{"id":61,"date":"2015-09-20T06:48:45","date_gmt":"2015-09-20T04:48:45","guid":{"rendered":"http:\/\/lenka.musikerohnegrenzen.de\/?p=61"},"modified":"2015-09-20T06:48:45","modified_gmt":"2015-09-20T04:48:45","slug":"von-pinken-voegeln-und-langen-naechten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/lenkastepanek\/2015\/09\/20\/von-pinken-voegeln-und-langen-naechten\/","title":{"rendered":"Von pinken V\u00f6geln und langen N\u00e4chten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center\">Kaum ist unser Team \u2018Playas\u2019 komplett, hei\u00dft es f\u00fcr den ersten von uns auch schon wieder Abschied nehmen. Justus (unser Schlagzeuger) war blo\u00df f\u00fcr drei Wochen in seinen Semesterferien im Projekt und verl\u00e4sst uns jetzt f\u00fcr eine Summerschool auf Kuba, was ziemlich tragisch ist, da er wohl die meisten Sch\u00fcler hatte. Trotzdem konnten wir noch einige sch\u00f6ne Momente mit ihm verbringen.<br \/>\nMittwoch nahmen wir uns ein Taxi in das etwa 10 Minuten entferne <strong>Puerto del Morro,<\/strong> um wie typische Touris eine Delfintour mitzumachen. Mit unserem vorr\u00fcbergehenden Besuch (Julian und Joana), der aus Guayaquil kam, um sich unser Projekt anzuschauen, ging es dann auf zur 1 1\/2 st\u00fcndigen Rundfahrt auf einem flussartigen Gew\u00e4sser, das ins Meer m\u00fcndet. F\u00fcr die herruntergehandelten 5$ pro Person war es dann auch echt okay, dass die Delfine keine spektakul\u00e4re Show neben unserem B\u00f6tchen abgezogen haben, sondern wirklich nur ein paar mal aufgetaucht sind, um Luft zu schnappen. Auch das hatte ich ja in freier Wildbahn noch nie gesehen. Doch nicht nur die Delfine, auch die pinken V\u00f6gel mit langen Schn\u00e4beln (nein, keine Flamingos) waren den Ausflug echt wert. Die Tour endete etwa um 17:00 Uhr und der Plan war, auf einen H\u00fcgel zu wandern, der laut der Einwohner zu Fu\u00df in 20 Minuten zu erreichen war, um von dort aus den Sonnenuntergang zu betrachten. Die Wegbeschreibung \u201ceinfach geradeaus\u201d brachte uns dann jedoch auch nach einer dreiviertelstunde zu keinem Ziel und der n\u00e4chste gr\u00f6\u00dfere H\u00fcgel war so ungehf\u00e4hr wage am Horizont zu erkennen. Etwas schade, aber die Wanderung Richtung Playas w\u00e4hrend Sonnenuntergang war auch sehr entspannt, zudem wir bei einem auf dem Weg liegenden Melonenstand Rast machten. Die Stra\u00dfe war kaum befahren, doch das Gl\u00fcck war auf unserer Seite, sodass uns ein Schulbus auf halber Strecke mit nach Hause nahm. Die Busse hier sind so eine Sache f\u00fcr sich: Haltestellen gibt es hier schonmal nicht, hei\u00dft also die Busse fahren bei offener T\u00fcr und die Menschen springen mal eben raus, wenn der Bus an einer Ampel h\u00e4lt. H\u00e4ndler eilen bei der Gelegenheit schnell hinein, um den Passagieren ihre Ware anzudrehen oder andere wiederrum um uns von Gott zu singen.<br \/>\nZur\u00fcck zur letzten Woche: Donnerstagabend traf sich unsere Gruppe zusammen mit Justus, um seinen letzten Abend in Playas noch in Ruhe ausklingen zu lassen. Sein letzter Wunsch war ein Lagerfeuer am Strand. Also setzten wir das an unserem ber\u00fchmten Stamm-Strandplatz, der sich ziemlich am \u00e4u\u00dferen Ende der Stadt befindet, in die Tat um. Bis in die fr\u00fchen Morgenstunden lagen wir dort und sangen mal mehr mal weniger schief Lieder begleitet von lieblichem Ukulelenklang. Hunde jagten sich am Rande des Meeres und schienen ihre Freiheit genauso zu genie\u00dfen wie wir in diesem Moment.<br \/>\nAm Freitag stand dann das erste Konzert von Ola Sinphonica an, das ich erleben durfte. Es handelte sich hierbei um eine Veranstaltung, wie sie einmal im Monat stattfinden soll, um die Musikschule bekannter zu machen: Die Sch\u00fcler, die schon l\u00e4nger aktiv dabei sind d\u00fcrfen auftreten und unsere \u201cChefin\u201d Isabell spielt Moderator. Um 18:00 Uhr sollte uns also der Bus abholen. Wenig \u00fcberrascht war ich davon, dass wir erst eine Stunde sp\u00e4ter los kamen. Die Wartezeit nutze ich, um schnell nochmal zum \u201cPan-Laden\u201d um die Ecke zu huschen und ein paar pan mixtos (knuspriges aufgebackenes Br\u00f6tchen mit salzigem und s\u00fc\u00dfem Teig vermischt, einfach g\u00f6ttlich!) f\u00fcr den Weg zu ergattern. Das Konzert selbst war dann auch so ungef\u00e4hr wie ich mir das vorgestellt hatte: Die Technik funktionierte mehr schlecht als recht, Menschen wurden zu Mikrost\u00e4ndern umfunktioniert, einige St\u00fccke wurden einfach nicht angesagt und somit auch einfach weggelassen. Aber das schien die Zuschauer alles gar nicht zu st\u00f6ren. Generell muss ich sagen, dass es eine gute Idee ist, Konzerte von der Musikschule zu veranstalten, jedoch sollten die in gr\u00f6\u00dferen Abst\u00e4nden aufeinander folgen, sodass man Zeit hat, ein St\u00fcck richtig mit seinen Sch\u00fclern einzu\u00fcben. Das jedoch den \u201cChefs\u201d vom Centro Intercultural zu verklickern wird wohl ein l\u00e4ngerer Prozess werden&#8230;<br \/>\nNachdem ich Freitag endlich mein Fahrrad habe richten lassen, konnte ich dieses am Samstag auch gleich einweihen. Der Weg zur Musischule betr\u00e4gt zehn Minuten und allein diese Strecke hat mir mal wieder gezeigt, wie unsportlich ich eigentlich bin. Aber man hat gleich ein besseres Gef\u00fchl, einen Tag mal kein Geld f\u00fcr Trisimoto oder Taxi auszugeben. Au\u00dferdem habe ich somit meinen Ausgleich zu dem ganzen Essen gefunden. Bei zwei Mal t\u00e4glich 10 Minuten hin und zur\u00fcck sind mindestens die Kalorien f\u00fcr einen Fruchtsaft abgestrampelt. \ud83d\ude00 Samstag war jedenfalls der Tag, an dem ich eine neue Klarinettensch\u00fclerin kennen lernen durfte. Es handelte sich um eine Frau an die 40, deren Tochter zur gleichen Zeit Geigenunterricht bei Lea nimmt. Vor der Stunde hatte ich echt Bammel, dass ich ihr mit meinem mangelhaften Spanisch nicht erkl\u00e4ren kann, wie man in eine Klarinette reinbl\u00e4\u00dft. Meine Sorgen waren jedoch v\u00f6llig unberechtigt, ich war wirklich positiv \u00fcberrascht wie schnell sie verstand, was ich von ihr will.<br \/>\nDer Samstagabend sollte nat\u00fcrlich auch genutzt werden. W\u00e4hrend Playas unter der Woche abends\/nachts wie leergefegt ist, geht hier am Wochenende echt was. Wir starteten in einer Karaokebar und endeten im Club \u2018Aloha\u2019, in dem ich mit meiner ersten richtigen Reggaeton-Tanzstunde konfrontiert wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Fazit nach Woche drei: Mir geht es hier wirklich gut. Besonders sch\u00f6n ist es zu sehen, wie sich der kleine William, der anfangs mir gegen\u00fcber sch\u00fcchtern war, Schritt f\u00fcr Schritt an mich gew\u00f6hnt und pl\u00f6tzlich redet wie ein Wasserfall; dass der Onkel mir zuh\u00f6rt und versteht, dass ich zum Fr\u00fchst\u00fcck lieber Fr\u00fcchte als Fisch haben m\u00f6chte. Das Haus meiner Gastfamilie f\u00fchlt sich jetzt schont wie ein Zuhause an. Ich freue mich Abends hierher zu kommen und zu wissen, dass wir noch zusammen Abendessen, nebenbei vielleicht ein bisschen Fernsehn schauen, meine Gastbr\u00fcder rumalbern und ich am Ende des Tages in mein eigenes Bett fallen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">\n<p style=\"text-align: center\"><a href=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/lenkastepanek\/wp-content\/uploads\/sites\/27\/2015\/10\/Foto.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-81 size-medium\" src=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/lenkastepanek\/wp-content\/uploads\/sites\/27\/2015\/10\/Foto-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/lenkastepanek\/wp-content\/uploads\/sites\/27\/2015\/10\/Foto-300x225.jpg 300w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/lenkastepanek\/wp-content\/uploads\/sites\/27\/2015\/10\/Foto-768x576.jpg 768w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/lenkastepanek\/wp-content\/uploads\/sites\/27\/2015\/10\/Foto-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kaum ist unser Team \u2018Playas\u2019 komplett, hei\u00dft es f\u00fcr den ersten von uns auch schon wieder Abschied nehmen. Justus (unser Schlagzeuger) war blo\u00df f\u00fcr drei Wochen in seinen Semesterferien im [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":32,"featured_media":64,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0},"categories":[1],"tags":[],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/lenkastepanek\/wp-content\/uploads\/sites\/27\/2015\/09\/Foto-5.jpg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/lenkastepanek\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61"}],"collection":[{"href":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/lenkastepanek\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/lenkastepanek\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/lenkastepanek\/wp-json\/wp\/v2\/users\/32"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/lenkastepanek\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=61"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/lenkastepanek\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/61\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/lenkastepanek\/wp-json\/wp\/v2\/media\/64"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/lenkastepanek\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=61"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/lenkastepanek\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=61"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/lenkastepanek\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=61"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}