Was – schon Februar?

Letztens guck ich in meinen kleinen Kalender, den ich mir in mein Tagebuch gezeichnet habe und stelle doch tatsächlich fest, dass der Februar begonnen hat.
Deswegen versuche ich schnell den Januar auf den Punkt zu bringen, bis der Februar schon wieder rum ist.

Event Nummer 1: Reunión mit allen Freiwilligen über Pläne, Finanzen, Vorhaben und Rückblicke.
Wir haben mittlerweile quasi alle Vorsätze meines letzten Eintrages umgesetzt. Darauf bin ich sehr stolz. Endlich konnte man wieder ausatmen und wissen: wir haben alles im Griff.
Die Raumsituation hat sich erheblich verbessert. Wir haben in der Kirche nebenan gefragt, ob wir die Gemeinderäume im Hinterhof nachmittags belegen dürfen.
Das hat 2 Tage einwandfrei geklappt, bis uns Isabel offenbart hat, wie enttäuscht sie ist, dass wir einfach woanders unterrichten. Unser Zuhause wäre doch das centro intercultural!
Mittlerweile haben wir 3 Räume zum unterrichten und den Hof. Zu Stoßzeiten dürfen wir auch in die Bibliothek.
Die Tanzgruppen wurden auf 20.00, also nach unserer Arbeitszeit verlegt und auch die Bastelgruppe stört nicht weiter. Wir sind begeistert. Ich habe einen eigenen Raum!!
Und der ist auch bitter notwendig geworden. Es gibt doch tatsächlich Tage, an denen ich den Raum bis abends nicht verlassen, weil sich die Schüler die Geige direkt im Türrahmen übergeben.

Event Nummer 2: Isaaks Erstkommunion. Am 17.01 morgens war die Kommunion von meinem Gastbruder. Weiß gekleidet geht es in die Kirche, danach nach Hause, Truthahn essen, und Familienfest genießen.
Aber trotzdem ist es etwas anderes als in Deutschland so ein Event. Wenn der Gottesdienst um 9.00 Uhr anfängt, ist bereits um halb neun die gesammelte Familie dort. Hier wurde um Viertel nach 9 geduscht. „jaja glich gehen wir los.“
Bei mir gab es eine Einladungsliste, alles ist geplant, wer angesagt hat er kommt, kommt.
Der Opa hatte das Fest irgendwie vergessen, ebenfalls 3 enge Tanten. In der Kirche war es so langweilig, wie noch nie, da konnte auch die – schreckliche – Playbackband nichts dran ändern. Aber all das spielt so oft hier keine Rolle. Hauptsache alle reden sich ein, wie toll alles ist und posten das ganze dann noch eine Stunde später auf facebook.
Das Lustige an der Geschichte ist nur, dass mir das gar nicht mehr auffällt, wenn ich nicht darüber nachdenke. Deswegen verschwindet auch nach und nach das Bedürfnis, alles was ich hier erlebe aufzuschreiben. Weil es sich langsam normal anfühlt und ich nicht registriere, wie anderes ihr das wahrnehmt. Ist das nicht verrückt?

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Event Nummer 3: Gut, das war verrückt. Die Hochzeit meiner Cousine!
Meine Gastmama und ich wollten um 18.00 die Kirche schmücken. Der Gottesdienst war auf 20.00 angesetzt. Um sechs jedenfalls war Baustelle. Funken und ein ohrenbetäubender Lärm flogen uns ins Gesicht. Das ist so Ecuador! Herrlich.

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Zuhause wurde um 20.00 das duschen begonnen, das Auto geschmückt, die Kinder in ihre Anzüge gesteckt, fleißig aufgeschmikt und und in aller Ruhe um viertel vor 9 die Braut abgeholt.

 

 

Der Gottesdienst war ehrlich gesagt mehr ein Fotoshooting, als ein gesegneter Ablauf an schönen Worten über die Kraft der Liebe und für die Zukunft. Die komplette Gemeinde hatte sich mit Kameras bewaffnet um das Paar positioniert, um jedes Lächeln einzufangen, was die Kirche etwas sauberer machte, nachdem die Baustelle zwar beendet, aber nicht unbemerkbar geblieben ist.

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Das eigentlich Fest danach war im Zentrum mit Blick auf ganz Playas. Es wurde getanzt, fleißig moderiert und gegessen. Und getrunken. Hola die Waldfee. Auf jedem Tisch stand eine Flasche Rum, mit Eis und Cola. Dazu wurden Cocktails bestellt und Bier gebechert. Das war also ein offizieller Termin, um sich zu betrinken. Es gibt hier kleine Codes oder so!
Die Nacht wurde immer länger und die Zeit zum schlafen immer weniger, also wir um 5 die Feier verließen, waren wir fast die Ersten. Und das obwohl fast jede Familie Kinder dabei hatte!
Es war ein sehr schöner Abend mit meiner Gastfamilie, der uns auch wieder zusammen gebracht hat als Gruppe. Nur haben mir Beiträge von den Gästen gefehlt. Davon, wo in Deutschland jede Hochzeit vollgestopft ist, gab es hier nichts dergleichen. Was fehlt? Kreativität? Mut? Fantasie?

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Event Nummer 4: Samuels Despedia. Das traurige Vorab. Es fühlt sich echt komisch an, zu wissen, dass es jetzt anfängt Freiwillige zu verabschieden! Er kam quasi mit mir im August an und fliegt schon nach Deutschland. Es ist tatsächlich ein halbes Jahr vergangen!
Wir sind also als Playasgruppe verabschieden gefahren und haben mit vollem Einsatz an seiner Abschiedsparty teilgenommen. Es war echt schön im Guasmo. Dort ist richtig musikalische Stimmung finde ich. Es gibt eine Clique in der Schule, jeder spielt etwas, singt und unterstützt. Kein Wunder. Das Projekt dort feiert im August 10jähriges Jubiläum!
Es war total schön, mal wieder alle zu sehen, die Freiwilligen aus Shagal waren nämlich auch da, um den Abend zu genießen.
Es hat die Salsaband gespielt, die Rockgruppe spontan die Instrumente rausgeholt und Dankesreden gehalten. Mir gefällt die Stimmung dort, dass alle Freunde aus der Musikschule sind. Dass dieser Aktionismus die Gruppe am Leben hält. Und wie selbstständig die Eccis schon die Musikschule im Griff haben. Das Projekt hat echt in vielen Dingen eine Vorbildfunktion für uns.

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