{"id":498,"date":"2014-07-21T16:01:27","date_gmt":"2014-07-21T22:01:27","guid":{"rendered":"http:\/\/lena.musikerohnegrenzen.de\/?p=498"},"modified":"2017-08-05T11:05:12","modified_gmt":"2017-08-05T09:05:12","slug":"galapagos-die-zweite","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/lenapriesmeier\/2014\/07\/21\/galapagos-die-zweite\/","title":{"rendered":"Galapagos, die Zweite!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left\">Wahnsinn.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Ich bin wieder hier, wieder in Ecuador, wieder auf den Galapagosinseln.<br \/>\nWieder auf den Inseln, die mir so sehr ans Herz gewachsen sind, dass ich mich nach 3 Monaten in Deutschland wieder in den Flieger gesetzt habe um hier zu landen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Die Zeit, bis meine F\u00fc\u00dfe wieder Vulkanboden ber\u00fchrten, war gepr\u00e4gt von unglaublich vielen, sehr gemischten Gef\u00fchlen. Allen voran war da die riesige Freude nach 6 Monaten wieder zu Hause zu sein. Doch schnell kam da auch das Fernweh.<br \/>\nWenn man ein halbes Jahr lang einen Ort auf der anderen Seite der Welt zu seinem zu Hause gemacht hat, dann fragt man sich pl\u00f6tzlich, was genau &#8222;zu Hause&#8220; denn eigentlich bedeutet? Und nach all meinen Erfahrungen kann ich nur sagen:<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">HOME IS, WHERE YOUR HEART IS.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">&#8222;Zu Hause&#8220; ist kein spezieller Ort. Zu Hause ist da, wo Menschen sind, die dich lieben und die du liebst. Da wo du zufrieden bist und dich wohl f\u00fchlst. Es mag Menschen geben, die sagen, man kann nur ein zu Hause haben &#8211; aber ich sage, man kann \u00fcberall zu Hause sein.<br \/>\nAber was tut man nun, wenn man sich an zwei Orten zu Hause f\u00fchlt? Wenn ich auf den Inseln bin, vermisse ich meine Familie, meine Freunde aus Deutschland &#8211; und sobald ich in Deutschland bin, vermisse ich meine Freunde auf den Inseln, die in dem halben Jahr wie eine gro\u00dfe Familie f\u00fcr mich waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">In den Tagen nach meiner Ankunft in Deutschland w\u00fcnschte ich mir nichts mehr, als diese beiden Orte, dich ich jetzt &#8222;zu Hause&#8220; nannte, verbinden zu k\u00f6nnen, Erdplatten zu verschieben und eine Br\u00fccke zwischen Deutschland und den Galapagos Inseln zu bauen, so dass ich nach Lust und Laune von einer Welt in die andere spazieren k\u00f6nnte.<br \/>\nAber klar, das ist unm\u00f6glich. Und diese Tatsache ist nicht leicht zu verdauen.<br \/>\nMit der einen H\u00e4lfte meines Herzens lebte ich also noch auf Galapagos, w\u00e4hrend die andere H\u00e4lfte st\u00e4ndig Luftspr\u00fcnge machte, als ich meine Familie, Freunde und altbekannte Orte wieder sah. Doch je mehr Zeit verging, desto mehr rutschte ich wieder in den deutschen Alltag und auch mein Herz rutschte St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck wieder in mein deutsches Leben.<br \/>\nUnd trotzdem entschied ich mich Mitte Mai dazu, am 16. Juni wieder auf die Galapagos Inseln zu fliegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Es sind viele verschiedene Gr\u00fcnde die mich dazu bewegten. Nat\u00fcrlich schlug mein Herz h\u00f6her, bei dem Gedanken, mein Leben auf den Inseln nochmals aufleben zu lassen. Aber es ging mir auch sehr um unser Projekt, dessen Grundstein Jana, Marlen, Nina und ich im Oktober 2013 gelegt hatten. Denn dieses war immer noch sehr unorganisiert und zerbrechlich und zudem standen mehrere Entscheidungen an, die die Zukunft des Projekts stark pr\u00e4gen werden.<br \/>\nGeplant war, dass Mitte Juni die erste von 3 Freiwilligen (Josefin) allein auf die Inseln fliegt und die anderen Beiden dann im August nachkommen, doch keiner hatte ein gutes Gef\u00fchl dabei, Josefin ganz allein, ohne Spanischkenntnisse in das Chaos zu schicken, in dem sich unser Projekt zu dieser Zeit befand.<br \/>\nUnd so fiel mir die Entscheidung, mich ihr anzuschlie\u00dfen, sehr leicht. 7 Wochen als offizielle MoG-Koordinatorin mit Josefin auf den Inseln verbringen und danach 3 Wochen lang mit einer Freundin aus Deutschland (Veri) auf dem ecuadorianischen Festland zu reisen, damit hatte ich gleich sehr viele Fliegen mit einer Klappe geschlagen! \ud83d\ude42<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Ich dachte, mit dieser Entscheidung w\u00fcrde das Gef\u00fchlschaos verschwinden. Aber Pustekuchen. In meinem Kopf ging es drunter und dr\u00fcber wie eh und je. Pl\u00f6tzlich machte ich mir Gedanken, ob meine zweite Inselzeit denn \u00fcberhaupt so sch\u00f6n werden k\u00f6nnte, wie die erste oder ob ich danach eher entt\u00e4uscht als gl\u00fccklich w\u00e4re. Oder w\u00fcrde das zweite Mal noch besser werden als das erste Mal und w\u00e4re ich dann bei meinem Abschied nicht nur noch trauriger als vorher?<br \/>\nTag f\u00fcr Tag kam nun die Abreise n\u00e4her und meine Vorfreude wurde immer gr\u00f6\u00dfer. Aber je n\u00e4her der Abflug r\u00fcckte, desto mehr hatte ich auch das Gef\u00fchl wieder richtig in Deutschland angekommen zu sein.<br \/>\nDa war es schon wieder: zwei v\u00f6llig gegens\u00e4tzliche Gef\u00fchle in mir.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Im Nachhinein ging dann alles super schnell. Planen, buchen, packen, verabschieden. Und schon sa\u00df ich neben Josefin im Flieger mit Kurs auf Ecuador. Zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres. Zu verdreht f\u00fcr meinen Kopf um das zu wirklich verstehen!<br \/>\nWie schon beim letzten Mal machten wir einen \u201eZwischenstopp\u201c in dem Projekt von MoG in Guayaquil. Geplant war, dass wir 5 Tage bleiben, uns um unsere Visa k\u00fcmmern und dann auf die Inseln fliegen. Wie gesagt, so war es geplant. Weil FUNDAR mal wieder vergessen hatte, sich um unsere Dokumente zu k\u00fcmmern, wurden aus 5 Tagen 10 Tage.<br \/>\n10 Tage, in denen ich sehr viel Zeit hatte, mir meine zweite Zeit auf Galapagos auszumalen. Aber genau das wollte ich nicht. Ich wollte mit so wenigen Erwartungen wie nur m\u00f6glich auf den Inseln ankommen. Und so waren diese 10 Tage zwar einerseits eine unersetzbare Erfahrung, da wir in einer Gastfamilie wohnten und das Leben der \u00e4rmeren Bev\u00f6lkerung Ecuadors am eigenen Leib erfahren konnten, aber andererseits war es auch eine lange, schwere Geduldsprobe f\u00fcr mich.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Am 26. Juni 2014, genau 3 Monate nach meiner Abreise aus Galapagos, sa\u00dfen Josefin und ich dann endlich im Flieger. Die letzten 5 Minuten des Fluges, in denen die Inseln immer n\u00e4her kommen, verbringe ich mit wild klopfendem Herzen und v\u00f6llig verwirrten Gedanken.<br \/>\nEndlich gelandet und aus dem Flieger gestiegen, passiere ich mit einem gl\u00fcckseligen L\u00e4cheln die Passagierkontrollen und als ich meinen Rucksack hole kommt mir schon das erste bekannte Gesicht (ein Freund, der ab und zu Frisbee gespielt hat) entgegen.<br \/>\nEs ist einfach unglaublich.<\/p>\n<p style=\"text-align: left\">Enio holt uns ab und ohne viel Smalltalk sind er und ich schon in die Alltagsdiskussionen \u00fcber FUNDAR und das Projekt verstrickt. Es f\u00fchlt sich an, als h\u00e4tte ich nur ein paar Tage auf dem Festland verbracht, nicht drei Monate auf einem anderen Kontinent.<br \/>\nDoch Enio hat leider schlechte Nachrichten. Da es diese Nacht noch keine Bleibe f\u00fcr uns in Puerto Ayora gibt, sollen wir die Nacht im Reserva im Hochland von Santa Cruz verbringen.<br \/>\nIch will meinen Ohren nicht trauen als ich das h\u00f6re. Das kann doch nicht Enios Ernst sein \u2013 meine erste Nacht auf Galapagos, so nah an meinem Ziel, und doch soll ich noch eine Nacht l\u00e4nger warten bis ich all meine Galapage\u00f1o-Freunde wieder sehen kann.<br \/>\nAber nach ein paar vergeblichen \u00dcberzeugungsversuchen sehe auch ich ein, dass es f\u00fcr diese Nacht das Beste ist wenn wir im Hochland bleiben, und erst morgen nach Puerto Ayora fahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wahnsinn. Ich bin wieder hier, wieder in Ecuador, wieder auf den Galapagosinseln. Wieder auf den Inseln, die mir so sehr ans Herz gewachsen sind, dass ich mich nach 3 Monaten in Deutschland wieder in den Flieger gesetzt habe um hier zu landen. 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