{"id":399,"date":"2015-09-10T22:20:40","date_gmt":"2015-09-10T20:20:40","guid":{"rendered":"http:\/\/lenka.musikerohnegrenzen.de\/?p=8"},"modified":"2015-09-10T22:20:40","modified_gmt":"2015-09-10T20:20:40","slug":"8","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/lenkastepanek\/2015\/09\/10\/8\/","title":{"rendered":"Ankunft in der neuen Heimat"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center\">Hallo! Ich bin Lenka, 19 Jahre alt, habe dieses Jahr meine Gymnasiumlaufbahn endlich abgeschlossen und bin nun bereit mich in die weite Welt zu begeben. Vor ziemlich genau einem Jahr bin ich durch einen Zeitungsartikel, den mir meine Oma hat zukommen lassen, auf \u201cMusiker ohne Grenzen\u201d gesto\u00dfen und war vom ersten Moment an von der Idee begeistert. Sp\u00e4testens nach dem ersten Vorbereitungsseminar im November war f\u00fcr mich klar, dass ich unbedingt Teil der sogenannten \u201cMoGs\u201d werden will. Anfang dieses Jahres stand dann fest, in welches Projekt ich komme und zwar in das in dem an der K\u00fcste liegenden Ort: Playas. Nach dem ganzen Abistress, zwei Monate nichts (Sinnvolles) tun und einem qualvollen Monat Arbeit bei Adidas, ging mein Flug nach Ecuador dann schlie\u00dflich am 31.8. um 6:05 von N\u00fcrnberg aus los. Ich konnte mich an meinen letzten Flug nur noch wage erinnern, aber ich muss sagen, ich k\u00f6nnte mich glatt daran gew\u00f6hnen; gesch\u00e4tzt st\u00fcndlich kommt ein netter junger Mann mit etwas Essbarem oder einem Saft vorbei, es gibt eine gro\u00dfe Auswahl an Filmen. Wenn man keine Lust auf das alles hat, st\u00fclpt man sich einfach die Schlafbrille \u00fcber. Was will man mehr&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Aber nun zum interessanten Teil: Ich wurde von meiner Gastmutter und Anne (der Projektleitung, die sich zur Zeit auch in Ecuador befindet) mit dem Auto am Flughafen von Guayaquil abgeholt. Zuhause angekommen erwartete mich schon die ganze Familie. Diese besteht aus Papa Santo, Mama Gina, Tochter Gina, Lili und Estefania, Sohn Santi und Israel, Lilis Sohn Luiggi und Estefanias Sohn William, nat\u00fcrlich Onkel Julio, der den Haushalt schmei\u00dft und den vier (nicht ganz so gehorchenden) Hunden. Die Familie besitzt ein Hotel nahe am Meer und einen Laden im Zentrum, der lauter kitschige Sachen verkauft, f\u00fcr die in Deutschland kein Schwein Geld ausgeben w\u00fcrde. Ersch\u00f6pft vom Flug und der Zeitverschiebung wurde mir nat\u00fcrlich gleich mein erstes ecuadorianisches Essen serviert (weil ich vom nach dem ganzen Flugzeugfra\u00df ja noch so schrecklich hungrig war). Auf dem Vorbereitungsseminar wurde also nicht gelogen: Es gibt vieeel Reis. Dies best\u00e4tigte sich auch in den folgenden Tagen. Die Menschen hier essen zu allem Reis; zu Nudeln, zu Kartoffelbrei, einfach zu allem. Au\u00dferdem essen sie echt (viel zu) viel. Zum Fr\u00fchst\u00fcck gibt es schon ein halbes Mittagessen und einige Stunden drauf zum Mittagessen erneut reichlich. Ganz wichtig hier ist die Suppe. Wenn ich mich etwas besser verst\u00e4ndigen kann, werde ich zu verstehenn geben, dass ich nicht unbedingt jedes mal Suppe vor dem Essen brauche, da allein die mich eigentlich schon satt macht. Aber man will die Familie ja vor allem am Anfang nicht gleich entt\u00e4uschen. Wenn man nicht sprechen kann, macht man halt einfach das, was von einem verlangt wird. Fasziniert bin ich jedoch von den super leckeren, eisgek\u00fchlten Fruchs\u00e4ften,die es bei mir im Haus meist frisch gepresst gibt. Jeden Tag koste ich eine neue Frucht; Papaya, Maracuja, irgendwelche Zitrusfr\u00fcchte. Wie viel Zucker die Eccis da noch mit reinmischen will ich gar nicht wissen, ich rede mir auf jeden Fall ein, dass sie gesund sind!<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Zum Haus: Es hat erstmal gedauert bis ich verstanden habe, wo denn \u00fcberhaupt alle schlafen. Aber die Hauptsache ist, ich habe mein eigenes Zimmer! Und das mag ich echt gern. Ich habe einen Spiegel, eine Kommode, ein Bett mit Moskitonetz (das ich erstmal flicken musste). Ein guter R\u00fcckzugsort um seine Privatsph\u00e4re zu genie\u00dfen und vor allem um die Wertsachen aufzubewaren, denn ich soll mein Zimmer immer wenn ich aus dem Haus gehe absperren. Alle Zimmer sind oben offen, das hei\u00dft es wird fr\u00fch ab sp\u00e4testens 8:00 Uhr laut, wenn meine Familie fr\u00fchst\u00fcckt. Und dann gibts da noch diesen Hahn, der um Punkt f\u00fcnf immer penetrant das Kr\u00e4hen anf\u00e4ngt; so laut, dass man denken k\u00f6nnte er st\u00e4nde direkt neben dem Bett. Ab 5:00 Uhr nochmal im Halbschlaf die Ohrst\u00f6psel gesucht kann ich dann meistens nochmal drei bis vier Stunden schlafen. Das Bad ist zwar anders als bei uns in Deutschland, aber ich habe mich doch recht schnell dran gew\u00f6hnt. Sogar das kalte Duschen f\u00e4llt mir von Tag zu Tag leichter.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">Die Musikschule, an der ich die n\u00e4chsten Monate unterrichten werde, habe ich bereits an meinem zweiten Tag hier besichtigt. Anne holte mich vom \u201cLocal\u201d (Gesch\u00e4ft) ab und wir schnappten uns ein Trisimoto (hammer Teil und dazu noch mega g\u00fcnstig: 0,50$ die Fahrt). Man kann sich die Musikschule nicht so vorstellen wie eine in Deutschland. Das Centrum Intercultural wird sehr vielseitig genutzt: Von den K\u00fcnstlern, f\u00fcr Reunions oder Pr\u00e4sentationen oder eben von uns Musikern. Es sind drei R\u00e4ume f\u00fcr uns vorgesehen, von denen einer jedoch vom Schlagzeug \u201cblockiert\u201d wird. In meiner ersten Unterrichtsstunde,die ich bereits in meiner ersten Woche hatte, bin ich ins Freie gegangen, weil es wegen der Lautst\u00e4rke und der Hitze einfach angenehmer war. Auch das mit den Sch\u00fclern l\u00e4uft hier etwas anders ab. Man kann nicht fest damit rechnen wann sie kommen, oder ob \u00fcberhaupt, obwohl sie eigentlich eine Zeit vorgegeben haben. Mein erster Sch\u00fcler war ein \u00e4lterer Mann an die 50, der sehr musikbegeistert ist und unbedingt Klarinette lernen will. F\u00fcr mich war es eine gro\u00dfe Erleichterung, dass er gutes Englisch konnte (da er fr\u00fcher Englischlehrer war). Sonst sprechen hier die Wenigsten englisch. F\u00fcr seine erste Klarinettenstunde hat er sich auch ganz wacker geschlagen. Der Unterricht mit meiner ersten Saxophonsch\u00fclerin verlief nicht ganz so einfach. Ich war \u00fcberfordert , weil sie nur spanisch konnte und Saxophon ja eigentlich auch nicht mein Instrument ist. Nach anf\u00e4nglichen Schwierigkeiten interagierten wir dann aber doch ziemlich gut. Leider blieb es bisher bei diesen zwei Sch\u00fclern, da ich in meiner zweiten Woche von meinen drei weiteren Sch\u00fclern versetzt wurde. Mein Stundenplan muss sowieso noch etwas auf Vordermann gebracht werden, weil ich bisher erst sehr wenige Sch\u00fcler habe. Wenn wir die Erlaubnis kriegen bem\u00fchen wir uns die n\u00e4chste Zeit etwas Werbung in den Schulen zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center\">F\u00fcr den Anfang k\u00f6nnte ich nat\u00fcrlich noch von dem unbeschreiblich sch\u00f6nen Meer vorschw\u00e4rmen, das gerade mal zwei Stra\u00dfen von meinem Haus entfernt ist und den ganzen Ort nochmal erheblich aufwertet. Vom Strand, dem lauwarmen Meer mit den atemberaubenden Wellen, den riesigen schwarzen M\u00f6wen und den Pelikanen kann man einfach nur begeistert sein. \ud83d\ude42<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><p>no images were found<\/p>\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo! Ich bin Lenka, 19 Jahre alt, habe dieses Jahr meine Gymnasiumlaufbahn endlich abgeschlossen und bin nun bereit mich in die weite Welt zu begeben. 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