{"id":60,"date":"2014-08-26T19:57:11","date_gmt":"2014-08-26T17:57:11","guid":{"rendered":"http:\/\/musica-en-paradis.musikerohnegrenzen.de\/?p=60"},"modified":"2014-08-26T19:57:11","modified_gmt":"2014-08-26T17:57:11","slug":"cheers-from-paradise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/joshuakaewnetara\/2014\/08\/26\/cheers-from-paradise\/","title":{"rendered":"Cheers from Paradise"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Meine lieben Freunde,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">endlich habe ich Zeit gefunden mal wieder was zu schreiben. Die Fortsetzung der Dengue-Story gibts beim n\u00e4chsten Mal, weil sie noch nicht vorbei ist. Aber macht euch keine Sorgen, ich bin wieder topfit, nur ist es nicht so einfach wie erwartet einen einfachen Test auf Dengue zu bekommen. Lieber erz\u00e4hle ich euch hier meine ersten Eindr\u00fccke von Galapagos und den Menschen die hier leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Also, in Guayaquil bin ich trotz Fieber in den Flieger gestiegen und ich habe mich wirklich schlecht gef\u00fchlt. Der Flug war jedoch sehr entspannt und angenehm. Was sehr auff\u00e4llig war, ist die Tatsache, dass die hier echt extrem streng sind, was die Einfuhr von Lebensmitteln und Naturg\u00fctern betrifft. In Guayaquil wird das komplette Gep\u00e4ck gescannt und jedes zweite auch pers\u00f6nlich durchsucht. Das geht soweit, dass ich rechtfertigen musste, warum ich meine Sticks f\u00fcrs Schlagzeug mitnehmen m\u00f6chte, da diese ja ebenfalls aus Holz sind. Irgendwie habe ich es dann geschafft sie von der Notwendigkeit der Sticks zu \u00fcberzeugen und durfte durch die Sicherheitsschranke.<br \/>\nBeim Landeanflug erkennt man wunderbar, dass die Galapagos einfach die einzige Erhebung im gesamten Pazifik sind und ich hier echt mitten im Meer bin. Zum Gl\u00fcck werde ich von Josefin (Joselin\/Josefina\/Jos\u00e9) abgeholt. Zusammen fahren wir erst mit dem Bus, dann mit der F\u00e4hre und mit dem Taxi zu unserem Haus. Ich kann mich kaum noch an die Fahrt erinnern, was vermutlich am Fieber liegt. Jos\u00e9 hat die ganze Zeit auf mich eingeredet und mir so viel erz\u00e4hlt, aber ich kann mich an kaum etwas noch erinnern. Das einzige, was mir im Ged\u00e4chtnis geblieben ist, war die Landschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Als ich auf der kleinen Insel Batra n\u00f6rdlich \u00a8meiner\u00a8 Insel (Santa Cruz) landete, sah ich weit und breit nur W\u00fcste, ein paar abgemagerte B\u00fcsche und jede Menge Kakteen. Ein bisschen entt\u00e4uscht war ich zu dem Zeitpunkt schon, weil ich mir eine paradiesische Insel irgendwie anders vorgestellt hatte. Doch auf der Fahrt \u00e4nderte sich dieser Eindruck drastisch. Nach der Fahrt mit der F\u00e4hre \u00fcber das t\u00fcrkise Wasser, stiegen wir ins Taxi und lie\u00dfen uns vom Norden der Insel Santa Cruz \u00fcber die einzige Stra\u00dfe bis in die Stadt Puerto Ayora fahren, welche genau im S\u00fcden liegt. Prinzipiell ist der Begriff Stra\u00dfe \u00fcbertrieben, da sowohl die Schotterpiste, als auch die teilweise asphaltierten Abschnitte von Schlagl\u00f6chern durchsetzt sind. Jedoch bekommt man auf der Fahrt einen wunderbaren Eindruck von der Vielf\u00e4ltigkeit der Landschaft. Gestartet in der w\u00fcsten\u00e4hnlichen Region Baltras, wird das Bild auf Santa Cruz schon etwas ansprechender. Es wirkt zwar immer noch sehr trocken, jedoch sind die B\u00fcsche teilweise immerhin gr\u00fcn und es wirkt alles schon etwas lebendiger. Langsam wird es immer gr\u00fcner, bis wir uns in einem gr\u00fcnen Wald befinden. Dieser Wald wird immer dichter und voller, bis man das Gef\u00fchl hat in einem richtigen Urwald zu sein, auch wenn die B\u00e4ume daf\u00fcr noch zu klein sind. Jedoch kann man dort nicht mehr ohne weiteres hindurchspazieren. Je h\u00f6her man kommt, desto feuchter wird die Luft und oben angekommen hat man das Gef\u00fchl fast in den Wolken zu sein, dabei ist der Berg gar nicht mal so hoch. Auf der anschlie\u00dfenden Abfahrt \u00e4ndert sich das Bild der Landschaft, es ist gepr\u00e4gt von gr\u00fcnen Wiesen mit nur vereinzelten B\u00e4umen. Ob diese Wiesen nat\u00fcrlichen Ursprungs sind oder f\u00fcr landwirtschaftliche Zwecke erbaut wurden, wei\u00df ich nicht. Je tiefer es wieder geht desto trockener wird es wieder, jedoch geht es nicht soweit wie auf Baltra, dass man sich in einer W\u00fcstenlandschaft befindet, sondern erinnert vielmehr an eine mediterrane Landschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Die Stadt Puerto Ayora liegt genau in dieser Landschaft und ist die gr\u00f6\u00dfte Stadt der Galapagos Inseln, wobei sie mit 17000 Einwohnern definitiv keine Metropole ist. Unser Haus liegt im Osten der Stadt in einem der etwas wohlhabenderen Vierteln, doch kann man es bei weitem nicht mit wohlhabenden Vierteln in Deutschland vergleichen. Auch ist unser Haus nicht das gr\u00f6\u00dfte Schmuckst\u00fcck. Zu dem Zeitpunkt als ich ankam, gab es nur ein benutzbares Schlafzimmer, ein Bad ohne funktionierende Klosp\u00fclung und einen gro\u00dfen Raum mit K\u00fcche, welche von einer Armee von Ameisen besetzt ist, und Wohnzimmer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Inzwischen funktioniert die Toilette wieder und wir haben den zweiten Raum von dem alten M\u00f6beln unserer Vermietern befreit. Jedoch verbreitet der Raum einen sehr erdigen Geruch und die W\u00e4nde sind von Spinnen und Ameisen bev\u00f6lkert. Das zweite Bad ist im Moment nicht mehr als ein Raum mit vier Betonw\u00e4nden und Wasseranschl\u00fcssen. Laut unserer Organisation hier vor Ort, FUNDAR Galapagos, sollte das Bad, seit ich hier bin schon mindestens f\u00fcnf Mal fertiggestellt worden sein, zuletzt gestern. Bis jetzt hat sich jedoch nichts getan und es scheint auch nicht so, als w\u00fcrden sie es wie jetzt vereinbart bis zum Wochenende schaffen. Die Sache mit dem Bad spiegelt jedoch sehr gut die Mentalit\u00e4t in Ecuador wieder. Man verschiebt alles immer auf morgen und im Endeffekt tut sich nichts. Unser Haus ist ein wunderbares Beispiel daf\u00fcr. Man erkennt es auch daran, dass der hintere Teil des Hauses mit Fliesen ausgekleidet ist, jedoch ungef\u00e4hr in der Mitte des Wohnzimmers pl\u00f6tzlich nicht mehr. Stattdessen ist der vordere Teil, sowie unser Schlafzimmer mit kahlem Betonboden best\u00fcckt, als h\u00e4tten die Bauarbeiter keine Lust mehr gehabt, oder es gab einfach keine Fliesen oder kein Geld mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Wir schlafen im Moment zu dritt in einem Zimmer (Jos\u00e9, Johnny und ich) und das zweite Zimmer, mit nur zwei Betten ist f\u00fcr die beiden Mexikanerinnen bestimmt, welche bald bei uns einziehen werden. Bei ihnen handelt es sich ebenfalls um Freiwillige, jedoch arbeiten die beiden im Reserva, also haben mehr mit Natur zu tun im Vergleich zu uns Musiklehrern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">In den ersten Tagen habe ich aufgrund meiner Krankheit nicht viel ausserhalb unseres Hausen gesehen. Einzig die Promenade und das Krankenhaus bekam ich zu Gesicht. Die Promenade ist sehr touristisch und \u00fcberall sind Restaurants, in denen man f\u00fcr europ\u00e4ische Preise essen gehen kann. Ein paar Stra\u00dfen weiter kann man typisch ecuadorianischer Gerichte f\u00fcr ein Viertel des Preises bekommen. Der Hafen besteht aus zwei gro\u00dfen Stegen mit ein paar Anlegern, von denen Taxis und F\u00e4hren zu den anderen Inseln abfahren. Alles wirkt sehr gepflegt und sauber, was wieder zeigt, dass es extrem viele Touristen gibt, von denen die meisten aus den USA kommen, jedoch findet man auch sehr viele Deutsche. Vor dem Hafen ist ein Skaterpark, in dem wir zusammen mit anderen Eccis mehrmals in der Woche Frisbee spielen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Insgesamt habe ich hier schon so viele Menschen kennengelernt, dass ich mit den Namen nicht mehr hinterher komme. Und alle waren ausnahmslos sympathisch und unglaublich cool. Es sind einfach offene, spontane und lustige Menschen. Die meisten Arbeiten in der Tourismusbranche, also in irgendwelchen Hotels, auf Schiffen oder in der einzigen coolen Bar der Insel, dem Bongo. Hier haben wir schon den ein oder anderen Abend verbracht und obwohl Puerto Ayora wirklich klein ist, ist auch Abends immer was los, dadurch, dass immer Touristen da sind. Am Sonntag haben wir eine kleine Fiesta bei uns im Haus mit in paar Leuten gemacht und obwohl sie wirklich klein angesetzt war, ging sie bis sp\u00e4t in die Nacht und war unglaublich lustig und gesellig.<br \/>\nGestern hatte ich auch endlich meine erste Unterrichtsstunde. Es war ein kleines M\u00e4dchen, das gerade mal f\u00fcnf Jahre alt ist, aber gerne Schlagzeug spielen lernen m\u00f6chte. Es ist unglaublich sch\u00fcchtern, aber so s\u00fc\u00df und es hat riesigen Spa\u00df gemacht. Und das Beste an allem war: Sie spricht Englisch! Ja, meine Spanischkenntnisse sind definitiv im Aufbau und ich verstehe auch schon das meiste, jedoch funktioniert das mit dem Sprechen noch nicht so perfekt. Doch ich bin zuversichtlich, dass sich das in den n\u00e4chsten Wochen verbessern wird. Dass ich bis jetzt noch keinen Unterricht hatte, hei\u00dft aber nicht, dass ich nichts zu tun hatte. Es gibt hier soviel zu organisieren und immer wenn man gerade ein Problem beseitigt hat, kommt ein Neues auf. Die Kommunikation mit FUNDAR l\u00e4uft auch wirklich noch nicht Rund. Wir bekommen immer wenn wir uns beschweren so viele Sachen versprochen und alle wirken immer so hilfsbereit, jedoch tut sich einfach nichts, was wirklich anstrengend und auch schade ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das ist definitiv eine der Sachen, die ich an Deutschland vermisse, dass wenn man etwas vereinbart, sich beide Seiten wenigstens im Ansatz an die Vereinbarungen halten. Inzwischen gibt es einige Sachen, die ich sehr an Deutschland vermisse, jedoch am meisten vermisse ich meine Familie, Freunde und dass man einfach Trinkwasser aus der Leitung bekommt.<br \/>\nHier gibt es riesige 20L Bottiche mit Wasser. Leider habe ich mich ungeschickt angestellt und beide kaputt gemacht. Doch ohne Kanister gibt es kein neues Wasser, also m\u00fcssen wir jetzt irgendwie neue Kanister organisieren&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Aber das sind Probleme, die ich gerne in Kauf nehme, wenn ich daf\u00fcr hier in diesem wundersch\u00f6nen Paradies leben kann. Am Samstag waren wir am Tortuga Bay, einer der sch\u00f6nsten Str\u00e4nde an dem ich je war. Um dorthin zu gelangen, muss man mehr als eine halbe Stunde durch den Nationalpark laufen, jedoch erwarten einen dann zwei wundersch\u00f6ne Str\u00e4nde. Beide haben feinen, hellen Sand, doch w\u00e4hrend der eine die gro\u00dfen, kr\u00e4ftigen Wellen des Pazifiks bietet, ist das Wasser des anderen still wie ein See. Es ist unglaublich, dass zwei so verschiedene Str\u00e4nde direkt nebeneinander liegen. Fotos dazu gibt es bald in einem eigenen Blogeintrag, weil das Internet hier nicht dazu ausreicht und ich ins Internetcaf\u00e9 muss.<br \/>\nEbenfalls bekommt ihr bald noch die Dengue-Story, welche hoffentlich heute ihr endg\u00fcltiges Ende findet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Also, ich w\u00fcnsche euch wunderbare und gezuckerte Gr\u00fc\u00dfe aus dem Paradies h\u00f6chstpers\u00f6nlich<br \/>\nUnd ihr k\u00f6nnt mir jederzeit schreiben, zwar habe ich nicht immer Internet, aber ich Antwort sobald ich kann und freue mich \u00fcber jeden, der mir schreibt!<br \/>\nBis dann, haut rein,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Joshua<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine lieben Freunde, endlich habe ich Zeit gefunden mal wieder was zu schreiben. Die Fortsetzung der Dengue-Story gibts beim n\u00e4chsten Mal, weil sie noch nicht vorbei ist. 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