Familientreffen in Ecuador
Hallo ihr Lieben!
Nach einer sehr ereignisreichen Woche seit dem letzten Eintrag melde ich mich hier mal wieder, da ich sonst alle Ereignisse bald nicht mehr in einem Eintrag zusammenfassen könnte. Versuchen wir also mal, chronologisch mit dem letzten Freitag anzufangen, an dem das Konzert zum zehnjährigen Bestehen der Musikschule „Clave de Sur“ stattfand.
Besagtes Konzert leistete wirklich ein sehr schönen Einblick in die Geschehnisse der Musikschule. Es war sehr vielseitig und enthielt verschiedenste Präsentationen vom Einzelvorspiel Klavier über eine Rock- und eine Jazzband bis hin zu fetziger Salsamusik. Mir gefielen alle diese musikalischen Darbietungen sehr gut und es war toll zu sehen, was in den zehn Jahren hier aufgebaut wurde und nun auf eigenen Füßen steht. Einziger „Nachteil“ dieser Vielfalt war für mich die daraus resultierende Länge des Konzertes. Nach etwa zwei Stunden des teils auch etwas chaotischen Abends (Immer wieder mussten in ziemlicher Hektik Noten oder Instrumente gesucht werden, weil einige Acts spontan verschoben oder falsch angesagt wurden) war meine Aufnahmefähigkeit dann auch zu Ende. Positiv zu vermerken ist an dieser Stelle noch die an das Konzert anschließende Fiesta, bei der wir fast mehr Deutsche als Ecuadorianer waren, da viele andere MoG-Freiwillige aus ihren Projekten in Ecuador gekommen waren um sich das Konzert anzuhören.
Am Samstag war dann die gesamte Musikschule im Schwimmpark „Garza roja“, was angesichts der kurzen Nacht zuvor eine echte Wohltat war. Viel Spaß hatten wir dort mit den Wasserrutschen, die sicher nicht von einem TÜV geprüft worden waren, weshalb schnell alle meine Körperteile gut durchblutet waren…
Da wir ja nun wieder gut erholt waren und uns im kühlen Nass etwas entspannen konnten, folgte am Samstagabend natürlich eine weitere Fiesta, diesmal zum Abschied eines deutschen Freiwilligen. Als ich mich um vier Uhr morgens mit meinem Gastbruder endlich auf den Weg nach Hause ins Bett machte, stürzten wir geradewegs in einen „Quinceañera“, einen fünfzehnjährigen Geburtstag eines Mädchens. Wie ich gelernt habe, wird dieser Geburtstag hier in Lateinamerika so groß wie bei uns die Kommunion und Konfirmation gefeiert, weshalb ich einen Großteil der restlichen Nacht nicht im wohlverdienten Bett, sondern in einem Meer aus Rosa und Glitzer verbrachte. Immerhin konnte ich die Festgemeinschaft mit meinen wenigen deutschen Tanzmoves ziemlich amüsieren und hatte eine sehr verrückte und lustige Nacht, die ich so schnell wohl nicht vergessen werde!
Nach einem ereignislosen, entspannten Sonntag haben wir am Montag dann die Musikschule gesäubert um am Dienstag dann die Musikinstrumente vom Konzert wieder einzuräumen. Sehr angenehm, dass jetzt dort alles mal wieder ordentlich und aufgeräumt ist!
Darauf folgte der gestrige Mittwoch, an dem plötzlich, während ein Schüler mal wieder nicht zu seiner Stunde gekommen war, mein Cousin Tilmann mit seiner Freundin Ella vor mir in der Musikschule standen. Die beiden machen gerade eine Lateinamerika-Reise und sind zufällig momentan auf Durchreise in Guayaquil. Das war vielleicht skuril, 10.000 Kilometer von Deutschland entfernt ein kleines Familientreffen zu haben und mit so vertrauten Menschen auf dem Dach der Musikschule über den neusten Familienklatsch zu ratschen!
Heute, am Donnerstag, haben wir dann gemeinsam die Stadt erkundigt und sind die vierhundertvierundvierzig Stufen zum malerischen Künstlerviertel „Las peñas“ hinaufgestiegen, von wo man einen wunderschönen Blick über die riesige Stadt und die Mündungsarme des Flusses Guayas hat. Besonders schön soll es hier im Dunkeln sein, wenn man das Lichtermeer der Stadt von oben sehen kann. Ich war also hoffentlich nicht das letzte Mal dort…

Das ehemalige Fischerviertel „Las Peñas“ liegt auf einem Berg und bietet einen tollen Ausblick über die ganze Stadt
Am Wochenende wollen wir zusammen dann noch nach Playas, ein kleines Städtchen am Meer, fahren und zusammen noch etwas Zeit verbringen, bevor die beiden dann weiter nach Quito und Richtung Norden reisen.
So, das waren im Zeitraffer also die Geschehnisse der letzten Tage. Es passiert wirklich unglaublich viel hier und die zwei Wochen die ich jetzt hier bin kommen mir schon vor wie Monate. Mal schauen wann ich das nächste Mal zum Bloggen komme, wie immer bin ich gespannt was bis dahin alles passiert!
Ganz liebe Grüße und bis zum nächsten Mal,
Nicklas


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