Shai Hills

Da wir jetzt ein paar Tage frei haben, fahren wir heute in die Shai Hills etwas außerhalb von Accra. Dafür stehen wir extra früh auf, sodass wir schon um zehn Uhr da sind. Als wir ankommen, wird uns erklärt, was wir dort machen können. Wenn ma mit dem eigenen Auto da ist, kann man den Nationalpark fahrend erkunden, wir entscheiden uns allerdings für eine geführte Wanderung. Auf der Informationstafel stehen verschiedene Wege zur Auswahl, von kurz bis lang, eingeteilt in Schwierigkeitsgerade von eins bis fünf. Wir bezahlen für eine zehn Kilometerlange Tour mit dem Grad 4,5 und somit die anspruchsvollste, kein Problem, denken wir und gehen los. Obwohl unser Guide deutlich älter ist als wir (ich schätze ihn so Ende fünfzig), muss ich mich wirklich bemühen, Schritt zu halten. Erst laufen wir an zwei Gehegen vorbei, eins für einen Strauß und das andere für Zebras. Anschließend wandern wir durch die „freie Natur“. Zwischendurch raschelt es im Gebüsch und da der Guide uns erzählt, dass es hier giftige Schlangen wie Cobra und Co gibt, hoffe ich immer, dass sie da bleiben, wo sie sind. Es raschelt wieder, direkt am Wegesrand und sogar unser Guide geht ein paar Schritte zurück. Ich erschrecke mich so dermaßen, als ein riesiger Gekko und mit riesig meine ich einen Meter lang, über den Weg läuft. Naja, zum Glück keine Giftschlange. Wir wandern weiter, dieser Teil der Route verläuft eben durch eine halb ausgetrocknete Graslandschaft, rechts neben uns fangen die Berge an, bzw. Felsen. Ein Gelber Bus mit einer Jugendgruppe (die offensichtlich keine Lust hatten, zu Laufen) überholt uns. Wir gehen zur Seite, um den Weg frei zu machen, aber unser Guide sagt, wir sollen einsteigen. Wir werden ein paar Kurven weiter raus gelassen und wir verlassen den Hauptweg und beginnen mit der Besteigung des Bergs. Der Weg ist nun unbefestigt, mal durch Gras, dann durch Wald und dann über Felsstücke und das beständig bergauf. Zwischendurch geht mit etwas die Puste aus, während unser Guide mühelos höher und höher läuft. Wir kommen an einer Höhle vorbei, an dem vor vierhundert Jahren Menschen gelebt haben, bis sie von den Briten verscheucht wurden. Einige Steinhaufen, die damals als Opferstätten gedient haben, erinnern an diese Zeit. Allerdings bezweifel ich, dass die Flasche, die dort liegt, schon vor Jahrhunderten exestierte, sie sieht nämlich erstaunlich neu aus… Abgesehen davon, finde ich es trotzdem spannend, obwohl ich es mir gar nicht vorstellen kann, dass hier mal Menschen gelebt haben.
Als unser Guide uns gerade etwas über eine Höhle erzählt, in der die Schwangeren die Kinder zur Welt gebracht haben, entdecken wir Affen. Ich weiß zwar leider nicht, welche Art, aber sie sind schon recht groß, wenn sie sich hinsetzen, würden sie mir bis zur Hüfte gehen. Jetzt sind sie allerdings ca fünfzig Meter entfernt und gucken neugierig, aber auch vorsichtig, durch die Zweige durch, was es leider schwierig macht, sie zu fotografieren. Wir gehen den gleichen Weg zurück, was ich etwas schade finde, Rundwege sind ja doch interessanter, zumal es jetzt steil bergab geht und meine Knie bedanken sich. Die Felsen sind glatt wie Schären und durch das Laub, ist es zwischendurch richtig rutschig. Wieder unten angekommen geht es noch fünf Kilometer ebenerdig zurück. Zufälliger Weise werden wir erneut von dem Bus überholt und dieses Mal steige ich gerne ein, obwohl es etwas gemogelt ist. An der Rezeption angekommen, sehen wir Affen aus der Nähe, für meinen Geschmack etwas zu nah, aber es gibt wenigstens ein schönes Foto. Anschließend essen wir unser mitgebrachtes Lunchpaket (Bread and Beans, Haribo und Spekulatius). Gesättigt geht es zurück nach Hause, wo ich mich zufrieden ins Bett lege. Ich hatte ehrlich gesagt mehr Tiere erwartet, zumal der Nationalpark mit Antilopen wirbt, aber letzendlich war es auch eine schöne Wanderung, auch wenn ich etwas erledigt bin, aber ich kann mich nicht beschweren, wir wurden ja vorgewarnt.

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