{"id":276,"date":"2016-05-24T13:29:38","date_gmt":"2016-05-24T11:29:38","guid":{"rendered":"http:\/\/musica-en-paradis.musikerohnegrenzen.de\/?p=276"},"modified":"2016-05-24T13:29:38","modified_gmt":"2016-05-24T11:29:38","slug":"die-wirklich-wichtigen-fragen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blogs.musikerohnegrenzen.de\/joshuakaewnetara\/2016\/05\/24\/die-wirklich-wichtigen-fragen\/","title":{"rendered":"Die wirklich wichtigen Fragen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify\">Montagabend. Ich sitze im Zug. 120 Minuten Versp\u00e4tung, die letzte S-Bahn ist mit Sicherheit schon abgefahren, wenn ich in Hamburg ankomme. F\u00fcr mich bedeutet das mal wieder viel Zeit zum Nachdenken. Mein Buch f\u00fcr die Uni, habe ich inzwischen zur Seite gelegt, es besch\u00e4ftigen mich andere Sachen. Ich sehe es schon wieder vor mir. Morgen fr\u00fch sitze ich in der Vorlesung f\u00fcr Wirtschafts- und Sozialstatistik. Die Frage wird lauten: \u201eWie waren deine Pfingstferien?\u201c Nun, ich habe lange Zeit den Ansatz vertreten, es g\u00e4be keine \u201edummen\u201c Fragen. Ob eine Frage \u201edumm\u201c ist h\u00e4ngt selbstverst\u00e4ndlich immer vom stets subjektiven Weltblick der jeweiligen Person ab. Aus meiner Sicht, z\u00e4hlt ebendiese Frage jedoch inzwischen zu denen, die ich nicht mehr beantworten m\u00f6chte. Grund daf\u00fcr ist folgender: <!--more-->Ich kann die Frage nicht wirklich beantworten, weil ich einigen Erlebnissen verbal nicht gerecht werden kann. Folge dessen ist, dass ich die Frage einfach mit einem \u201eMega cool\u201c abtue. Eigentlich ist es jedoch eine Beleidigung f\u00fcr meine Pfingstferien sie auf zwei umgangssprachliche Floskeln zu reduzieren, die jeder individuell anders definiert. \u201eMega cool\u201c kann irgendwie alles und nichts sein. Angemessene Beschreibungen wie \u201eintergalaktisch\u201c, \u201e\u00fcber nz nz\u201c, \u201emoggig\u201c oder \u201emogskalativ\u201c, liegen leider nicht im definierten Bereich des g\u00e4ngigen Wortschatzes. Man k\u00f6nnte meinen, dass ich die umgangssprachliche Umschreibung auch einfach durch eine umfangreiche Beschreibung ersetzen k\u00f6nnte. Naja, realistisch gesehen interessiert es aber keinen. Nach f\u00fcnf Minuten m\u00f6chte sich keiner mehr anh\u00f6ren, was ich erlebt habe, welche Erkenntnisse ich gewonnen habe, was mich besch\u00e4ftigt und wie viel Liebe mir widerfahren ist. Ich m\u00f6chte keinen daf\u00fcr verurteilen mir mit mangelndem Interesse entgegenzukommen, aber Fakt ist, die Frage ist in den meisten F\u00e4llen absolut halbherzig gestellt und findet ihren Ursprung in dem Wunsch gesellschaftlichen Normen gerecht zu werden. Die Frage nach den Ferien eignet sich eben gut als Small-Talk Anregung. Jedoch verkennt sie die tats\u00e4chliche Bedeutung dieser Frage. Es wird eine Antwort auf eine Frage erwartet, die man in zwanzig B\u00fcchern nicht beantworten k\u00f6nnte, weil mit der Frage Themen angerissen werden, die sich nicht in zwei S\u00e4tzen abhandeln lassen. Die Frage provoziert eine unvollst\u00e4ndige und unangemessene Antwort und gegenteiliges ist unerw\u00fcnscht. Warum wird diese Frage jedoch st\u00e4ndig gestellt? Damit man sich profilieren kann? Oder aus tats\u00e4chlichem Interesse? Ich lasse die Fragen als Anregung offen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Ich glaube einige Menschen in meinem Umfeld halten mich f\u00fcr verr\u00fcckt, andere wiederum wissen, dass ich es auch bin. Als st\u00e4ndig umherreisender Weltenbummler, der jedes Wochenende Freunde besucht, sto\u00dfe ich hin und wieder auf Unverst\u00e4ndnis, warum ich das tue und so viel Zeit, Geld, Energie und Liebe dort hinein investiere. Aber die Antwort ist so naheliegend. Der Mensch ist ein soziales Wesen. Sein Charakter bildet sind ma\u00dfgeblich durch sein Umfeld, also seine sozialen Systeme, in denen er sich befindet. Andererseits f\u00fchlt er sich den dem Umfeld, welches sich mit vielen seiner eigenen Werte und Normen \u00fcberschneidet besonders wohl. Wenn ich nun wei\u00df, dass ich durch mein soziales Umfeld gepr\u00e4gt werde, dann tut es meiner Seele doch gut, wenn ich mir ein Umfeld aus Menschen, die ich liebe schaffe. Von welchen ich Menschen ich rede versteht sich vermutlich von selbst. Ich habe den MoGs inzwischen h\u00e4ufig genug meine bedingungslos Liebe erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Und genau das f\u00fchrt mich wieder zu den grunds\u00e4tzlichen Fragen des Lebens. Worum geht es \u00fcberhaupt in unserem Dasein? Sind wir nur ein Teil des gro\u00dfen Ganzen und sollten individuelle Bed\u00fcrfnisse zur\u00fcckstellen? Oder ist das gro\u00dfe Ganze gepr\u00e4gt durch die individuellen Bed\u00fcrfnisse der Individuen? Was ist wichtiger: Kurzfristige Gl\u00fccksmomente oder langfristige Sicherheit? Wo finden Liebe, Gl\u00fcck, Erfolg, Geld und Freude Platz in diesen Lebenskonstrukten? Sind wir der kantschen \u201eselbstverschuldeten Unm\u00fcndigkeit\u201c entrungen und haben wir selbst einen Einfluss auf den Weg und vielleicht sogar das Ziel unseres Lebens? Woher wissen wir \u00fcberhaupt, wann wir am Ziel des Lebens angekommen sind?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify\">Das sind Fragen, die mich Besch\u00e4ftigen und \u00fcber die ich nachdenken m\u00f6chte. Ich habe auf einige auch schon Antworten. Das dies hier jedoch zu umfangreich, lade ich euch hiermit auf ein Bier ein um \u00fcber MoG und die Welt zu philosophieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Montagabend. 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