{"id":315,"date":"2016-02-01T03:52:41","date_gmt":"2016-02-01T02:52:41","guid":{"rendered":"http:\/\/lenka.musikerohnegrenzen.de\/?p=315"},"modified":"2016-02-01T03:52:41","modified_gmt":"2016-02-01T02:52:41","slug":"fiesta-y-nada-mas-ausnahmezustand-in-playas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/lenkastepanek\/2016\/02\/01\/fiesta-y-nada-mas-ausnahmezustand-in-playas\/","title":{"rendered":"Fiesta y nada mas &#8211; Ausnahmezustand in Playas"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center\">Weihnachten, Silvester, Neujahr. Die letzten ein einhalb Monate verflogen so schnell und es passierte so viel, sodass ich nicht mal mehr im Stande bin mich an alles zu erinnern. Was mir an Fiesta versprochen wurde, wurde jedenfalls eingehalten. Diese Feiertage werden in Ecuador n\u00e4mlich gro\u00df geschrieben. Ich war so gespannt, wie mein erstes Weihnachten ohne meine richtige Familie wohl werden w\u00fcrde und wurde in meinen Erwartungen anfangs etwas entt\u00e4uscht. P\u00fcnktlich zur Adventszeit -wie sollte es auch anders kommen- packte mich eine Erk\u00e4ltung. Am 24. f\u00fchlte ich mich also noch etwas schwach. Da meine Gastfamilie viel arbeitet, waren sie auch an Heilig Abend bis 20:00 Uhr besch\u00e4ftigt und ich musste mir \u00fcberlegen, was ich mit meinem Tag anfange. Nachdem die letzten Weihnachtsgeschenke gekauft waren, entschloss ich mich kurzerhand daf\u00fcr, f\u00fcr den Abend Pfannkuchen als Nachspeise vorzubereiten. Da die \u201ccena\u201d erst gegen den sp\u00e4teren Abend stattfinden sollte, zog sich der Tag relativ lang. Ich hatte ja nicht wie die vergangenen Jahre immer noch einen Baum zu schm\u00fccken. Das geschah schon einige Tage zuvor und wurde vom Onkel \u00fcbernommen, der den Plastikbaum bis Weihnachten jedoch noch gesch\u00e4tzte 10 Mal umdekorierte bzw dann doch pl\u00f6tzlich eine andere leuchtend und singende Lichterkette f\u00fcr besser befand. So sah ich mir noch in aller Ruhe den Sonnenuntergang am Meer an, bevor ich nach Hause zur\u00fckkehrte um mich h\u00fcbsch zu machen. Ich wartete auch ganz artig bis zum Abend um das Geschenk meiner Eltern zu \u00f6ffnen, das sie mir hatten zukommen lassen. Das lie\u00df mich dann zum ersten Mal an diesem Tag in eine weihnachtliche Stimmung verfallen. Nach acht trudelte meine Gastfamilie so langsam ein. Dann musste es schnell gehen; alle noch eben duschen, sich schminken, 100 Selfies machen und dann ab ins Hotel. Ich hatte das Gef\u00fchl, dass ich die einzige war, die versuchte etwas auf Weihnachten zu tun, indem ich die Geschenke unter dem Baum positionierte. Meine Familie schenkte sich an diesem Abend gegenseitig nichts. In vielen ecuadorianischen Familien -meiner inbegriffen- ist es Tradition sich vor Weihnachten einmal komplett mit neuen Klamotten einzukleiden, die sie dann an Weihnachten und Silvester das erste Mal tragen d\u00fcrfen. Ich glaube sie waren auch etwas verwirrt \u00fcber meine Geschenke, da sie diese tagelang nicht anr\u00fchrten, bis ich sie daran erinnerte. Der Heilig Abend mit der Familie bestand also aus nicht viel mehr als einem gemeinsamen Essen und den Pfannkuchen oder doch eher Kaiserschmarrn, den ich im Anschluss servierte, w\u00e4hrend meine Gastfamilie schon halb auf dem Esstisch einschlief. Mein Heilig Abend ging jedoch noch weiter, da es hier \u00fcblig ist die Nacht mit Freunden oder Familie im Zentrum zu verbringen. Daf\u00fcr, dass der Tag total unspektakul\u00e4r begonnen hatte, endete er in einem entspannten Abend mit \u201cAfterparty\u201d.<br \/>\nIn der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr ist in Playas Ausnahmezustand. Die Familien aus Guayaquil oder anderen Teilen Ecuadors kommen in unseren sch\u00f6nen K\u00fcstenort um zu feiern. Und Silvester war wie schon erwartet der H\u00f6hepunkt. Mein letzter Tag des Jahres war nahezu perfekt. Um diesen in vollen Z\u00fcgen zu genie\u00dfen, verbrachte ich den Tag \u00fcber mit einem Freund am Strand etwas abgelegen von Playas, womit mein Vorsatz sich bis zum Ende des Jahres keinen Sonnenbrand mehr zu holen somit aufgehoben war. Meine Familie hatte schon Tage zuvor die Vorbereitungen f\u00fcr diesen Tag getroffen. Silvester sollte n\u00e4mlich im Vergleich zu Weihnachten ganz besonders werden. Einige Tage zuvor hatte ich erstaunt festgestellt, dass sich ein neues Haustier in unserem Hof befindet: Ein angeketteter Truthahn, vor dem ich mich ganz sch\u00f6n erschreckte als er ein Ger\u00e4usch von sich gab. Ganz ehrlich, ich habe selten ein so h\u00e4ssliches Tier gesehen. Das machte es etwas leichter keine Beziehung zu ihm aufzubauen. Zudem war mir ja auch bewusst, dass es in ein paar Tagen auf meinem Teller landen w\u00fcrde. Silvester verbrachten wir nicht im Hotel. Nach der \u00fcblichen Routine \u201cduschen, schminken, Fotos\u201d ging es gegen zehn Uhr Abends los. Das Haus war blitzeblank geputzt, der Tisch festlich gedeckt und der Alkohol stand bereit. Da ich den Tag \u00fcber gefastet hatte, um Platz f\u00fcr den Truthahn am Abend zu haben, schlug der Alkohol auch ziemlich schnell an. Jedoch nicht nur bei mir. H\u00e4tte ich mal gewusst, dass erst um halb zwei Uhr nachts gegessen wird&#8230; Zehn Minuten vor Mitternacht stellte sich die Familie im Kreis auf, alle hielten Luftballons in der Hand, auf die pers\u00f6nliche W\u00fcnsche f\u00fcrs neue Jahr gescheiben werden konnte, die Gastmutter sprach ein letztes Gebet im alten Jahr, jeder konnte dem im Anschluss noch etwas hinzuf\u00fcgen und um Punkt Mitternacht wurden die mit Helium gef\u00fcllten Luftballons in die unendlich schwarze Nacht entlassen. Dieser Teil r\u00fchrte mich beinahe zu Tr\u00e4nen -was aber auch am Alkohol liegen konnte. Punkt 0:00 Uhr und alle Menschen versammelten sich auf der Stra\u00dfe. Jetzt kam es zu dem Teil auf den ich schon so gespannt war: Die Tradition der <em>\u201ca\u00f1os vjechos\u201d. Es<\/em> handelt sich hierbei um Puppen verschiedener Gr\u00f6\u00dfen aus Pappe und Stoff, die vor dem Haus verbrannt werden als Symbol daf\u00fcr, dass alle schlechten Dinge aus dem letzten Jahr verschwindet und im neuen Jahr keine Rolle mehr spielen. Die meisten Familien geben sich beim Basteln dieser Gebilde richtige M\u00fche. Oft repr\u00e4sentiert es den Wohlstand einer Familie. Je gr\u00f6\u00dfer und pr\u00e4chtiger, desto wohlhabender ist diese. Viele sind wochen-, wenn nicht sogar monatelang damit besch\u00e4ftigt eine Skulptur fertigzustellen. Vor Silvester besuchte ich die Ausstellung der a\u00f1os vjechos in Guayaquil. Eine ganze Stra\u00dfe voller Skulpturen, die zum Gro\u00dfteil zum Verkauf bereit standen. Die sogenannten mu\u00f1ecas in Form von Superhelden, Disneyfiguren, Minions, Spongebob und vieles weitere. Jedenfalls war es echt ein Bild f\u00fcr sich all diese Figuren, die so m\u00fchsam erbaut wurden, herunterbrennen zu sehen. Zu gerne h\u00e4tte ich die erleuchteten Barrios aus der Vogelperspektive betrachtet. Playas in Flammen.<br \/>\nMorgens um acht fand ich mich am Strand mit Freunden wieder und wie kann ein Jahr sch\u00f6ner beginnen als mit Ausblick aufs Meer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weihnachten, Silvester, Neujahr. Die letzten ein einhalb Monate verflogen so schnell und es passierte so viel, sodass ich nicht mal mehr im Stande bin mich an alles zu erinnern. 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