{"id":194,"date":"2015-02-28T18:57:01","date_gmt":"2015-02-28T16:57:01","guid":{"rendered":"http:\/\/katjazill.musikerohnegrenzen.de\/?p=194"},"modified":"2015-02-28T18:57:01","modified_gmt":"2015-02-28T16:57:01","slug":"bildung-in-ecuador","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/katjazill\/2015\/02\/28\/bildung-in-ecuador\/","title":{"rendered":"Bildung in Ecuador"},"content":{"rendered":"<p>Ein kleiner Exkurs \u00fcber das Schulsystem in Ecuador, da sich dieses doch ziemlich vom deutschen unterscheidet:<\/p>\n<p>Bis zum Alter von 4 Jahren gehen die Kinder in eine Art Kindergarten.<\/p>\n<p>Bereits mit 4 Jahren kommen sie dann in die &#8222;escuela&#8220;, also quasi in die Grundschule. Dort schreiben auch die kleinsten Kinder schon Pr\u00fcfungen, in denen sie dann z.B. ankreuzen m\u00fcssen, ob sie ein Junge oder ein M\u00e4dchen sind und m\u00fcssen dann die Figuren m\u00f6glichst noch in blau bzw. rosa ausmalen. Auch als Hausaufgabe gibt es solche Dinge, die aber eigentlich immer die Eltern f\u00fcr ihre Kinder erledigen. Wenn die Sch\u00fcler dann schreiben k\u00f6nnen, behandeln sie in der Schule meist verschiedene Fragen, die sie vor Pr\u00fcfungen auswendig lernen m\u00fcssen und die genau so auch gestellt werden. Als Hausaufgabe gibt es meistens irgendwelche Texte zum Abschreiben. Auch wenn F\u00e4cher wie Sport, Kunst und Musik auf dem Stundenplan stehen, wird dies nur gemacht, wenn der Lehrer gerade Lust dazu hat, also manche Kinder haben dann auch mal 2 Jahre keinen Sportunterricht in der Schule. Was ganz witzig anzusehen ist, ist die Mittagszeit in der escuela: dann kommen immer Eltern, Geschwister oder Gro\u00dfeltern der Kinder vor das Tor der Grundschule, um ihren Kindern am gegen\u00fcberliegenden Essenstand eine Mahlzeit (oder auch mal nur eine Cola) zu kaufen. Diese wird den Kindern dann durch das verschlossene Tor gereicht (errinnert ein bisschen an eine Raubtierf\u00fctterung im Zoo) und die Eltern gehen danach wieder nach Hause.<\/p>\n<div id=\"attachment_209\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/katjazill\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2015\/02\/PICT4196.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-209\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-209\" src=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/katjazill\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2015\/02\/PICT4196-300x225.jpg\" alt=\"Ein Klassenzimmer\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/katjazill\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2015\/02\/PICT4196-300x225.jpg 300w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/katjazill\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2015\/02\/PICT4196-768x576.jpg 768w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/katjazill\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2015\/02\/PICT4196-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-209\" class=\"wp-caption-text\">Ein Klassenzimmer<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_210\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/katjazill\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2015\/02\/PICT4199.jpg\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-210\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-210\" src=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/katjazill\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2015\/02\/PICT4199-300x225.jpg\" alt=\"Die Escuela von au\u00dfen\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/katjazill\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2015\/02\/PICT4199-300x225.jpg 300w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/katjazill\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2015\/02\/PICT4199-768x576.jpg 768w, https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/katjazill\/wp-content\/uploads\/sites\/29\/2015\/02\/PICT4199-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-210\" class=\"wp-caption-text\">Die Escuela<\/p><\/div>\n<p>Ab der 7. Klasse beginnt dann das &#8222;colegio&#8220;, also die weiterf\u00fchrende Schule. Schulbeginn ist um 7:30 Uhr, Ende meist um 13 Uhr. Die verschiedenen Colegio-Arten unterscheiden sich nicht wie bei uns nach Bildungsstand (Hauptschule, Realschule und Gymnasium) sondern sind nach Zweigen geordnet, also es gibt z.B. ein technisches, ein wirtschaftliches und ein touristisches Colegio. Au\u00dferdem eine extra Schule zur Ausbildung als Fischer, die dem Colegio gleichgestellt ist. Das Unterrichtsniveau ist dabei teilweise sehr erschreckend &#8211; in den Englischb\u00fcchern haben wir schon so viele Rechtschreib- und Grammatikfehler gefunden, dass es manchmal kaum m\u00f6glich ist, die S\u00e4tze zu entziffern. Auch die englische Aussprache der Lehrer ist kaum als englisch zu verstehen. Also kein Wunder, dass die Kinder nach ihrem Schulabschluss (mit ca. 17 Jahren) nicht viel mehr englisch k\u00f6nnen als &#8222;Hello, how are you?&#8220;.<\/p>\n<p>Nach dem Colegio besteht dann (je nach finanziellen M\u00f6glichkeiten der Familie) die M\u00f6glichkeit zu studieren. Universit\u00e4ten und Hochschulen gibt schon in vielen gr\u00f6\u00dferen St\u00e4dten und auch diese sind wie das Colegio nach Zweigen geordnet.<\/p>\n<p>Am Bildungssystem g\u00e4be es hier noch einiges zu arbeiten. Vor allem die Grundausbildung der Kinder ist teilweise einfach nur sinnlose Besch\u00e4ftigungstherapie und auch die Lehrer sind leider meistes nicht viel mehr gebildet als das &#8222;normale Volk&#8220;. Dennoch gibt es zum Gl\u00fcck immerhin schon in fast jedem Dorf escuela und colegio, was vor allem auch \u00e4rmeren Familien die Bildung erm\u00f6glicht. Generell wird die Grundausbildung auch vom Staat bezahlt (samt Schuluniform und Pausensnacks), allerdings muss die Familie selbst f\u00fcr B\u00fccher- und Pr\u00fcfungskosten (1 Dollar pro Kopie!) aufkommen.<\/p>\n<p>In den letzten Wochen hatten die Sch\u00fcler noch jeden Tag Pr\u00fcfungen, ab heute beginnen die 2-monatigen Sommerferien \ud83d\ude09<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein kleiner Exkurs \u00fcber das Schulsystem in Ecuador, da sich dieses doch ziemlich vom deutschen unterscheidet: Bis zum Alter von 4 Jahren gehen die Kinder in eine Art Kindergarten. 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