Weihnachten

Heute ist Weihnachten. In Ghana wird Heiligabend nicht gefeiert, dafür aber dee 25. Ich mache mich mit drei anderen Freiwilligen morgens auf den Weg ins Kinderparadise. Auf dem Weg dort hin, sehe ich aus dem Fenster des Trotros ganz viele Hühner und Ziegen am Straßenrand. Neben den Käfigen steht meistens ein Tisch, wo die Tiere frisch vor den Augen der KundInnen geschlachtet werden. Es scheint ein sehr beliebtes Weihnachtsessen zu sein, jedenfalls habe ich zuvor noch nie so viele Tiere an der Straße gesehen. Im Kinderparadise angekommen, beginnt die „Weihnachtsshow“, ein Mix aus Gebeten, Gedichten, Tänzen, Musik und Theater. Bei dem bunt gemischten Programm komme ich sogar ein Wenig in Weihnachtsstimmung. Als die Leiterin eine kleine Ansprache hält, bin ich wirklich gerührt. Ich schätze mich glücklich, dass ich an solch einem besonderen Tag ein Teil dieser großen Familie sein zu können, oder zumindest einen Einblick zu bekommen.
Anschließend wird der Essenssaal umgeräumt, zwei lange Tafeln werden aufgestellt und dekoriert. Nach einem Gebet essen alle zusammen und mein Bauch, der eigentlich noch von gestern gefüllt ist, wird noch voller.
Nach dem Essen werden die Tische wieder umgeräumt und die Bescherung beginnt. Zu erst rufen die Kinder den Weihnachtsmann. Als er endlich den Saal betritt, sind die kleinen ganz aufgeregt, die großen erkennen natürlich, dass es nur ein Ehemaliger ist, der sich verkleidet hat. Der Weihnachtsmann setzt sich auf einen Stuhl mit goldenem Kissen und ruft nacheinander die Kinder auf. Ein Sozialarbeiter ließt zu jedem Kind ein paar Sätze vor, was es besonders gut kann. Dann bekommt es vom Weihnachtsmann eine Tüte mit den Geschenken drin und es muss natürlich noch ein Foto gemacht werden. Bei achtzig Kindern plus MitarbeiterInnen dauert das allerdings seine Zeit. Wir Freiwilligen bekommen sogar auch eine Geschenketüte und uns wird ausdrücklich gedankt. Nach der Bescherung haben die Kinder vorerst Freizeit und gehen Fußball spielen. Ich setze mich mit zwei dort arbeitenden und der Leiterin in das Wohnzimmer des Mitarbeiterinnenhaus und quatschen wie es so ist, Weihnachten im Warmen und weit weg von der Familie zu verbringen. Eine stunde später stibitzte ich mir eine Zimtschnecke aus der Küche und fahre mit dem Fahrer zurück nach Accra.

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