ChileReise: Tag 5

Freitag 24/04/2015

Um viertel vor acht klingelt der Wecker. Wir wollen pünktlich in Pucón sein und müssen bis um zehn in Valdivia sein. René der Freund von Rosanna nimmt uns im Auto mit, er selbst fährt weiter zur abrbeit. Eine halbe Stunde vor Abfahrt sind wir rechtzeitig am Busterminal und haben noch genug Zeit, entspannt eine Fahrkarte zu kaufen.

Drei Stunden braucht der Bus. Eigentlich will ich den Blick aus dem Fenster richten, aber viel meistens nicke ich weg – zu oft musste ich auf meiner Reise unter unruhigen Bedingungen schlafen, da hält mich das Rütteln des Busses nicht mehr wach.

Was wir schon vor unserer Ankunft gewusst hatten, aber bewusst ignorierten, ist, dass ausgerechnet in dem touristischen Städtchen Pucón sehr viel Asche vom Vulkan Calbuco abgefallen war. Obwohl dazwischen einige hundert Kilometer liegen und unsere vorherige Station Valdívia sogar näher am Vulkan ist, war bei unserer Abfahrt absolut keine Asche zu sehen und auch kurz vorher nur sehr wenig. Ab den letzten Kilometern nach Pucón, wurde es aber immer grauer und die Dreckschicht dicker.

In Pucón selbst begegnet uns ein Großteil der Menschen mit Staubmasken. Der Himmel ist furchtbar grau. Ebenso bleichfarben die restliche Umgebung. Bleiben oder gleich wieder abfahren ist die Frage…erstmal was Essen, die Lösung.
Bei einem Riesenburger mit Pommes entscheiden wir uns dazu, wenigstens eine Nacht zu bleiben und machen uns auf Hotelsuche. Im Hotel „La Nuez“ finden wir schließlich eine sehr schöne Bleibe.

Pucón ist die nächste Ortschaft zum „Villarica“, dem normal aktivsten Vulkan Chiles. Wie schön, in Zeiten, in denen einem die Chilereise von dem derzeit aktivsten Vulkan versaut wird. Der Villarrica ist zumindest nicht daran Schuld, dass wir uns nachmittags durch verstaubte Landschaften und verpestete Luft kämpfen müssen. Nein, der Villarrica bleibt schön brav und eignet sich höchstens als schönes Fotomotiv, mit seiner winzigen Rauchfahne die aus seinem Krater hinauszieht.
So schön er auch daliegt, wird uns erst später klar, dass auch dieser scheinheilige Feuerberg unser Touristenprogramm deutlich einschränkt. Sein letzter Ausbruch liegt nämlich auch erst einige Wochen zurück. Am Osterwochenende hat er sich das letzte Mal entladen. Deshalb ist der grösste, gleichnamige Nationalpark der Umgebung gesperrt, ebenso wie die attraktivste der zahlreichen Termen.

Pucón an sich erinnert sehr an die ecuadorianische Stadt Baños. Ein Touristenbüro reiht sich an das nächste. Besonders schön sind in Pucón die besagten Termalbäder mit natürlich heißem Wasser. Aber auch die restlichen unzähligen Termen, die nicht durch den Villarrica eingeschränkt sind, sind kaum zu nutzen, weil die Asche des Calbucos sämtliche unüberdachte Außenbereiche unnutzbar macht – somit lohnen sich die teueren Eintrittspreise kaum.

Den Abend verbrachten wir schließlich vor einem schönen Holzofenfeuer und gingen bald ins Bett.

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