{"id":150,"date":"2020-01-13T17:59:44","date_gmt":"2020-01-13T16:59:44","guid":{"rendered":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/kingaszalaba\/?p=150"},"modified":"2020-01-13T18:14:28","modified_gmt":"2020-01-13T17:14:28","slug":"spanisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/kingaszalaba\/2020\/01\/13\/spanisch\/","title":{"rendered":"Spanisch"},"content":{"rendered":"\n<p>Wie ich schonmal erw\u00e4hnt hatte, bin ich hier her gekommen ohne davor wirklich Spanisch gelernt zu haben. Ich hatte mir zwei B\u00fccher gekauft und paarmal reingelesen (auf jeden Fall nicht oft genug) und hatte grundlegende Phrasen und W\u00f6rter wie \u201eDanke\u201c und &#8222;Wie hei\u00dft du\u201c auf dem Schirm, aber nicht mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe mich im Voraus immer damit beruhigt, das MoG meinte, man k\u00f6nne auch ohne Spanischkenntnisse herkommen. Und abgesehen davon, dass ich nach dem ganzen Abistress einfach faul war und keine Lust hatte zu Hause selber zu lernen, hatte ich schon lange diese Idee bzw. diesen Wunsch, Mal eine Fremdsprache nicht nach der Struktur wie aus der Schule bekannt, sondern mit dem Ansatz, wie es Kinder in jungen Jahren mit ihrer Muttersprache tun, zu lernen. Also einfach ohne jegliche Kenntnisse, nur durch H\u00f6ren und die Notwendigkeit sich irgendwie ausdr\u00fccken zu m\u00fcssen eine neue Sprache lernen. Ich habe mich entschieden dieses Experiment zu wagen (und es war nat\u00fcrlich auch ein willkommene Ausrede um nicht lernen zu m\u00fcssen). <\/p>\n\n\n\n<p>Tja, damit habe ich mich selbst ziemlich ins kalte Wasser geworfen. <br>Wie ich schon im&nbsp;ersten Eintrag geschrieben habe, hatte ich zu einem gro\u00dfen Teil auch wegen&nbsp;meiner mangelnden&nbsp;Spanischkenntnisse keinen super tollen Start hier. Es war einfach ein beschissenes Gef\u00fchl, nicht zu verstehen, was mir andere sagen wollen und mich nicht ausdr\u00fccken zu k\u00f6nnen.<br>Ziemlich schnell habe ich das Vertrauen in mein tolles Experiment verloren und die ersten drei Wochen war Google \u00dcbersetzer mein st\u00e4ndiger Begleiter und bester Freund. Fast immer bevor ich was gesagt habe, musste ich es erst in mein Handy eintippen um es zu \u00fcbersetzen. Das war echt nervig und wenn ich unterwegs und ohne Internet war, hat sich die Kommunikation meinerseits \u00fcberwiegend auf \u201eno entiendo\u201c (\u201eIch verstehe nicht\u201c), \u201esi\u201c, \u201eno\u201c und h\u00f6fliches L\u00e4cheln beschr\u00e4nkt. Nat\u00fcrlich habe ich jeden Tag was dazu gelernt und wurde besser, aber bis Anfang Dezember konnte ich nicht wirklich viel Fortschritt bemerken.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor dem Unterrichten auf Spanisch hatte ich auch ziemlich Angst, wo ich mich doch nicht einmal im Alltag ausdr\u00fccken konnte. \u00dcberraschenderweise lief das aber eigentlich ganz gut, nach ein paar Stunden hatte ich die wichtigsten Begriffe drauf und konnte mit meinen Sch\u00fclern, zu einem gro\u00dfen Teil auch durch Gestik, kommunizieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Mitte Dezember, als ich alleine nach Guayaquil gefahren bin um von dort ein neue Freiwillige abzuholen, habe ich das erste Mal bemerkt, dass ich mich mittlerweile irgendwie zurecht finden kann. Ich habe alleine mein Busticket gekauft, habe mich kurz mit dem Busfahrer unterhalten, mein Essen bestellt und bezahlt und habe sogar in Guayaquil den Preis des Taxis verhandelt. Das waren kleine Erfolge, die mich aber sehr gl\u00fccklich gemacht haben.<br>Seitdem ich mehr Vertrauen in mein Spanisch gewonnen habe, merke ich, dass es schon viel besser l\u00e4uft. Jetzt nach zwei Monaten kann ich auf jeden Fall schon einiges verstehen. Meine Gastfamilie und Freunde verstehe ich zum Gro\u00dfteil und wenn ich nochmal nachfragen muss, dann ist das auch gar kein Problem. Bei Fremden und Leuten, die schnell oder undeutlich reden, tue ich mir noch schwer, aber es macht mir mittlerweile nichts mehr aus, sie dann einfach zu bitten es nochmal langsamer zu wiederholen oder l\u00e4chelnd zuzugeben, dass ich das gerade leider nicht verstanden habe.<br>Reden f\u00e4llt mir noch ein bisschen schwerer. \u00dcber Sachen, die ich schon oft geh\u00f6rt habe und die viel im Alltag vorkommen (Zum Beispiel rund ums Thema Essen, Strand, Musik, Ausfl\u00fcge etc.) kann ich mich mittlerweile schon unterhalten. Meine Gef\u00fchle kann ich halbwegs ausdr\u00fccken und ich spreche es auch an, wenn es irgendwelche Probleme gibt.<br>Der n\u00e4chste Schritt zur Verbesserung w\u00e4re jetzt Verbzeiten zu lernen, denn ich bemerke sehr oft, dass mir das fehlt. Sobald ich die Motivation dazu finde, werde ich das auf jeden Fall machen (das sage ich mir jedenfalls seit drei Wochen).<\/p>\n\n\n\n<p>Fazit: Es w\u00e4re besser gewesen mit etwas mehr Spanischkenntnissen herzukommen, schon allein um mich anfangs bisschen weniger fremd zu f\u00fchlen. Aber so langsam kommt alles in Fahrt, nach zwei Monaten, ohne w\u00e4hrenddessen zus\u00e4tzlich gelernt zu haben, kann ich mich \u00fcber die meisten Themen unterhalten, wenn auch manchmal etwas stockend. Im Moment f\u00fchle ich mich wohl mit meinem Spanisch und bin sehr gespannt, wie es sich in den n\u00e4chsten Monaten entwickeln wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie ich schonmal erw\u00e4hnt hatte, bin ich hier her gekommen ohne davor wirklich Spanisch gelernt zu haben. Ich hatte mir zwei B\u00fccher gekauft und paarmal reingelesen (auf jeden Fall nicht oft genug) und hatte grundlegende Phrasen und W\u00f6rter wie \u201eDanke\u201c und &#8222;Wie hei\u00dft du\u201c auf dem Schirm, aber nicht mehr. 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