Von Musik und Eintrittsgeldern für Kameras

Maike ist inzwischen sicher in Deutschland angekommen, dafür ist seit letzter Woche Luisa da. Sie spielt Querflöte und bleibt bis Mitte Mai.
Vergangene Woche bin ich nach Accra (also die Innenstadt von Accra) zum Postoffice gefahren, ein Paket ist angekommen. Leider habe ich keine Sendungsverfolgungsnummer und meinen Namen können sie auf den handgeschriebenen Listen auch nicht finden. Nach einer dreiviertel Stunde auf alten Sesseln Warten, werde ich gerufen. Ich gehe zum Schalter und da ist es – schon draußen auf dem Karton kann man lesen „feinster Lebkuchen“. Mit einiger Verspätung halte ich es in der Hand, macht nichts, Weihnachtsstimmung war ja eh nicht so wirklich. Ich fahre also nach Nima in die Library und während ich auf meine SchülerInnen warte, esse ich unter Palmen in der Sonne meine Lebkuchen. Der Unterricht läuft so wie immer, mal sind mehr, mal weniger Kinder da. Ebenso wechselhaft ist die Motivation.

Wir proben nun wöchentlich mit den Flötistinnen aus der Alliance Française zusammen. Wir wollen unser Repertoire in unseren Projekten vorstellen, damit sie ein klassisches „Konzert“ erleben können. Nach der Probe am Donnerstag wurden wir eingeladen zu einem Konzert und anschließend auf die Gästeliste gesetzt.
Am Samstag sind wir dann abends dort hingefahren. Viele ZuschauerInnen sind schon da. Im Hof werden kleine Snacks und Getränke angeboten, daneben ist ein Kleiderstand mit traditionellen Gewändern. Wir setzen uns und schnell füllen sich die Ränge. Das Konzert fängt an, nacheinander treten mehrere Künstlerinnen aus dem Norden Ghanas auf. Traditionelle Musik wird mit moderner gemischt, ebenso die Instrumente, eine Kreuzung aus Geige und Gitarre wird dabei besonders gerne gespielt. Nach drei Stunden ist das Konzert immernoch nicht zu Ende, wir gehen trotzdem schon und erwischen glücklicherweise noch eins der letzten Trotros.
Am nächsten Tag fahre ich mit Johanna nach Dodowa. Dort spazieren wir zu einem Wasserfall, nachdem wir Eintritt bezahlt haben und ich diskutiert habe, dass ich nicht vorhabe, mit meiner Kamera professionelle Bilder zu machen, da ich sonst noch hätte drauf zahlen müssen. Der Weg ist idyllisch, alles ist still, man hört einen Bach plätschern, über unsere Köpfen wachsen Bananen und Papaya. Der Wasserfall selbst ist größer als ich gedacht hätte. Einheimische springen im Wasser herum und fordern uns auf, schwimmen zu gehen. Wir entscheiden uns dagegen und bleiben lieber auf einem Stein sitzen, allerdings werden wir die ganze Zeit angestarrt und angesprochen. Wir fühlen uns unwohl und gehen schon früh wieder zurück. Wir setzten uns etwas abseits auf eine Brücke, bzw auf ein langes Brett, was über den Fluss führt. Wir essen unseren Proviant, inklusive Lebkuchen und hören ein Hörspiel. Unser Kinderhörspiel haben wir schon durch, jetzt hören wir eins, was auch offiziell für unsere Altersklasse geeignet ist. Ein Paar Kapitel weiter wandern wir zurück, die Rückfahrt dauert mehr als zwei Stunden und wir wollen nicht zu spät nach Hause kommen. Dort ist es zur Zeit recht voll. Touristen aus Schweden sind für einen Workshop da, da ist es nun Glück, wenn man einen Augenblick erwischt, in dem das Bad frei ist.
Ich bin heute und morgen aber im Kinderparadise und habe mein eigenes Zimmer. Das trifft sich gut, finde ich und genieße ein Wenig diese kleine Auszeit von dem Trubel.

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