Time flies by

Hallo ihr Lieben!
Ich habe schon ewig nichts mehr von mir hören lassen, ich weiß, ich weiß. Dabei ist unglaublich viel passiert.

(Bevor ich das vergesse – für alle, die es interessiert, ein paar mehr Fotos zu sehen, hier ist der Link zu meiner Tumblr-Seite:

http://wild-and-golden-souls.tumblr.com

So, und jetzt zu dem, was so passiert ist…)

Das Familienfest in Santa Elena habe ich erfolgreich überlebt. Nachdem wir zwar zwei Stunden später als geplant losgefahren sind (bzw. ich zuerst niemanden zu Hause antraf und niemanden erreichen konnte – ich dachte schon, sie hätten mich vergessen), kamen wir irgendwann abends im Festsaal in Santa Elena an. Natürlich kamen alle Gäste ganz ecuadorianisch viel zu spät, sodass die ganze Party erst um 23h anfing und ich vor Müdigkeit und Hunger fast gestorben bin. Traditionell musste das Gesicht des Geburtstagskindes in die Torte und es wurden Fotos in gefühlt 30 verschiedenen Kombinationen geschossen.

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Und schön das Gesicht in die Torte!

Und schön das Gesicht in die Torte!

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Meine schönen drei Gastgeschwister ☺️

Meine schönen drei Gastgeschwister ☺️


Ich wurde allen möglichen Familienmitgliedern vorgestellt und irgendwann gab es dann – endlich – etwas zu essen. Nachdem ich angefangen hatte zu tanzen, war meine ganze Müdigkeit plötzlich verflogen. Wir haben bis 4 Uhr morgens das Tanzbein geschwungen und mit „wir“ meine ich 80% der Gäste. In Deutschland ist das echt undenkbar, dass wirklich fast alle mitmachen! Alles in allem ein sehr aufregender Abend!

Es wurden seitdem noch ein paar weitere Geburtstage gefeiert, u.a. von meiner Gastmama und meiner Gastschwester, aber das nur in Playas. Viel zu süße Torte und Familienbesuch gab’s aber trotzdem ?.
Als einer meiner Gastonkel aus Guayaquil Geburtstag hatte, sind wir alle mit dem Bus hingefahren und haben den Tag bei ihnen verbracht. Dort habe ich auch endlich mal richtig mit meinen Cousins geredet – das war echt cool, die Familie ein bisschen besser kennenzulernen. Die Rückfahrt gestaltete sich als sehr aufregend: wir sind abends im Dunkeln in der blauen Camioneta zurückgefahren, meine Gastgroßeltern und Alex vorne im Fahrerhaus, meine 2 Cousins, meine Gastmama, meine Gasttante und ich hinten auf der Ladefläche. Es ist hier verboten, auf der Autobahn oder Landstraße auf der offenen Ladefläche mitzufahren (was irgendwie…äh…Sinn macht, aber gut). Die Ladefläche von unserer Camioneta hat zwar ein Dach, aber ist immer noch eine offene Ladefläche, deshalb legten wir uns alle so gut es ging auf den Boden, um ein bisschen zu schlafen und um nicht von der Polizei entdeckt zu werden. Letzteres konnten wir leider nicht so umsetzen, wie wir das wollten – nach ungefähr einer Stunde wurden wir erwischt und an die Seite gewunken. Bisschen ärgerlich, die Geldstrafe soll hier recht hoch sein, allerdings hab ich auch nicht verstanden, was das Problem gewesen wäre, einfach mit dem Bus zu fahren ?. Naja, ich fand’s sehr aufregend, nachts auf ner Ladefläche einer Camioneta durch die Landschaft zu rasen. Wir fahren öfter mal auf Ladeflächen von Trucks mit, aber dann nur kurze Strecken, z.B um zu einer Präsentation zu kommen. Aber dieses Mal war die Erfahrung noch intensiver – der Wind weht dir kräftig die Haare ins Gesicht, deine Augen werden von den zahlreichen Scheinwerfern der Autos und Lastwagen geblendet und immer wieder schallt ein Hupen durch die Nacht, wenn dich ein Auto in Höchstgeschwindigkeit überholt. Diese Fahrt werde ich so schnell nicht vergessen!

Es gibt übrigens Neuigkeiten! Seit etwa zwei Wochen haben wir einen kleinen Hundewelpen, der mich zwar nachts und morgens mit seinem Geheule nie schlafen lässt, aber das macht er mit seiner Niedlichkeit wieder gut. Unser anderer Hund Yogi ist noch etwas eifersüchtig, aber das legt sich hoffentlich bald. Nero, so haben wir ihn getauft, ist einfach zu knuffig. Ich freue mich schon, ihn aufwachsen zu sehen. Sobald ich an einem Ort oder bei jemandem bin, der Hunde oder Katzen hat, schnapp ich die mir zwar immer sofort, aber so einen kleinen Hund zu Hause zu haben, ist schon was Tolles ?.

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Am Wochenende bin ich meistens mit Freunden oder mit meiner Familie unterwegs. Vor einem Monat sind wir sonntags mit der ganzen Familie (17 Personen in der blauen Camioneta, also 3 im Fahrerhäusschen und 14 Leute auf der Ladefläche 😀 ) nach Engabao, einem kleinen Dorf am Meer gefahren! Alex und meine Gastcousins haben gefischt und einer meiner Cousins war in den Wellen bodysurfen. Engabao ist wirklich super schön. Die Wellen sind höher, der Wind ist stärker und alles scheint ein bisschen freier als in Playas.

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Bisher war ich schon zweimal mit meiner Familie in Puerto El Morro, einmal um am Cerro El Morro spazieren zu gehen und den Hafen kennenzulernen, das zweite Mal um mit meiner Gastschwester und ihren Freundinnen Quad zu fahren und eine Delfintour zu machen! Ich glaube, Bilder sagen mehr als Worte, deshalb hier einige Fotos! Jedes Mal sehr coole Ausflüge!

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Wie schon erwähnt gibt es an fast jedem Wochenende Präsentationen und kleine Veranstaltungen, auf denen wir spielen sollen, leider meistens abends und diese ziehen sich immer ewig lang. Ganz typisch ecuadorianisch fangen sie auch immer viel später als geplant an und dann funktioniert meistens die Technik nicht so, wie sie sollte oder irgendwelche Schüler sind nicht aufzufinden. Irgendwas passiert IMMER. Manchmal fangen wir aus uns unbekannten Gründen auch einfach nicht an und jeder wartet darauf, dass irgendwas passiert. Das passiert in Ecuador sowieso oft, unbegründetes Warten auf was auch immer, wo man sich in Deutschland fragen würde, was für einen tieferen Sinn das hat, alles noooch weiter in die Länge zu ziehen, als es ohnehin schon ist. Aber gut, wir passen uns an, mehr oder weniger müssen wir das ja auch. Aber verstehen tu ich’s trotzdem nicht.

Nach den Präsentationen waren wir fast jedes Mal tanzen oder haben uns mit Freunden im Zentrum getroffen. Mittlerweile haben wir auch schon öfter mit einigen Eccis Flankyball am Strand gespielt! So haben wir auch neulich in Niklas Geburtstag reingefeiert. Am nächsten Tag wurden wir von seiner Familie zum Geburtstags-Grillen eingeladen, für jeden Fleischliebhaber ein wahrer Traum!

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Julio, ein Freund und Schüler von mir, hat mich vor längerer Zeit mal zum Joggen am Strand mitgenommen und seitdem war ich schon öfter morgens am Strand laufen. Das Meer ist morgens am allerschönsten und ich genieße es sehr, dort Zeit zu verbringen, mit Leuten, aber auch immer wieder mal alleine. Morgens verirren sich nur wenige Leute an den Strand, außer den Fischern mit ihren Fischerbooten und einige Trucks, die beladen mit Fisch an dir vorbeisausen. Und wenn die Fischer ihre Netze aus dem Wasser holen, sind die großen Möwenscharen auch nicht fern, die etwas vom Fang ergattern wollen. Neulich habe ich eine tote Schildkröte gesehen, das hat mich ein bisschen schockiert, weil sie plötzlich umgedreht und vertrocknet vor mir lag. Sie war riesig!

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Vor ein paar Wochen habe ich Samstag vormittags auf einer Olympiade/einem Sportfest in der Schule meiner kleinen Gastnichte/-neffe (die ich sonst eigentlich auch als Gastgeschwister betrachte) geholfen, in der auch meine ältere Gastschwester, also ihre Mama, unterrichtet. Die ganze Veranstaltung war bedrohten Tieren und Reclycling gewidmet. Ich war eins der vier Jurymitglieder, mit denen ich verschiedene Punkte beurteilen musste. Die Stimmung in der ganzen Schule und die selbstgemachten Kostüme waren echt toll! Abgesehen davon, dass wir in der Mittagshitze fast verbrutzelt sind, war es sehr interessant, die Schule meiner kleinen Gastgeschwister kennenzulernen und die Dynamik einer ecuadorianischen Schule mitzuerleben.

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Die 4 Judges...und ja, es war ein Fehler, ein schwarzes Shirt anzuziehen ;)

Die 4 Judges…und ja, es war ein Fehler, ein schwarzes Shirt anzuziehen 😉

Es sind natürlich noch andere Sachen passiert, die ich hier jetzt nicht alle aufschreiben kann oder will, aber ihr seht, es ist gut was los und es ist alles sehr aufregend. Von unseren beiden Reisen berichte ich beim nächsten Eintrag! Dieser ist jetzt schon so lang geworden.

Liebste Grüße aus Ecuador und macht’s gut!

¡Viva la vida!

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Lea

 

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