{"id":748,"date":"2016-05-03T13:32:10","date_gmt":"2016-05-03T11:32:10","guid":{"rendered":"http:\/\/naomiinecuador.musikerohnegrenzen.de\/?p=748"},"modified":"2016-05-03T13:32:10","modified_gmt":"2016-05-03T11:32:10","slug":"guayaquil-keine-heile-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/naomimebus\/2016\/05\/03\/guayaquil-keine-heile-welt\/","title":{"rendered":"Guayaquil &#8211; keine heile Welt"},"content":{"rendered":"<p>Wenn ich im Guasmo bin, vergesse ich immer wieder, wie gef\u00e4hrlich es eigentlich doch sein kann. Aber meine Freunde erinnern mich daran und das ist auch gut so, denn so werde ich nicht zu leichtsinnig. Manchmal bleibe ich abends lange bei Daniel zu Hause, wir h\u00f6ren Musik und schauen Filme und wenn es dann sp\u00e4t ist, hat Daniel immer Angst auf die Stra\u00dfe zu gehen. Dabei ist mein Haus nur 3 Minuten zu Fu\u00df von seinem entfernt. Wir gehen dann ganz wachsam und immer wenn wir ein Motorrad h\u00f6ren zucken wir beide zusammen.<\/p>\n<p>Dass Guayaquil eine gef\u00e4hrliche Stadt ist, m\u00fcssen hunderte von Menschen dort jeden Tag erfahren. Weil sie ausgeraubt werden, weil neben ihnen jemand Drogen verkauft oder weil in der Querstra\u00dfe jemand erschossen wurde. In den Nachrichten sieht man das so oft, aber keiner erschrickt wirklich, wenn er nicht direkt betroffen ist.<\/p>\n<p>Eine ganz gro\u00dfe Gefahr in Guayaquil ist auch der Verkehr. Im Gegensatz zu Deutschland fahren die Menschen viel unverantwortlicher. Schon als Fu\u00dfg\u00e4nger muss man sehr aufpassen. Im M\u00e4rz bekamen wir diese Gefahr zu sp\u00fchren, als der Vater eines Freundes aus Clave de Sur bei einem Autounfall ums Leben kam. Das Paradoxe: Er war nicht einmal im Auto gesessen. Spontan sammelten wir Spenden, um die Familie zu unterst\u00fctzen. Alle waren sehr traurig. Am Velorio war die ganze Stra\u00dfe voller Menschen, um ihr Beileid auszudr\u00fccken.<\/p>\n<p>Einige Wochen sp\u00e4ter verschwand Marcos beim Taxifahren. Drei bewaffnete M\u00e4nner stahlen ihm das Auto und hielten ihn drei Stunden im Keller gefangen, bevor sie ihn unter einer Br\u00fccke wieder &#8222;aussetzten&#8220;. Daniel und ich besuchten ihn am n\u00e4chsten Tag. Er hatte sich furchtbar erschrocken, aber er war gl\u00fccklich noch am Leben zu sein. Er sagte, er w\u00fcrde nie wieder Taxi fahren. Einige Monate sp\u00e4ter, arbeitete er wieder als Taxifahrer.<\/p>\n<p>Diese Beispiele verdeutlichen nur meinen Punkt: Guayaquil ist keine heile Welt. Ich war nur eine Woche wieder in Deutschland, als ein Erdbeeben der St\u00e4rke 7,8 ganz Ecuador ersch\u00fctterte. Es starben \u00fcber 600 Menschen. Auch in Guayaquil st\u00fcrzten H\u00e4user in sich zusammen. Ich bin bis heute unglaublich froh, dass keinem meiner Freunde etwas passiert ist.<\/p>\n<p>Ob mich all das abschreckt? Nein, \u00fcberhaupt nicht. Ich w\u00fcrde jederzeit wieder nach Ecuador reisen, w\u00e4re jetzt vielleicht schon dort, wenn mir die Botschaft ein Visum ausstellen k\u00f6nnte. Aber man muss es im Hinterkopf behalten. In Ecuador herrschen andere Regeln, als in Deutschland. Man muss vorsichtig sein. Man muss sich die Menschen genau ansehen. Man kann nicht jedem vertrauen. Man kann mittags nicht jede Stra\u00dfe nehmen, man kann abends nicht alleine nach Hause laufen. Als Ausl\u00e4nder vergessen wir das schnell, denn die Gefahr kann man nicht sehen. Aber Daniel sagte einmal zu mir: &#8222;Jedesmal wenn ich aus dem Haus gehe, hoffe ich, dass nichts schlimmes passiert.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn ich im Guasmo bin, vergesse ich immer wieder, wie gef\u00e4hrlich es eigentlich doch sein kann. Aber meine Freunde erinnern mich daran und das ist auch gut so, denn so werde ich nicht zu leichtsinnig. 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