{"id":59,"date":"2019-12-16T03:56:14","date_gmt":"2019-12-16T02:56:14","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/kingaszalaba\/?p=59"},"modified":"2020-01-06T21:25:31","modified_gmt":"2020-01-06T20:25:31","slug":"anreise-und-ankunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/kingaszalaba\/2019\/12\/16\/anreise-und-ankunft\/","title":{"rendered":"Anreise und Ankunft"},"content":{"rendered":"\n<p>Mittlerweile bin ich schon seit knapp sechs Wochen hier in Ecuador, meiner Heimat bis Juli n\u00e4chsten Jahres. <br>Ich habe ein bisschen lange gebraucht, um anzufangen diesen Blog zu schreiben, deshalb ist auch schon Vieles passiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Als erstes m\u00f6chte ich jedoch noch von meiner Anreise und Ankunft berichten. Das wird auch etwas detaillierter, da diese paar Tage sehr ereignisreich waren \u2013 in den anderen Eintr\u00e4gen werde ich versuchen, mich etwas k\u00fcrzer zu fassen \ud83d\ude09<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Reise am 5. November ging damit los, dass mein Flug von Madrid nach Quito aufgrund von technischen Problemen drei Stunden Versp\u00e4tung hatte. Nat\u00fcrlich habe ich mich sehr gefreut, als ich am Flughafen der ecuadorianischen Hauptstadt stand, die Flughafenmitarbeiter kaum Englisch konnten und ich mit meinen nicht vorhandenen Spanischkenntnissen versucht habe rauszufinden, was denn jetzt passieren wird, da ich meinen Anschlussflug verpasst habe. Zum Gl\u00fcck gab es auch andere Personen, die sich in derselben Situation befanden, also hatte ich wenigstens die Hoffnung, dass, wenn ich einfach mit der Menge mitlaufe, schon irgendwie alles gekl\u00e4rt wird. <br>Das wurde es dann auch. Hundem\u00fcde, nachdem ich seit mehr als einem Tag kaum geschlafen hatte, wurde ich in Richtung eines Taxis gelotst. Es stellte sich heraus, dass wir am n\u00e4chsten Tag in der Fr\u00fch einen anderen Flug nach Guayaquil nehmen werden. Die Umst\u00e4nde meiner Reise waren zwar nicht optimal, aber ich muss sagen, es war schon cool umsonst in so einem Luxus-Flughafenhotel zu schlafen (bis ich f\u00fcr so etwas zahlen kann dauert das wohl noch ein bisschen).<\/p>\n\n\n\n<p>Endlich in Guayaquil angekommen, habe ich erstmal versucht, auf den Wartest\u00fchlen in der Ankunftshalle etwas Schlaf nachzuholen, doch wie erwartet, hat das nicht wirklich geklappt. <br>Ich war zwar m\u00fcde, aber andererseits auch aufgeregt. Schlie\u00dflich war ich gerade in S\u00fcdamerika, auf der anderen Seite der Welt! Davon tr\u00e4umte ich schon seit Jahren. Nach so viel Planung, Vorfreude, Unsicherheit und Stress, war ich endlich angekommen und bereit, in das bis jetzt gr\u00f6\u00dfte Abenteuer meines Lebens zu starten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur noch wenige Stunden Busfahrt trennten mich von Ol\u00f3n, dem Dorf an der Pazifikk\u00fcste, das f\u00fcr die n\u00e4chsten acht Monate meine Heimat sein w\u00fcrde. <br>Doch noch bevor die letzte Etappe meiner Anreise begann, traf ich mich am Flughafen mit Jannes. Er ist einen Tag vor mir angereist und wird bis April im Projekt Klavier unterrichten. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg zum Busbahnhof. Dass dabei die zehnmin\u00fctige Taxifahrt nur zwei Dollar f\u00fcr uns beide gekostet hat, war schonmal der erste gro\u00dfe Unterschied zu Deutschland, den ich bemerkte.<br>Da es ohne Spanischkenntnisse anscheinend bisschen schwer sein soll, mit nationalen Bussen zu fahren (weil Stationen nicht angesagt werden bzw. es gar nicht wirklich welche gibt, und Englischkenntnisse bei den Busfahrern in der Regel auch nicht vorhanden sind), war abgemacht, dass uns Luka, im Moment der einzige Freiwillige im Projekt in Ol\u00f3n, abholen wird. Es war nicht schwer, einen gro\u00dfen, blonden Deutschen in der Menschenmenge zu entdecken, vor allem, wenn man beachtet, dass in Ecuador die Durchschnittsgr\u00f6\u00dfe von M\u00e4nnern bei 164 cm liegt. Nach nur ein paar zuvor gewechselten Textnachrichten war ich nat\u00fcrlich gespannt, ob wir uns auch gut verstehen w\u00fcrden \u2013 schlie\u00dflich wird Luka noch bis Mitte Januar in Ol\u00f3n sein. Schnell wurden meine Zweifel beseitigt und schon bald starrte ich aus dem Busfenster auf den Ozean, Richtung Indonesien. Kurz vor Ol\u00f3n wurde ich immer nerv\u00f6ser. Schlie\u00dflich w\u00fcrde ich gleich meine Gastfamilie kennenlernen und nat\u00fcrlich auch endlich das Dorf sehen, welches f\u00fcr die n\u00e4chste Zeit mein neues zu Hause sein wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Man kann viele Adjektive verwenden um meine Gef\u00fchle bei meiner Ankunft zu beschreiben, aber \u201ebegeistert\u201c ist sicherlich keins davon. Ich h\u00e4tte nicht gedacht, dass es mich als reiselustiger und offener Mensch so erwischt, aber das erste Mal in meinem Leben habe ich einen echten Kulturschock erlebt. Anhand\u00a0von Fotos\u00a0und Videos hatte ich mir nat\u00fcrlich schon ein Bild von Ol\u00f3n gemacht &#8211; welches ich romantisiert und so sch\u00f6n wie m\u00f6glich gemacht hatte. Nun, Ol\u00f3n ist kein typisches Strandparadies, voller B\u00e4ume und Gr\u00fcnfl\u00e4chen mit bunten, modernen und sch\u00f6nen H\u00fctten und H\u00e4usern. Es ist ein kleines Fischerdorf, mit einigen Palmen neben den staubigen und sandigen Stra\u00dfen. Zwar sind manche H\u00e4user bunt, aber als modern und sch\u00f6n kann man sie eher nicht beschreiben. Viele sind nur halb fertig gebaut, haben keine T\u00fcren und Fenster und sehen kein bisschen so aus wie H\u00e4user, die man aus Deutschland kennt. Nat\u00fcrlich war mir klar, dass es hier sehr anders als in Deutschland sein w\u00fcrde, schlie\u00dflich habe ich mich ja auch genau deshalb daf\u00fcr entschieden in ein Entwicklungsland zu reisen, weil ich die Lebensumst\u00e4nde und Kultur hier kennenlernen wollte. Und mittlerweile, beziehungsweise schon seit einigen Wochen f\u00fchle ich mich auch total wohl hier.<br>Aber am Anfang war ich auf jeden Fall \u00fcberrascht, wie anders alles aussah, als wie ich es mir ausgemalt hatte und ein bisschen unsicher, ob es denn wirklich die richtige Entscheidung war f\u00fcr acht Monate hierher zu kommen. Hinzu kam auch noch, dass ich spontan in eine andere Gastfamilie gekommen bin als die, die f\u00fcr mich vorgesehen war. \u00dcber diese zus\u00e4tzliche Plan\u00e4nderung habe ich mich in dem Moment auch nicht so gefreut.<br>Unser Haus ist nat\u00fcrlich nicht so sch\u00f6n, wie ich es mir ausgemalt hatte (aber es hat immerhin eine Eingangst\u00fcr ;)), mein Zimmer besitzt keine Fenster, ist feucht an den W\u00e4nden und ich schlafe auf einer d\u00fcnnen Schaumstoffmatratze. Mittlerweile habe ich mich daran gew\u00f6hnt (obwohl ich vielleicht noch etwas wegen der Matratze organisieren werde, da ich keine Lust habe weitere sieben Monate lang jeden Abend alle meine Pullover draufzulegen, um den Holzrahmen des Betts ein bisschen weniger zu sp\u00fcren), aber am ersten Tag war das auf jeden Fall auch kein Zustand, der dazu beigetragen hat, dass ich mich in dieser neuen und sehr anderen Umgebung wohler f\u00fchle. <br>Als ich angekommen bin, war gerade nur meine Gastmutter Ana zu Hause. Wir haben uns begr\u00fc\u00dft, sie hat mir mein Zimmer gezeigt und das war`s dann erstmal. Klar konnten wir beide wenig miteinander anfangen, schlie\u00dflich konnte ich kaum ein Wort spanisch. Aber es war trotzdem ein komisches Gef\u00fchl in der Gastfamilie anzukommen und, wie ich es in dem Moment wahrgenommen habe, so wenig beachtet zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Mittlerweile ist alles super! Ich f\u00fchle mich wohl in Ol\u00f3n, mit meiner Gastfamilie komme ich auch\u00a0bestens klar, alle sind nett und auch das mit dem Spanisch l\u00e4uft schon viel besser. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich wollte nur einfach mal wahrheitsgem\u00e4\u00df schildern, dass es eben ein paar Tage gedauert hat, bis ich mich mit dieser neuen Situation anfreunden konnte und wirklich in Ol\u00f3n angekommen bin. Ich hatte nicht erwartet, dass ich einen schweren Start haben w\u00fcrde und war wohl in Gedanken auch nicht wirklich auf so einen gro\u00dfen Unterschied und eine v\u00f6llig andere Lebensrealit\u00e4t von einem Tag auf den anderen vorbereitet. Jetzt wei\u00df ich, dass so ein Kulturschock total normal ist und auch, dass meine erste Wahrnehmung v\u00f6llig in Ordnung war, da es einfach eine riesige Umstellung ist. In dem Moment, als ich mich nicht so gl\u00fccklich gef\u00fchlt habe am Anfang, habe ich den Fehler bei mir gesucht, ob ich vielleicht doch nicht hierf\u00fcr gemacht bin oder ob meine Einstellung falsch ist. Aber sich in einer, im Vergleich zu dem Alltag, den man gewohnt ist, solch anderen Situation zu befinden, ist nunmal eine Sache, an die man sich erstmal gew\u00f6hnen muss. An jeden, der sich vielleicht gerade in so einer Situation befindet, oder sich mal in einem fremden Land etwas verlassen oder unwohl f\u00fchlt: Ich kann versichern, dass alles mit der Zeit besser wird, es ist v\u00f6llig normal, dass man ein bisschen Eingew\u00f6hnungszeit braucht!<\/p>\n\n\n\n<p>So, aller Anfang ist schwer, aber schon bald werde ich von meinem Alltag, dem Unterricht, meiner Gastfamilie, dem Essen und allen anderen Sachen, die ich hier so erlebe, berichten \ud83d\ude42<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mittlerweile bin ich schon seit knapp sechs Wochen hier in Ecuador, meiner Heimat bis Juli n\u00e4chsten Jahres. Ich habe ein bisschen lange gebraucht, um anzufangen diesen Blog zu schreiben, deshalb ist auch schon Vieles passiert. Als erstes m\u00f6chte ich jedoch noch von meiner Anreise und Ankunft berichten. 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