{"id":221,"date":"2016-02-15T15:01:51","date_gmt":"2016-02-15T13:01:51","guid":{"rendered":"http:\/\/naomiinecuador.musikerohnegrenzen.de\/?p=221"},"modified":"2016-02-15T15:01:51","modified_gmt":"2016-02-15T13:01:51","slug":"nach-hause-kommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/naomimebus\/2016\/02\/15\/nach-hause-kommen\/","title":{"rendered":"Ankommen&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>142 Tage &#8211; Es f\u00fchlt sich an, als h\u00e4tte ich den Atem angehalten!<br \/>\nIch hatte keine Vorstellung davon, wie meine R\u00fcckkehr nach Guayaquil werden w\u00fcrde. Nat\u00fcrlich hoffte ich auf das beste, aber mir kam jetzt alles so unendlich weit weg vor, dass ich einfach nicht glauben konnte, dass man diese Distanz durch einen Tag im Flugzeug \u00fcberbr\u00fccken k\u00f6nnte. Ich war der festen \u00dcberzeugung, irgendwas m\u00fcsse bei der Reise schiefgehen und seltsamerweise best\u00e4tigten sich meine Vorahnungen. Als ich nach zwei Stunden Zugfahrt am Frankfurter Flughafen ankam und mein Terminal gefunden hatte, war mein Abflug auf den Monitoren unsichtbar. Ich suchte den Iberia Check-in Schalter, aber auch hier war niemand. Ich dachte an ein Irrtum meinerseits und suchte die Information auf. Ich sollte um 12:05 mit Iberia nach Madrid fliegen und dann von dort aus um 16:50 weiter nach Guayaquil. Aber der Mann an der Information erkl\u00e4rte mir: es m\u00fcsse ein Fehler vorliegen, denn um 12:05 g\u00e4be es keinen Flug nach Madrid. Also wurde ich zur\u00fcck zum Iberia Schalter geschickt. Weil ich dort immer noch niemand vorfand, winkte ich den vorbeilaufenden Angestellten so lange zum bis jemand sich meiner annahm. Die Frau war leider nicht von Iberia und konnte mir darum auch nicht wirklich weiterhelfen. Ich sollte die Nummer der Airline anrufen, was sich als schwierig gestaltet, wenn man nur ein Handy mit einer ecuadorianischen Sim Karte hat. Ich war also ziemlich ratlos, als gerade eine andere Frau zum Schalter kam und sich nach demselben Flug erkundigte. Immerhin war ich nicht allein. Wir gingen erneut zur Information. Dort wurde uns erz\u00e4hlt, dass der Flug wohl schon im Dezember annulliert worden war und alle G\u00e4ste benachrichtigt und umgebucht worden waren. Was aber, wenn man keine Nachricht erhalten hatte?<br \/>\nWieder wurden wir losgeschickt, um die am Iberia Schalter angegebene Nummer anzurufen. Meine Reisebegleitung besa\u00df gl\u00fccklicherweise ein funktionst\u00fcchtiges Handy, mit dessen Hilfe wir die n\u00e4chsten 15 Minuten in der Warteschleife verbringen konnten. Also gingen wir zur\u00fcck zur Information, die auf ihrem Festnetztelefon die gleiche Nummer w\u00e4hlte und ihrerseits auf ein Durchkommen hoffte. W\u00e4hrend im Hintergrund die Warteschleife lief, bediente die wirklich sehr freundliche Dame an der Information weitere Kunden.<br \/>\nIch hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, als sich schlie\u00dflich doch jemand am Telefon meldete. Unsere Buchungscodes wurden angegeben und uns gesagt, die n\u00e4chste Maschine nach Madrid gehe um 19:30 Uhr. Zu sp\u00e4t, wenn man bedenkt, dass ein \u00dcberseeflug nach Ecuador keine zweieinhalb Stunden, auf einen verlorenen Passagier wartet. Der Telefonkontakt konnte uns nicht helfen. Aber uns wurde versichert, dass man Personal zum Iberia Schalter schicken w\u00fcrde. Also erneute 15 Minuten warten. Dann endlich, hatten wir einen Ansprechpartner von Iberia vor unseren Augen. Zum Gl\u00fcck nahm sich dieser dem Problem an. Er rief erst einmal in Madrid an. Dabei stellte sich heraus, dass die Situation nicht so einfach war. Meine Reisebegleitung, die \u00fcbrigens in Madrid einen Anschlussflug nach Miami nehmen wollte, h\u00e4tte die Online Agentur benachrichtigen m\u00fcssen, bei der sie den Flug gekauft hatte. Darum f\u00fchlte sich Iberia nicht zust\u00e4ndig. Bei mir sah die ganze Sache etwas anders aus. Anscheinend hatte man mich einfach komplett vergessen.<br \/>\nBis jemand wusste, was zu tun war, dauerte es wieder eine ganze Weile. Ich h\u00e4tte den Airline Angestellten gerne gesagt: Bitte lasst mich einfach nur nach Ecuador fliegen. Ich will einfach nur zu meinem Freund, er wartet am Flughafen auf mich und ich habe ihn f\u00fcnf lange Monate nicht gesehen!<br \/>\nIch war froh, als sich die Situation kl\u00e4rte. Ich bekam einen Zettel ausgedruckt, der anscheinend mein neues Flugticket sein sollte und auf dem vor allem ein ganzer Haufen von Zahlen stand. Mit diesem Zettel fragte ich mich durch den ganzen Flughafen, bis ich schlie\u00dflich im Lufthansa Flugzeug nach Bogota sa\u00df. Von dort sollte ich einen Flug nach Guayaquil nehmen.<br \/>\nIn Bogota am Flughafen musste ich mir dann erstmal einen Bordingpass f\u00fcr den n\u00e4chsten Flug besorgen. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon sehr m\u00fcde, aber ich sagte mir immer wieder, dass die Reise nun nicht mehr lange w\u00e4re. Als das Flugzeug in Guayaquil landete und ich die Lichter der Stra\u00dfen sah, die sich wie ein Netz um den in der Nacht pechschwarzen Rio Guayas zogen, f\u00fchlte es sich ein wenig nach Heimat an. Ich passierte die Passkontrolle, an der eine Frau verwirrt auf die etlichen Visa in meinem Pass starrte und ich sie ersteinmal auf das gerade aktuelle Visum aufmerksam machen musste. Dann holte ich meinen Koffer.<br \/>\nEs war so seltsam Daniel zu sehen und in den Armen zu halten. Es kam mir vor, als sei es eine Ewigkeit her gewesen, dass ich ihn gesehen hatte. Marcos fuhr mich mit dem Auto in den Guasmo. Es war jetzt schon nach zwei Uhr morgens und wir mussten meine Gastfamilie aus dem Schlaf klopfen. Im Haus hatte sich nahezu \u00fcberhaupt nichts ver\u00e4ndert. Am n\u00e4chsten Morgen wachte ich fr\u00fch auf und h\u00f6rte, wie mein Gastbruder zur Arbeit ging. Sp\u00e4ter stand ich auf. Dann redeten wir alle gemeinsam, erz\u00e4hlten uns von der Zeit, in der ich nicht da gewesen war. Ich durfte das Baby meiner Gastschwester in den Armen halten und stellte fest, wie unglaublich schnell es gewachsen war. Es war einen Monat alt gewesen, als ich gegangen war. Als ich meine Sachen wieder in meine alte Komode legte, den Koffer an den Rand meines Bettes stellte und mein Handtuch an den Nagel h\u00e4ngte, f\u00fchlte es sich so an, als w\u00e4re ich nie weggewesen. Alles war, wie es gewesen war und sein sollte. Ich fr\u00fchst\u00fcckte mit meinem Gastvater, ich duschte, ich wartete darauf, dass Daniel mich abholte&#8230;<br \/>\nDann gingen wir zu Daniel nach Hause, dessen Haus sich in meiner Abwesenheit schon ein wenig ver\u00e4ndert hatte. Aber Rene erkannte mich sofort, als ich den Fu\u00df \u00fcber die Schwelle setzte.<br \/>\nDaniel hatte eine \u00dcberraschung f\u00fcr mich: er hatte mir eine Torte gemacht, weil ich in der letzten Woche Geburtstag gehabt hatte. Dann sah ich auch Isaac und Michelle und alle sangen mir gemeinsam Happy Birthday. Es wurde gekocht und wir a\u00dfen alle gemeinsam an dem neuen Esstisch, den sich Daniels Familie in meiner Abwesenheit gekauft hatte.<br \/>\nDanach wurde ich m\u00fcde, aber ich sagte Daniel, ich wolle nicht schlafen. Lieber wollte ich die Jungs besuchen. Also begaben wir uns auf eine Runde durch den Guasmo. Es war, als w\u00e4re ich nie fort gewesen, so vertraut wirkte alles. Wir gingen von Haus zu Haus und es machte Spa\u00df zu sehen, wie sich meine Freunde immer aufs Neue \u00fcberraschten. Erst, als ich sie alle in den Armen hielt, sp\u00fcrte ich, wie sehr ich die letzten 5 Monate den Atem angehalten hatte. Wir gingen zu Lady und spielten den Abend \u00fcber ein Spiel. Sp\u00e4ter wurde ich wirklich sehr m\u00fcde. Daniel brachte mich nach Hause. Ich spannte mein Moskitonetz auf, legte mich in mein Bett und starrte an die l\u00f6chrige Decke. Ich schlief ein, w\u00e4hrend ich an diesen wundersch\u00f6nen Tag dachte. Ich wusste, ich war wieder hier angekommen. es war, als sei ich zu Hause.<\/p>\n<div id=\"attachment_709\" style=\"width: 601px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/naomimebus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2016\/02\/IMG_3590.jpg?ssl=1\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-709\" data-attachment-id=\"709\" data-permalink=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/naomimebus\/2016\/02\/15\/nach-hause-kommen\/img_3590\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/naomimebus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2016\/02\/IMG_3590.jpg?fit=2592%2C1936&amp;ssl=1\" data-orig-size=\"2592,1936\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;2.8&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;iPhone 4&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;1455941109&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;3.85&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;1000&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0.0666666666667&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"IMG_3590\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-medium-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/naomimebus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2016\/02\/IMG_3590.jpg?fit=300%2C224&amp;ssl=1\" data-large-file=\"https:\/\/i0.wp.com\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/naomimebus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2016\/02\/IMG_3590.jpg?fit=1024%2C765&amp;ssl=1\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-709\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/naomimebus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2016\/02\/IMG_3590.jpg?resize=591%2C442&#038;ssl=1\" alt=\"IMG_3590\" height=\"442\" width=\"591\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/naomimebus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2016\/02\/IMG_3590.jpg?resize=300%2C224&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/naomimebus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2016\/02\/IMG_3590.jpg?resize=768%2C574&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/naomimebus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2016\/02\/IMG_3590.jpg?resize=1024%2C765&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/naomimebus\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2016\/02\/IMG_3590.jpg?w=2360&amp;ssl=1 2360w\" sizes=\"(max-width: 591px) 100vw, 591px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-709\" class=\"wp-caption-text\">Willkommen<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>142 Tage &#8211; Es f\u00fchlt sich an, als h\u00e4tte ich den Atem angehalten! 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