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ChileReise: Tag 4

Donnerstag 23/04/2015

Verzweifelt versuche ich spannend auszuformulieren, was ich am vierten Tag meiner Reise alles erlebt habe. Auch mit Lauras Hilfe („Du warst per Luftlinie quasi auf der gleichen Höhe wie’s Meer[?!]”) komme ich leider auf nicht viel. Der Tag war aber auch faul! Frustriert von der kurzfristigen „Cancelung“ unserer Reisepläne durch den Vulkan Calbuco, unterstützt von der chilenischen Morgenkälte und beeinflusst von natürlichem Dauerschlafmangel,  blieben Laura und ich die erste Tageshälfte größtenteils im Bett – erstes Daunenbett seit acht Monaten!

Nachmittags planten wir schließlich, am Freitag doch noch einmal eine kurze Reise nach Pucón zu wagen. In den Süden geht es nicht mehr, dann eben weiter nach Norden.
Unsere Gastgeberin Rosanna hatte uns für zwei Tage das Haus überlassen und flog zu einem Konzert nach Santiago de Chile. Donnerstag Nachmittag kam sie zurück, in Begleitung von ihrer zweiten Tochter (nicht die, die singt) und deren dreijährigem Sohn, um abends zusammen mit Mechtild auf das zweite Konzert von Luciana (die Tochter, die singt) zu gehen. Laura und ich blieben allein zu Hause und verbrachten den Abend damit, Abendessen zu kaufen und zu essen, später Hundefutter zu kaufen – nicht für uns! – und anschließend zwei Folgen Game of Thrones anzusehen.

 

 

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ChileReise: Tag 3

Mittwoch 22.04.2015

Das Örtchen Niebla liegt am Zufluss des Flusses Valdívia zum Pazifik und war deshalb, in früheren Jahrhunderten, strategisch wichtig, zur Verteigiung des Wasserweges zur gleichnamigen Stadt Valdívia. Einige Ruinenteile einer ursprünglichen Verteidigungsfestung bilden neben der schönen Landschaft und dem kalten Meer die eigentlich einzige Sehenswürdigkeit von Niebla. Am Vorabend waren wir schon zu spät, um die Überbleibsel der Burg zu besichtigen und verschoben es als Beschäftigung führ heute Vormittag.
Mit vielen Infotafeln und einem Aluminium-Brücken-Rundweg wurde der historische Ort aufwendig für Besucher hergerichtet. Wenn auch nicht unbedingt schön, immerhin praktisch und bietet auch die Möglichkeit, die Aussicht von unterschiedlichsten Stellen aus zu genießen.

Am frühen Nachmittag fuhren wir nach Valdívia. Wir ließen uns vom Busfahrer am Fischmarkt absetzten und durchstreiften die kleine Markthalle, mehr gebannt von frechen Kormoranen und riesig großen, fetten Seebären (nene…keine Bootskapitäne. Die Tiere!), die sich über Fische hermachten, als von den Marktständen.
Am Abend wollten Laura und ich noch ein Konzert von Luciana (der Tochter unserer Gastgeberin) besuchen. Mechtild hatte erst vor, am Donnerstagabend zu gehen. Das Konzert ist das gleiche, am Donnerstag wäre es lediglich in größerem Rahmen. Wir aber hatten geplant am Donnerstag für  vier Tage noch weiter in den Süden von Chile zu reisen und nutzten deshalb die heutige Gelegenheit.

Bis zum Konzert verblieb aber noch einiges an Zeit und wir suchten das Busterminal auf, um Tickets für die morgige Reise nach Puerto Varas zu kaufen. Die Zeit reichte auch noch aus um eine Runde im botanischen Garten von Valdívia zu drehen und eine Kleinigkeit zu essen, bis das Konzert um 20 Uhr schließlich begann.

Kammerorchester und Operngesang. Eigentlich nicht so meins…Wow, aber Hallo! Mit so einem Ergebnis hätte ich nicht gerechnet. Aber das kleine Orchester, bestehend aus 15 Musikern ist auch eines von nur zehn professionellen Orchestern ganz Chiles und Luciana sang schon viele Solo-Rollen in den bekanntesten Opernhäusern von Europa.

Immer noch beeindruckt kamen wir zurück nach Niebla und empfingen die Hiobsbotschaft. VULKANAUSBRUCH! Just am Vorabend des Tages, wenn wir nach Puerto Varas wollten, zeigt der nächstgelegene Vulkan, Calbuco, Aktivitäten. Seit verdammten 42 Jahren keinen Murks von sich gegeben und friedlich geschlummert. Schön brav nur darauf gewartet, genau einen(!) Tag – besser gesagt keine 16 Stunden vor unserer Abfahrt – auszubrechen. Ticket schon bezahlt und Puerto Varas natürlich in der Sperrzone! Gute Nacht!

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ChileReise: Tag 2

Dienstag 21/04/2015

Nach elf Stunden Fahrt im Bus kamen wir gegen neun Uhr morgens in Valdivia an. Schon Unterwegs konnte man durch Blicke aus dem Fenster einen Eindruck von der tollen Morgenlandschaft Chiles gewinnen. Viele Nebelschwaden über Wald, Wiesen, Flüsschen und Seen, im ersten Licht des Tages. Aus dem Bus auszusteigen, war ziemlich kalt, die Luft aber gleichzeitig unheimlich frisch und klar.

Mittels eines kleineren Bustransportes kamen wir schließlich in kurzer Zeit nach Niebla, wo wir von Rasanna der Freundin von Mechtild aufs herzlichste begrüßt wurden. Ihr Haus liegt wunderschön auf einer Klippe mit tollstem Meerblick – unsere Herberge für die nächsten Tage!
Uns wurde ein kleines Frühstück serviert und später lernten wir ihre Tochter Luciana kennen, eine Opernsängerin, die normalerweise der Zeit in Berlin wohnt, aber, wegen einiger Konzerte in der Umgebung, zu Besuch ist.

Gegen Mittag fuhren wir mit einem Bus (man merkt: gängigstes Transportmittel hier) zu einem kleinen Strand: „La Playa Rosada“ – der rosafarbene Strand. Entlang am Strand machten wir eine schönen Spaziergang von über zwei Stunden. Über Stock und Stein, mit kleinen Klippen-Klettereinlagen und Fehltritten in morastigen Wiesenstücken.
Das verspätete Mittagessen schmeckte umso besser und nach gespannter Verfolgung des Championsleague-Viertelfinale-Rückspiels von Bayern gegen Porto (Anm.d.Red. 6:1 für Bayern) – erste Halbzeit angespannt übers Radio, zweite, laschere Hälfte über online-live-Stream – drehten wir noch eine kleine Runde durch das Dorf Niebla.
Abends lernten wir schließlich noch Rosannas Lebenspartner René kennen, der unter Tags am Arbeiten war und gingen erschöpft vom ausgiebig genutzten Tag, früh ins Bett.

 

 

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Im Schatten des Vulkans „Calbuco“ – ChileReise: Tag 1

Montag 20/04/2015 

Montag der 20. April. Seit über zwei Wochen bin ich nun schon wieder eine Station weiter, in Montevideo – Uruguay. Die Zeit verrast. Meine Eltern sind seit Sonntag abgereist und mir bleiben nur noch viereinhalb Wochen in Südamerika, zusammen mit meiner Tante Mechtild und meiner Cousine Laura (nicht die Tochter von Mechtild, auch eine Nichte).

Anfangs noch nicht eingeplant, hat sich relativ spontan ergeben, dass wir heute zu einer zweiwöchigen Reise nach Chile aufbrechen. Meine Tante hat dort eine Freundin, die sie schon seit langem nicht mehr besucht hatte und hat noch auf Laura und mich gewartet, damit wir die Gelegenheit ergreifen können und sie begleiten.
Pünktlich um 13.20 Uhr startete der Flieger und trug uns von Montevideo in zweieinhalb Stunden nach Santiago de Chile. Noch am Abend wollten wir einen Nachtbus nach Valdívia nehmen, die nächst grössere Stadt zu dem kleinen Dorf Niebla, in dem Rosanna, die Freundin meiner Tante, wohnt. Das einzige Problem bestand darin, das richtige Terminal zu finden, von dem der Bus abends um zehn abfuhr.

Mit Stadtbus, Metro und einem kleinen Irrgang durch das Zentrum von Santiago gelangen wir schliesslich zum Busbahnhof „Los Héroes“ von dem die beste Verbindung ausgeht. Positiver Nebenaspekt: von den ursprünglichen sechs Stunden Wartezeit, waren durch das Herumirren nur noch drei zu warten. Mit etwas zum Essen und einem kurzen Abstecher zum „Palacio de la Moneda“, ein sehr geschichtsträchtigen Ort in Santiago, ging auch der Rest der Zeit vorbei und um 22.15 Uhr ging es los in. Abfahrt in Richtung des nördlichen Südens von Chile.

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Brasil!!

Nach schon über zweieinhalb Wochen in Brasilien, bin ich euch langsam doch einen Bericht schuldig. Nicht, dass ich bisher keine Zeit gehabt hätte, aber ich habe jeden Moment des „produktiven Nichts-Tuns“ genossen und die Zeit ging auch so recht gut vorbei – vor allem viel, viel zu schnell. Jetzt auf meiner 24 Stunden-Fahrt nach Rio de Janeiro bietet es sich aber an, von meinen bisherigen Erlebnissen zu berichten.

 

Mit einer langwierigen und anstrengenden Reise von Guayaquil aus, fing alles an:

Freitag 20/02/2015
Flug 1: Guayaquil – Ciudad de Panamá; Flug 2: Ciudad de Panamá – Belo Horizonte (BRA);

Samstag 21/02/2015
Flug 3: Belo Horizonte – Salvador da Bahía; Hotel: eine Nacht in Salvador

Sonntag 22/02/2015
Taxi: Hotel – Ferry Station; Fähre: Salvador – Bom Despacho; Bus: Bom Despacho – Camamu; -Empfang durch Renato- Boot: Camamu – Barra Grande; –PausenbierTaxi: Barra Grande – Pousada Bambu Dourado (Hotel von Renato und Bea)

Ufffff geschafft!!

Ich hoffe nach dem ganzen Stress könnt ihr verstehen, dass ich erst einmal zweieinhalb Wochen Erholung gebraucht habe. Und diese Zeit habe ich ja auch nicht ganz tatenlos verbracht. Schön diszipliniert stehe ich täglich zwischen acht und halb neun Uhr auf. Wirklich früh, wo mir ja neun Uhr in Ecuador schon früh vorkam und immerhin habe ich jetzt sogar Urlaub. Das Frühstück macht mich meistens so fertig, dass ich erst einmal wieder Erholung brauche. Manchmal kann ich mich aber auch schon morgens zum Surfen aufraffen. Seit meinem ersten richtigen Tag in Taipú de Fora (wie der wunderschöne Strandort heißt, in dem ich meine Seele baumeln lasse) bin ich fleißig am Wellenreiten und habe mir bisher nur zwei freie Tage gegönnt. Eigentlich sollte ich einen Fünftageskurs bei einem Lehrer bekommen, aber als er am dritten Tag spontan für den Rest der Woche verreiste wechselte ich eben den Lehrer, der mich am zweiten Tag leider auch schon versetzte. Mittlerweile kenne ich die Südamerikaner ja zu gut und machte mich von nun an eben selbstständig ans trainieren.
Neben Surfen und Essen – wobei mich Bea hier sehr, sehr kulinarisch verkostet – durchlebe ich den Tag mit Lesen, Siesta und „Breaking Bad“ schauen oder ich gebe mich dem ausführlichen brasilianischen Fußballprogramm hin.

Wer jetzt denkt ich bin hier nur zum Faulenzen, der liegt eindeutig falsch….zumindest ein wenig. Abends revangiere ich mich oftmals bei meinen beiden Gastgebern für die herzliche Gastfreundschaft und gehe regelmäßig Bea in der Restaurantküche zur Hand.

Trotzdem hätte ich mich beinahe weitestgehend entspannt um euch neuen Lesestoff zu liefern, wäre da nicht eines Tages ein Besucher in meinem Zimmer aufgetaucht: Als ich vom Strand zurück komme und mir aus dem Kühlschrank eine eisgekühlte Cola nehmen will, registriere ich aus dem Augenwinkel ein unaufgeräumtes Kabel, dass sich…Moment einmal….bewegt(!). Doch kein Kabel, sondern die Schwanzspitze einer Schlange, die verzweifelt versucht in geisterhafter Manier die Fensterscheibe zu durchdringen. Meine Ankunft lässt das etwa eineinhalb Meter lange Exemplar (lang, aber sehr dünn) auch nicht ganz unberührt und es fixiert mich und faucht mich an. Zum Glück handelt es sich um ein Schiebefenster, dass ich aus einiger Entfernung zur Schlange öffnen kann. Der IQ meines Besuchs stellt sich aber auch nicht wesentlich höher als der einer einfachen Hausfliege heraus. Anstelle den direkten Weg in die Freiheit zu wählen verzieht er sich in die obere Schiebeleiste des Fensters. Das wird mir zu blöd. Ich geh duschen und wie erhofft, als ich zurück komme, ist das Wurmgetier auf der Außenseite des Fensters, das ich nun beruhigt schließen kann. Wie sich im Nachhinein herausstellt, handelte es sich bei der braunen Schlange mit weißem Bauch wohl um eine sehr giftige Schlange, die sich normaler Weise lieber in Kokospalmen aufhält.

Auf den Schrecken brauchte ich unbedingt eine gute Ablenkung. Wahrscheinlich verdankt ihr der Quattour am folgenden Tag, dass ihr endlich über die Geschehnisse der vergangenen Wochen informiert werdet. Neben dem Quat von Bea und Renato, liehen wir noch ein zweites für mich. Mit den motorisierten Untersätzen jagten wir einen tollen Pfad entlang und pesten auch ein Stückweit am Strand. Mittags machten wir an einer wunderschönen Lagune Rast. Zum Baden eignete sie sich leider nicht sonderlich, weil der Tümpel noch flacher als der schlimmste Badestrand abfiel. Für eine sehr poetische „Siesta, im Schatten einer Palme“ war der Platz aber traumhaft.
Gerade sitze ich im Bus nach Rio de Janeiro und bin gespannt was mich in dieser (so sagt man) unglaublich tollen Stadt erwartet – ich werde mich selbst überzeugen. Spannend wird es allemal, insbesondere, weil ich das erste Mal auf meiner Reise wirklich auf mich alleine gestellt bin. In ungefähr elf Stunden bin ich da….auf ins Abenteuer!

Für alle durch Unkonzentriertheit eingeschlichenen Fehler in diesem Blogeintrag mache ich Jack Johnson und Manu Chao verantwortlich.

 

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Odyssee nach Lago Agrio

Schon zu unserem Weihnachtskonzert Mitte Dezember hatten wir Besuch von einer ecuadorianischen Familie aus Paraguay, die zusammen mit Rebecca, einer deutschen Freiwilligen anreisten, um zwei Beiträge für unser Konzert zu leisten. Vor etwa elf Jahren sind die beiden Eltern mit ihren drei Kindern, als Missionare, aus ihrer Heimat Ecuador nach Paraguay ausgewandert. Mittlerweile arbeiten sie dort sehr aktiv in einer Musikschule mit, die ähnlich wie „Clave de Sur“ arbeitet, aber wesentlich größer ist. Über das Internet haben sie von unserer Arbeit in Guayaquil gehört und Kontakt aufgenommen.

Ihre ecuadorianischen Heimatstadt Lago Agrio wollen sie nun animieren ebenfalls ein Musikprojekt aufzuziehen. Dazu veranstalteten sie von Freitag dem 16. Januar bis Sonntag dem 18. Januar ein Musikfestival, zu dem sie uns zur Unterstützung einluden. Weil die Stadt im Nord-Osten Ecuadors, an der Grenze zu Kolumbien liegt und somit am anderen Ende Ecuadors, fuhren wir schon Donnerstag Nacht um halb zehn aus dem Guasmo los. Zuerst ging es von Guayaquil nach Ambato, im Zentrum von Ecuador. Von dort aus waren die sechs Ecuadorianer der festen Überzeugung, dass es das sinnvollste ist über Tena im Oriente zu fahren anstelle über Quito zu reisen – in Wahrheit hatten sie nur Angst vor der Kälte in der Hauptstadt. Auf den Bus nach Tena mussten wir nämlich erstmal eine Stunde warten. Morgens um sechs fuhr dann der nächste Bus, nicht aber nach Lago Agrio sondern erst einmal nach Coca. So mussten wir noch einmal zwei Stunden bis zum Ziel durchhalten. Vom Guasmo in Guayaquil bis Lago Agrio waren wir schließlich über 21 Stunden Unterwegs (veranschlagt waren 14!).

Statt mittags kamen wir nun abends um sieben an und zum Glück erwartete uns nach der anstrengenden Fahrt ein gutes Abendessen. Das Haus, in das wir eingeladen waren war wegen des Festivals voll von Leuten. Die Familie die uns eingeladen hatte ist sehr katholisch und so war auch der Großteil der Menschen an diesem Abend streng gläubig und mit viel Gesang und Stimmung wurde eine Messe gefeiert – etwas lebhafter als in Deutschland. Etwa um halb eins kamen wir totmüde endlich zum schlafen, bis um halb sechs morgens, da wurden wir schon wieder abgeholt.

Mit dem Bus fuhren wir zu einem städtischen Veranstaltungsgebäude, hier sollten wir heute einen Workshop zu verschiedenen Instrumenten anbieten. Durch meine, in Ecuador wieder aufgefrischten, Trompetenkenntnisse sollte ich Blasinstrumente vorstellen und Interessierte motivieren und anregen ein Brassinstrument zu spielen. Angekündigt wurde mir, dass ich wohl vor allem Anfänger haben werde – Denkste!! Der Trompeter in meiner Gruppe spielte besser als ich und die anderen seit vielen Jahren Posaune oder Saxophon, über die ich eher wenig erklären konnte. Dementsprechend schwer war es einen wirklich produktiven Workshop anzubieten. Schließlich wichen wir auf Tonleitern und Theorie aus, wo ich zum Glück noch mehr wusste als meine Schüler.

Am Nachmittag wurde mit allen Teilnehmern der „talleres“  des Vormittags, zwei Stücke eingeprobt und die Bühne und der Sound für das Konzert am Abend vorbereitet. Für das Konzert hatten wir von „Clave de Sur“ kurzfristig drei bekannte Cumbia-Stücke geprobt (Cumbia ist ein in Südamerika beliebter Tanzmusikstil). Wer auf Youtube suchen will: „Hasta la seis de la mañana“, „la vida es un carnaval“ und „llorarás“ – Interpreten mir unbekannt. Das Ergebnis war für die wenigen Proben ganz gut und gefiel den Leuten. Abschließend präsentierten wir die beiden Lieder, die wir nachmittags vorbereitet hatten und machten uns nach dem Konzert recht schnell auf den Rückweg.

Um zwölf waren wir schon wieder im Bus nach Guayaquil. Dieses mal fuhren wir über Quito und tatsächlich, der Weg ist auch in 14 Stunden zu machen!! Gegen vierzehn Uhr waren wir zurück in Guayaquil. Nach insgesamt 35 Stunden Fahrt ließen wir mehr Zeit auf der Strecke als vor Ort, doch der Samstag hatte sich gelohnt und es war schön unsere Freunde aus Paraguay noch einmal zu treffen!

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Besuch aus der Heimat

Von Sonntag, dem 11. Januar bis zum darauf folgenden Freitag hatte ich ein bekanntes Gesicht aus Deutschland hier im Guayaquil zu Besuch. Sophie und ich waren acht Jahre im gleichen Jahrgang und haben uns vor allem in den letzten beiden Jahren mehr und mehr angefreundet. Als eine der wenigen, der anderen 120 Schüler aus meinem Jahrgang, verschlug es sie nach dem Abi auch nach Südamerika. In Kolumbien besuchte sie fünf Wochen einen Bekannten und hatte anschließend geplant für ein Projekt auf den Galapagosinseln zu arbeiten. Die Flüge nach Galapagos gehen alle über Guayaquil und so dachten wir uns, dass es super wäre, wenn sie mich bei der Gelegenheit ein paar Tage besucht.

Am Dienstag zeigte ich ihr die Haupttourismusziele in Guayaquil. Nach dem „Parque de las Iguanas“ schlenderten wir die Hafenpromenade „Malecón 2000“ entlang und genossen schließlich den Blick von „las Peñas“ über Guayaquil.

 

Den Mittwoch verbrachten wir zusammen mit Samuel, Naomi und Evelyn, einer Freundin aus der Musikschule und nutzten die Gelegenheit, um auf die Isla Santay zu gehen. Eine Insel auf dem Fluss „Guayas“, die wir bisher auch noch nicht besucht hatten.

 

Die Tage vergingen wie im Flug. Leider musste ich am Donnerstagabend nach Lago Agrio aufbrechen (s. nächster Bericht) und konnte Sophie am Freitag nicht einmal zum Flughafen bringen – den Job übernahm aber zum Glück Grandote mit seiner Camioneta. Es war schön ein bekanntes Gesicht da zu haben und ich habe die Tage genossen.
Wer von euch anderen mich mal besuchen will, ist jeder Zeit willkommen! Ich weiß jetzt, dass die Freunde aus dem Guasmo sich von ihrer besten Seite präsentieren werden. Also keine Scheu! Die Leute hier machen die Ankunft leicht und den Abschied schwer und es bleibt nur noch wenig Zeit…In fünf Wochen muss leider auch ich mich verabschieden – und dieser Abschied wird richtig schwer! 🙁

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In der Weihnachtsbäckerei

Zu groß ist hier die Sehnsucht nach „Omas weltbesten Plätzchen“, dass wir Deutschen uns an einem Freitag zum backen trafen. Nicht ganz so gut, aber immerhin Plätzchen. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Schokoladenbrot, Baiser, Spekulatius und eine Reste-Eigenkreation.

Hier die Bilder vom Backspaß:

 

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RT – Tag 15

Samstag 29/11/14

Nach fünfzehn Tagen unterwegs, hatten wir für heute geplant die Rückreise anzutreten. Abschließend wollten wir noch etwas nachholen, was wir die ganzen Tage verpasst hatten: MEERSCHWEINCHEN ESSEN!

Die Nonnen in Baños hatten sich extra telefonisch für uns erkundet und bei ihren „Kollegen“ in Cuenca für uns nachgefragt, wo es denn am besten schmecke. Am Sonntag machten wir uns also auf die Suche nach dem Restaurant „tres estrellas“ um für unser Abschlussessen in Meerschweinchen zu investieren.
Eine Stunde mussten wir warten, bis unser Nager fertig gegrillt war, dann konnten wir zuschlagen. Die Vorstellung was man gerade aß, war etwas seltsam, der Geschmack aber hervorragend. Ähnlich wie Hühnchen, aber etwas zarter und süßer.
Wir zelebrierten das Essen und verloren allmählich sämtliche Hemmungen. Nicht einmal vor den Augen machten wir halt und nagten das „cuy“ feinsäuberlich bis auf die Knochen und Schädeldecke ab. Unser biologisches Interesse veranlasste uns zum Versuch, das Skelett schließlich zu rekonstruieren, was aber nicht wirklich klappen wollte.

Rückblickend haben wir eine sehr schöne zweite Reise erlebt und kennen nun fast ganz Ecuador, mit seiner wahnsinnigen Vielfalt an Tieren, Menschen und Landschaft: Küste, Andenhochland und Amazonasgebiet – Costa, Sierra y Oriente.

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RT – Tag 14

Freitag 28/11/14

Über Nacht kamen mal wieder leichte Stuhlgangbeschwerden. Ich fühlte mich zu sehr an die letzte Reise erinnert, als dass ich mich traute, die für heute geplante Tour in den Nationalpark „el Cajas“ anzutreten. Naomi ging es auch nicht so gut und Samuel, der unbedingt los wollte und nicht wusste, was er sonst hätte tun können, zog alleine los.
Ich verbrachte den Vormittag hauptsächlich im Bett, mir ging es aber schon bald wesentlich besser und es zeichnete sich ab, dass es nicht noch einmal so schlimm wird wie damals in Quito. Vor allem hatten wir abends das Konzert zu spielen, dass uns am Vortag angeboten wurde und das musste gehen!

Tatsächlich fühlte ich mich am Abend in guter Verfassung und im Restaurant trafen wir wieder auf unsere Bekannten vom Vortag. Weil der Schlagzeuger der kleinen Besetzung nicht pünktlich erschien, sollte ich spontan das erste Set begleiten. Eine schwere Aufgabe, wenn man mit dem Rest der Gruppe noch nie zusammen gespielt hatte und die Lieder größtenteils nicht kannte. Dafür war es gar nicht so schlecht. Als aber Samuel anschließend den Amerikaner ablöste, konnte ich aufblühen und die Leute waren begeistert von der Energie, mit der wir spielten – etwas Abwechslung zu den andauernden und monoton klingenden Swing-Standards der anderen.