunterricht, die Ecuadorianer k\u00f6nnen auch Fremdsprachen lernen. Angeboten werden Englisch, Deutsch und Franz\u00f6sisch \u2013 weil ich in dieser Stunde frei habe, besuche ich ab jetzt aus Interesse die Franz\u00f6sischstunden bei Nicolas. Ich meine, wir haben ja noch nicht genug damit zu tun, Spanisch zu lernen \u2013 warum dann nicht gleich noch eine andere Sprache? \u201eComment \u00e7a va\u201c und \u201eje suis allemand\u201c kann ich schon sagen, und \u201ej\u2018ai des tongs grises, un short beige et un t-shirt bleu\u201c. Nicolas lobt mich, ich sei sein bester Sch\u00fcler \u2013 das m\u00f6chte ich nat\u00fcrlich in aller Bescheidenheit nicht kommentieren, aber zumindest scheint es f\u00fcr mich nicht so schwer zu sein wie f\u00fcr die meisten Ecuadorianer, \u201evoyager\u201c auszusprechen\u2026<\/p>\n<p>Mit meinen eigenen Sch\u00fclern bin ich auch zufrieden. Zwar macht nicht jeder so schnell Fortschritte wie meine Lieblingssch\u00fclerin Tiffany, aber bei allen bemerke ich von Mal zu Mal Verbesserungen. Auch im Violinensemble kommen wir voran \u2013 und der <em>Dansa de la Hada de Az\u00facar<\/em>, der \u201eTanz der Zuckerfee\u201c wird schon immer leichtf\u00fc\u00dfiger. Auch wenn Angel gerne das Rennen anf\u00e4ngt\u2026 Ich selber spiele \u00fcbrigens die Cellostimme, die ich mir schnell f\u00fcr die Geige in den Violinschl\u00fcssel umgeschrieben habe. Das klingt gar nicht so schlecht. Derzeit haben wir n\u00e4mlich kein Cello, weil Miriam mit Moritz nach Playas gereist ist. Zum Weihnachtskonzert ist sie aber wieder da und kann ihren Part wahrscheinlich wieder \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Neben meinen Franz\u00f6sischstunden bekommen wir Freiwilligen jetzt auch Spanischunterricht: Am Donnerstag qu\u00e4lt Gary uns mit Zungenbrechern, am Freitag lernen wir von Diego und Allan das Alphabet. Und auch ein paar Beleidigungen\u2026 die kann ich mir komischerweise viel besser merken als alles andere, ich wei\u00df auch nicht warum \ud83d\ude09 Vielleicht, weil ich sie so oft h\u00f6re\u2026 der Umgang im Guasmo ist etwas eigen. Aber die Beleidigungen sind nicht b\u00f6se gemeint\u2026 man spricht sich einfach als \u201emi perro\u201c oder \u201emaric\u00f3n\u201c an. Die schlimmeren Schimpfw\u00f6rter werde ich hier mal nicht wiedergeben\u2026<\/p>\n<p>&nbsp;<a href=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/?attachment_id=373\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-373\" src=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/P1050285-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"330\" height=\"186\" srcset=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/P1050285-300x169.jpg 300w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/P1050285-768x432.jpg 768w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/P1050285-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 330px) 100vw, 330px\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/?attachment_id=374\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-374\" src=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/P1050451-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"330\" height=\"186\" srcset=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/P1050451-300x169.jpg 300w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/P1050451-768x432.jpg 768w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/P1050451-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 330px) 100vw, 330px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Organisation ist auch anders, als man sie vielleicht von zu Hause gewohnt ist. Als wir uns am Samstag vor der Musikschule treffen, um ins Kino im Stadtzentrum zu gehen, werde ich pl\u00f6tzlich nach oben gerufen, um einer Sch\u00fclerin Unterricht zu geben. Also spiele ich eben eine Dreiviertelstunde Geige mit Leslie und komme dann mit Samuel und Juleisy nach. Den Anfang des Films verpassen wir dadurch zwar, aber das stellt sich als nicht so tragisch heraus, da ich von den \u201eFantastischen Tierwesen\u201c auf Spanisch sowieso nicht allzu viel verstehe. Verbl\u00fcfft bin ich vom riesigen Kinosaal in der Mall, der von der Gr\u00f6\u00dfe alles toppt, wo ich bisher im Kino war. Das ist schon ein krasser Gegensatz zu unserem sonstigen Umfeld in Guasmo.<\/p>\n<p>Am 18. November gibt es was zu feiern: Ich bin seit genau einem Monat in Ecuador. Ich habe ein langes und nettes Gespr\u00e4ch mit meiner Gastmutter \u00fcber meine bisherige Zeit. Seit Jos\u00e9 Luis vor ein paar Wochen zu einer Reise in die USA aufgebrochen ist, habe ich \u00fcbrigens eine neue Aufgabe im Haushalt: Ich hebe meine <em>abuela<\/em>, meine Gro\u00dfmutter, immer vom Bett in den Rollstuhl und umgekehrt. Sie kann kaum etwas alleine machen, und ich helfe nat\u00fcrlich gerne. Einmal begleite ich sie und meine Mutter zur Untersuchung im Krankenhaus und stelle beim Hin- und R\u00fcckweg fest, wie rollstuhlunfreundlich die Wege im Guasmo gebaut sind. Auf die Gehwege kommt man wegen der hohen Randsteine nicht, auf der Stra\u00dfe gibt es immer wieder Humps, weil die Autofahrer sonst gar nicht bremsen w\u00fcrden. So muss ich ein paar Liter Schwei\u00df extra aufwenden, um meine Gro\u00dfmutter wieder nach Hause zu bringen. Ach, Stichwort Familie: Ich habe \u00fcbrigens herausgefunden, dass Jairo doch nicht mein Cousin, sondern mein Bruder ist\u2026 das hat eine Zeitlang gebraucht \ud83d\ude00<\/p>\n<p>Zum Wochenbeginn gibt es dann leider erstmal Stress mit Marcos, einem der Koordinatoren, der sich \u00fcber die n\u00e4chsten Tage zieht. Um den eigentlichen Konflikt (wir hatten alle vor, am Wochenende zusammen mit einer ecuadorianischen Familie nach Salinas zu deren Haus zu fahren, sollen aber die Musikschule streichen) geht es bald nicht mehr; die L\u00f6sungen, die wir f\u00fcr das Problem suchen (zum Beispiel, schon am Freitag zu streichen), werden abgeblockt. Marcos versteht leider auch nicht, dass es oft das Wie wichtiger ist als das Was \u2013 die Kommunikation scheint allgemein nicht zu seinen gr\u00f6\u00dften St\u00e4rken zu geh\u00f6ren. Es endet dann damit, dass wir die Reise absagen m\u00fcssen \u2013 aber dann doch nicht malen k\u00f6nnen, weil die Farbe nicht geliefert werden kann. F\u00fcr die Reise nach Salinas ist es zu sp\u00e4t, weil die Familie umplanen musste. Das hinterl\u00e4sst ein unsch\u00f6nes Gef\u00fchl bei vielen von uns.<\/p>\n<p>Am Mittwoch werde ich jedoch auf andere Gedanken gebracht: Gemeinsam mit Pa\u00fal, einem meiner Geigensch\u00fcler, fahre ich zum <em>Malec\u00f3n<\/em> \u2013 so hei\u00dft die Promenade am Guayas \u2013 um dort eine Versammlung des <em>Ministerio Salud P\u00fablica<\/em> musikalisch zu begleiten. Wir spielen ein paar St\u00fccke auf Geige und Klavier und h\u00f6ren Vortr\u00e4ge \u00fcber verschiedene Initiativen in Guayaquil im Gesundheitswesen. Es ist eine interessante Erfahrung und wir bekommen viel Applaus \u2013 ein gelungener Ausflug. Und f\u00fcr <em>Clave de Sur<\/em> geben wir dabei auch eine gute Visitenkarte ab.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/?attachment_id=360\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-360\" src=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/P1050399-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"330\" height=\"186\" srcset=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/P1050399-300x169.jpg 300w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/P1050399-768x432.jpg 768w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/P1050399-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 330px) 100vw, 330px\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/?attachment_id=361\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-361\" src=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/P1050410-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"330\" height=\"186\" srcset=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/P1050410-300x169.jpg 300w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/P1050410-768x432.jpg 768w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/P1050410-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 330px) 100vw, 330px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zwei Tage sp\u00e4ter sind mal nicht unser musischen, sondern unsere kulinarischen F\u00e4higkeiten gefragt: Wir Freiwilligen sollen ein typisch deutsches Essen f\u00fcr unsere Gastfamilien kochen. Wir entscheiden uns f\u00fcr Kartoffelpuffer, Fleischpflanzerl (f\u00fcr Nicht-Bayern: Frikadellen) und Salat \u2013 ich bin in der Gruppe Kartoffelpuffer. Nach dem Einkaufen auf dem Markt und in der Mall sind wir den ganzen Vormittag damit besch\u00e4ftigt, Kartoffeln zu sch\u00e4len und zu reiben. Zauberer Petrosilius Zwackelmann (falls hier jemand Otfried Preu\u00dflers \u201eR\u00e4uber Hotzenplotz\u201c kennt) h\u00e4tte seine Freude an uns gehabt. Dann wird die Kartoffelmasse mit viel \u00d6l \u2013 in Ecuador wird nichts gebraten, ohne dass es regelrecht im \u00d6l schwimmt \u2013 in der Pfanne in Puffer verwandelt. Nesta und ich stehen stundenlang am Herd und wenden Kartoffelpuffer. Die anderen sind derweil auch nicht unt\u00e4tig, sodass um etwa halb acht (offizieller Beginn: halb sieben) im Auditorium der Musikschule alles f\u00fcr die Cena aufgebaut ist. Es beginnt ein sch\u00f6ner Abend mit guten Unterhaltungen und nat\u00fcrlich gutem Essen, das allen zu schmecken scheint. Wir Freiwilligen m\u00fcssen auf der B\u00fchne jeweils eine Aufgabe erf\u00fcllen, die wir aus einem Lostopf ziehen \u2013 Hannah und ich zum Beispiel sollen uns auf Guasmenisch unterhalten \u2013 unsere Kenntnisse des Slangs mit Worten wie \u201eposi\u201c f\u00fcr \u201egut\u201c und \u201emi perro\u201c f\u00fcr \u201emein Freund\u201c sorgen f\u00fcr gro\u00dfe Heiterkeit im Publikum.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/?attachment_id=365\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-365\" src=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/P1050420-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"330\" height=\"186\" srcset=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/P1050420-300x169.jpg 300w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/P1050420-768x432.jpg 768w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/P1050420-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 330px) 100vw, 330px\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/?attachment_id=364\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-364\" src=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/P1050409-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"330\" height=\"186\" srcset=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/P1050409-300x169.jpg 300w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/P1050409-768x432.jpg 768w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/P1050409-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 330px) 100vw, 330px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das Wochenende verbringe ich mit fast der gleichen Reisegruppe wie zwei Wochen zuvor in Playas. Dort besuchen wir Miriam, essen <em>empanadas<\/em> beim \u00e4ltesten Empanadas-Restaurant von Playas und baden im Meer. Wir \u00fcbernachten bei Gabriel \u2013 einem Freund von Miriam, dem sie das Cello repariert hat. Er und seine Frau besitzen eine <em>pasteleria<\/em> \u2013 eine Konditorei \u2013 und ein gro\u00dfes Anwesen, das teilweise aus Garten und teilweise aus Atelier besteht. Der Sohn ist K\u00fcnstler, er zeigt uns einige seiner wirklich beeindruckenden Bilder. Gabriel hat viel zu erz\u00e4hlen \u2013 und das auf vielen verschiedenen Sprachen. Er spricht Spanisch, Franz\u00f6sisch, ein bisschen Italienisch, Deutsch und Englisch. Die Familie kommt eigentlich aus Belgien und ist nach Ecuador ausgewandert. Dort wohnen sie nun direkt am Meer, mit gro\u00dfem Haus und einem gut laufenden Gesch\u00e4ft.<br \/>\nViel zu schnell m\u00fcssen wir aber wieder zur\u00fcck nach Guayaquil \u2013 den Wochenendausflug war Playas auf jeden Fall wert.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/?attachment_id=366\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-366\" src=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/087-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"330\" height=\"248\" srcset=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/087-300x225.jpg 300w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/087-768x576.jpg 768w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/087-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/087.jpg 1600w\" sizes=\"(max-width: 330px) 100vw, 330px\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/?attachment_id=367\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-367\" src=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/090-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"330\" height=\"248\" srcset=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/090-300x225.jpg 300w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/090-768x576.jpg 768w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/090-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/090.jpg 1600w\" sizes=\"(max-width: 330px) 100vw, 330px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auch die n\u00e4chste Woche ist wieder gut gef\u00fcllt, unter anderem feiern wir Hannahs Geburtstag (mit drei Sch\u00fcsseln voll <em>patacones<\/em> und einem riesigen Kuchen), proben f\u00fcr einen Ausflug ins Krankenhaus und gehen nat\u00fcrlich wieder flei\u00dfig joggen. Am Mittwoch kommt Jos\u00e9 Luis aus den USA zur\u00fcck und hat viel zu erz\u00e4hlen. Am Donnerstag liege ich den halben Tag krank im Bett, dann schleppe ich mich doch in die Musikschule und gebe ein paar Stunden Unterricht. F\u00fcr Franz\u00f6sisch reicht meine Gesundheit allerdings diesmal nicht\u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/?attachment_id=368\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-368\" src=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/152-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"330\" height=\"186\" srcset=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/152-300x169.jpg 300w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/152-768x432.jpg 768w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/152-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/152.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 330px) 100vw, 330px\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/?attachment_id=369\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-369\" src=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/P1050463-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"330\" height=\"186\" srcset=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/P1050463-300x169.jpg 300w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/P1050463-768x432.jpg 768w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/P1050463-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 330px) 100vw, 330px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Gesundheit ist ein gutes Stichwort, denn am n\u00e4chsten Tag treffen sich alle Mitarbeiter der Musikschule, um zu einem Krankenhaus am anderen Ende Guayaquils zu fahren. Wir haben zuvor mehrere Songs vorbereitet, die wir vorspielen \u2013 Carla macht die Animation und rei\u00dft mit ihrem Tanz vor allem die Kinder mit. Zuerst spielen wir im Wartesaal, dann bei den HIV-Patienten, schlie\u00dflich auf der Intensivstation \u2013 dort treten wir als Streichensemble auf. Es ist eine sehr intensive Erfahrung. Eine vorher besprochene Zielsetzung ist, dass wir Freude vermitteln und bei allem Leid gekommen sind, um mit den Patienten Spa\u00df zu haben. Das setzen wir auch in die Tat um, und wirklich k\u00f6nnen wir vielen Menschen ein L\u00e4cheln aufs Gesicht zaubern. Wir verlassen das Krankenhaus mit einem guten Gef\u00fchl \u2013 und werden im Dezember wiederkommen.<\/p>\n<div style=\"width: 640px;\" class=\"wp-video\"><!--[if lt IE 9]><script>document.createElement('video');<\/script><![endif]-->\n<video class=\"wp-video-shortcode\" id=\"video-359-1\" width=\"640\" height=\"352\" preload=\"metadata\" controls=\"controls\"><source type=\"video\/mp4\" src=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/hospital.mp4?_=1\" \/><a href=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/hospital.mp4\">https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/hospital.mp4<\/a><\/video><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine zweieinhalbst\u00fcndige <em>Reuni\u00f3n<\/em> voller Probleme am selben Abend schm\u00e4lert das gute Gef\u00fchl zumindest bei mir wieder. Oft kommt es mir so vor, wir Freiwilligen werden, zumindest von einem der Koordinatoren, komplett anders wahrgenommen, als wir uns selbst wahrnehmen. In gewissem Sinne habe ich das Gef\u00fchl, in jeder Situation erst einmal im Generalverdacht zu stehen, etwas Schlechtes f\u00fcr <em>Clave de Sur<\/em> zu wollen. Das Gespr\u00e4ch mit der Koordination ist selten auf Augenh\u00f6he, was uns ja eigentlich auf dem Vorbereitungsseminar beigebracht wurde. Es scheint, dass die Koordinatoren untereinander nicht kommunizieren und jeder sein eigenes Ding macht, worunter die allgemeine Atmosph\u00e4re leidet. Auch traut man sich als Freiwilliger oft nicht, Probleme in der Reuni\u00f3n anzusprechen, weil man nicht das Gef\u00fchl hat, das L\u00f6sungen gesucht werden, sondern eher, dass einem erkl\u00e4rt wird, die \u201eSchuld\u201c liege bei uns selbst. Zum ersten Mal in meinen f\u00fcnf Wochen Ecuador mache ich mir ernsthaft Gedanken \u00fcber meine weitere Zukunft im Projekt, insbesondere den ersten Prozess 2019. Bisher war der Plan gewesen, im Prozess von Februar bis April noch in der Musikschule zu arbeiten und die letzten zwei Monate reisen zu gehen. So sicher bin ich mir dabei aber nicht mehr\u2026<\/p>\n<p>Eine weitere Reuni\u00f3n am Montag mit Jos\u00e9 Luis \u2013 diesmal nicht in seiner Funktion als mein Bruder, sondern als Pr\u00e4sident von <em>Mi Cometa<\/em> \u2013 verbessert mein Gef\u00fchl erheblich. Nicht nur ist alles verst\u00e4ndlich und nachvollziehbar, was er sagt \u2013 es ist auch seine Art und Weise, wie er etwas sagt. Beispielsweise bedankt er sich gleich bei diesem ersten Treffen mit den Freiwilligen bei uns f\u00fcr unseren Einsatz und unseren Willen, ein Teil des Projekts zu sein. Das erwarte ich zwar nicht unbedingt, Marcos ist aber in f\u00fcnf Wochen gemeinsamer Arbeit noch nichts Vergleichbares eingefallen. Auch scheint Jos\u00e9 anders als Marcos davon auszugehen, dass wir hier arbeiten und Teil von <em>Mi Cometa<\/em> sein wollen \u2013 was nat\u00fcrlich auch der Fall ist. Mit ihm findet man L\u00f6sungen, anstatt nach Problemen zu suchen.<\/p>\n<p>Am Tag darauf findet ein Workshop zum Thema Kommunikation statt, der von den Vertretern der Organisation <em>Una Opci\u00f3n Mas<\/em> organisiert wird. UOM ist wie <em>Musiker ohne Grenzen<\/em> eine Partnerorganisation von <em>Mi Cometa<\/em>, die Freiwillige aus Frankreich entsendet. Der Workshop an sich ist durchaus interessant \u2013 nur fehlt leider, warum auch immer, die Person, die ihn am wichtigsten br\u00e4uchte, fast den kompletten Tag\u2026<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/?attachment_id=376\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-376\" src=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/2018-12-02-15.38.30-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"330\" height=\"248\" srcset=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/2018-12-02-15.38.30-300x225.jpg 300w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/2018-12-02-15.38.30-768x576.jpg 768w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/2018-12-02-15.38.30-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/2018-12-02-15.38.30.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 330px) 100vw, 330px\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/?attachment_id=377\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-377\" src=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/2018-12-02-15.41.05-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"330\" height=\"248\" srcset=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/2018-12-02-15.41.05-300x225.jpg 300w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/2018-12-02-15.41.05-768x576.jpg 768w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/2018-12-02-15.41.05-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/robinwaldenburg\/wp-content\/uploads\/sites\/37\/2018\/12\/2018-12-02-15.41.05.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 330px) 100vw, 330px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Den Sonntag zuvor verbringen wir \u00fcbrigens mit allen Mitarbeitern von cds an der Musikschule \u2013 Inventur, Putzen und Streichen stehen an. Wir s\u00e4ubern das ganze Haus von oben bis unten, sortieren alle Instrumente und Noten, und verpassen der Fassade einen neuen Anstrich. Ich habe immer noch wei\u00dfe und gr\u00fcne Spritzer auf meinen Schuhen\u2026 Jetzt gl\u00e4nzt wieder alles \u2013 zumindest mehr oder weniger \u2013 und p\u00fcnktlich zur Weihnachtszeit haben wir nun auch einen Weihnachtsbaum und Lichterketten in der Musikschule. Wenn man abends nach Hause geht, leuchtet und blinkt es sowieso von allen Seiten \u2013 das ist schon manchmal ein komischer Anblick und scheint hier so gar nicht hinzupassen. Auch kann es einem passieren, dass man bei 35 Grad schwitzend durch die Stra\u00dfen geht und pl\u00f6tzlich von Weihnachtsliedern beschallt wird. So oder so ist es eine interessante, neue Atmosph\u00e4re \u2013 und, ganz ehrlich, ich bin momentan ganz froh, die Vorweihnachtszeit nicht in der deutschen K\u00e4lte zu erleben\u2026<\/p>\n<p>Der 24. Dezember wird offenbar, hat mir meine Gastmutter erz\u00e4hlt, richtig gro\u00df gefeiert. Ich bin schon sehr gespannt\u2026 Lange hin ist es nicht mehr. Darum geht es jetzt auch in den Endspurt f\u00fcrs Weihnachtskonzert. N\u00e4chstes Wochenende werden wir die Ensembles proben, mit denen wir am 21. Dezember auftreten. bis dahin habe ich mit meinen Sch\u00fclern noch einiges zu tun&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ich vor ein paar Tagen in den Kalender geschaut habe, bekam ich einen Schreck: Offenbar sind die letzten Wochen vorbeigegangen, ohne dass ich es wirklich bemerkt habe. Mein letzter Blogeintrag datiert vom 15. 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